Hey @Sonar ,
da bist du ja wieder, und scheinbar keinen Schritt weiter, das tut mir sehr leid.
Ich kann deine Zwickmühle absolut nachvollziehen. Alle deine Argumente und Überlegungen finde ich nachvollziehbar, kenne sie teilweise von mir, und will sie auch gar nicht werten.
Ein paar unsortierte Gedanken dazu von mir:
1. Wenn du es ein paar mal ohne Druck und eher sanft angesprochen hast, dann musst du mE davon ausgehen, dass sie es NICHT verstanden hat. Das geht gar nicht, weil es einfach nicht ihrer Realität entspricht. Mir fallen nur lauter hinkende Vergleiche ein: Stell dir einen absoluten Sportenthusiasten vor, dem wirklich was fehlt, wenn er ein paar Tage auf Sprot verzichten musste. Der Sprotmuffel wird sagen: ja, ist ja ganz lusti, fühlt man sich auch gut hinterher, aber ihm fehlt einfach der innere Antrieb. Der wird nie wirklich VERSTEHEN, warum der andere das BRAUCHT.
Also ich befürchte aus eigenener Erfahrung, dass du da eher mit dem Holzhammer wirst kommen müssen, damit ihr erst mal verständnismäßig auf einem Level seid.
2. Das hier:
Zitat von Sonar: Wie würdest du das sagen? Ich denke halt, für sie könnte es zum Pflichtprogramm werden und so hat sie dann auch wenig Freude daran. Wie sollte ich damit umgehen, wenn sie es zwar aus Druck mit macht aber selbst sagen wir mal eher passiv ist. Ich möchte ja eigentlich eine aktive Frau, die einfach Spaß dran hat und es nicht als Pflicht sieht.
Das ist dann natürlich schon Level 100. Obwohl sie offenbar viel weniger das Bedürfnis danach hat, würdest du dir wünschen, dass sie abgeht wie... Ist ja auch verständlich.
Aber, und da bin ich mir ziemlich sicher, das ist schlicht nicht möglich. Um im oberen Beispiel zu bleiben: Der Sportmuffel wird zwar vielleicht öfter mal (auch gern) zum Sport mitkommen, aber von ihm zu verlangen, wirklich mit dem Biss zu trainieren, wie es der Sportenthusiast tut, das ist illusorisch.
3.
Zitat von Sonar: Bitte lies meinen Beitrag nochmal. Ich möchte ja sie, ich möchte meine Frau und keine andere. Sie will auch nur mich nur halt viel viel weniger. Wenn sie meine Offerte nutzt um dann andere zu treffen, würde ich mich wohl trennen. Das finde ich hochgradig unfair. Dann hätte sie die ganze Jahre auch selbst mal die Initiative in der Beziehung ergreifen können.
Ok, dass du ihr nicht verbieten kannst, was du selber brauchst, ist dir ja selber klar.
Auf der Basis wird auch eine offene Beziehung nicht funktionieren.
Ich scheine darfür, wirklich Sex zu
wollen, und nicht nur ok zu finden, den Hormonrausch zu brauchen.
Würde die Sache natürlich deutlich komplizierter machen, wenn du ausziehst, um Sex zu finden, und sie auszieht, um den Hormonrausch zu finden.
Momentan, verzeih die offenen Worte, hast du scheinbar die innere Überzeugung, dass nur sie sich bewegen muss. Sex hergeben, oder es dir einseitig außerhalb erlauben.
Wenn das Konstrukt offene Beziehung wirklich auf Augenhöhe dauerhaft funktionieren soll, müssen sich mE beide bewegen. Insbesondere wären unsere Glaubenssätze zu Beziehungen und zu Liebe und Ehe allgemein zu hinterfragen, wenn du mich meinst.
4. Auch für dich scheint es ja, so wie du schreibst, eben nicht nur um "Triebabfuhr" zu gehen. Für dich scheint Sex ja schon etwas sehr romantisches zu sein. Was fremdgehen, bzw. rein sexuelle offene Beziehung sehr riskant macht.
Eigentlich willst du ja das Gesamtpaket, liebe Frau, schöne Familie, krasser Sex. Da müsstest du dir für dich mE noch viel klarer werden, wie wichtig und welchen Stellenwert die einzelnen Komponenten haben, und ob für dich, und ob die eine ohne die andere überhaupt geht.
5. Du siehst ganz deutlich, und das ist so, und das solltest du dir auch nicht schön reden, dass das alles die Büchse der Pandorra ist. Wenn du dich auf den Weg gemacht hast, gibt es kein Zurück.
Trotzdem haderst du ja schon so lange damit, dass ein weiter so von außen ziemlich unmöglich erscheint. Und wäre ja blöd, wenn der Druck so ansteigt, dass es euch irgendwann unkontrolliert um die Ohren fliegt.
Ich empfehle dir "more than two, a guide to ethical polyamory". Autor kann ich dir raussuchen.
Das ist für mich nicht nur für offene Beziehungen der ultimative Beziehungsratgeber.
Wie auch immer du dich entscheidest: in unbefriedigenden Situationen auszuharren, geht auf Dauer nicht gut. Klar, Krisen bergen die Gefahr, dass es zusammenbricht, aber auch die Gefahr, dass es nachher besser ist.