Zitat von Wasabix: Naja, es kann alles mögliche passieren. Schlüssel vergessen, verloren, hingefallen, Hausaufgaben nicht geschafft..keine Ahnung.
Das ist nicht das Schlimmste, aber die Einsamkeit, die der kleine Kerl spüren wird, wenn er in die leere Wohnung kommt. Das kann man einfach nicht machen. Und Dein Partner kann von einem Kind, das viel mehr nach seinen Gefühlen lebt als nach dem Verstand doch nicht erwarten, dass er ihn in einer Woche "auf Spur bringt". Was ist das für ein Vater?
Es ist alles nicht Deine Angelegenheit, du bist der Part, der sozusagen außen steht, aber alles, was hier geplant und durchgezogen wird, wird sich auch auf Dich auswirken.
Und ihn in eine Pflegefamilie geben? Ist das so einfach? Er wird trauern und unglücklich sein, denn er verliert Bezugspersonen.
Meine Mutter war sehr krank und ab meinem 9. Lebensjahr immer wieder mal für Wochen in einer Klinik. Es dauerte, bis man überhaupt eine Diagnose stellte. Wir - mein Vater und meine Schwester - hatten noch Glück, weil die Großeltern im Haus wohnten, bei denen wir nach der Schule zu Mittag aßen An die Mittagessen denke ich gerne, wir unterhielten uns, wir scherzten, es machte oft Spaß. Aber nach dem Abwasch gingen meine Schwester nach oben in die leere Wohnung und die Traurigkeit überfiel mich. Und anstatt Hausaufgeben zu machen, hörte ich lieber Musik und beamte mich weg oder flüchtete mich in ein Buch. Die Ungewissheit, was mit ihr ist, wann sie wieder kommt und ob überhaupt schob ich zwar weg, aber sie lastete doch auf mir. Ich verlor die Spur, vergaß Hausaufgaben oder ließ sie liegen.
Ich weiß, was das mit einem macht, selbst wenn man zu zweit ist und die Großeltern einspringen. Der Mann muss an das Kind denken und nicht an sich. Man kann keine Forderungen an ein Kind stellen und auch nicht an einen Jugendlichen, wenn die Umstände sowieso schon schlimm sind.