E-Claire
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Zitat von Wasabix:Doch irgendwie bin ich doch moralisch verpflichtet oder etwa nicht?
Ehrliche Antwort: Grundsätzlich ist das Argument halt eins, was auf ganz vieles zutrifft. Mit diesem Argument bist Du auch dabei, Dir jeden Obdachlosen direkt in die Wohnung zu holen. Meine ich deutlich weniger läppisch als ich das jetzt formuliere.
Will sagen, das ist schon ein bissl ein Totschlag-Argument oder eben auch ein ich-verstecke-mich-dahinter Argument.
Wichtig ist folgendes: Das wirklich tragische, sehr betroffen machende Problem, ist trotz allem nicht Deins. Wenn der Vater glaubt, daß er nur eine Woche braucht, dann ist das zwar ziemlich unrealistisch, aber außerhalb von zwei mal erwachsen zu sagen, ähm, ich sehe das ein bissl anders, kannst Du einfach nicht für ihn (Vater) oder Sohn planen, sondern musst den beiden Raum geben.
Persönlich finde ich Moral zudem einen schwierigen Anker, mir hilft da Jura immer sehr. Die juristische Grundwertung wäre, daß es trotz aller Schwierigkeiten und Fehlentscheidungen für ein Kind noch immer das beste ist, so lange wie es geht bei den leiblichen Eltern zu verbleiben und so lange es geht, diese entscheiden zu lassen; auch wenn zu diesem Zeitpunkt schon eine Mehrheit darum herum steht und sagt, auweia.
Die Situation ist eine völlige Ausnahmesituation für die es einfach keinen Bauplan gibt, langfristig wird wahnsinnig viel von der tatsächlichen, individuellen Resilienz des Jungen abhängen, aber nicht von der Moral einzelner Erwachsener. Sei für beide da, aber halte es aus, daß Du nicht mehr tun kannst.