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wer bei uns Unterstützung sucht, soll sie finden, und wer helfen möchte, ist hier herzlich willkommen. Moderatoren und Mentoren begleiten das Forum und achten darauf, dass Beiträge respektvoll bleiben. Sachliche, tröstende, wohlwollende und empathische Beiträge sind ausdrücklich erwünscht, damit sich alle Mitglieder wohl fühlen. Abwertende oder verurteilende Inhalte haben hier keinen Platz.

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Emotionale Mauer während Kennenlernphase

S
Zitat von Nalf:
Da ich auch eher "Geber" bin und sehr schnell an "Nehmer" Geräte, hinterfrage ich mich, warum ich helfen möchte.
Mache ich das, weil es sich so gehört, also meinen Werten entspricht, oder für die eigene Karmabilanz? Dann ja.
Oder erwarte ich Dank dafür oder eine Gegenleistung, versuche mich damit aufzuwerten, beliebt zu machen oder halte mich gar für fähiger als jemand anderes. Dann nein.

Interessante Frage.
Ich helfe auch gerne andern Menschen, ich habe das von meinem Vater so gerbt.
Mein Mutter war da ganz anders, sie hat immer das Gegenteil "proklamiert" mit den Worten "sei nicht zu nett, es wird dir keinen danken".

Ich finde mit dem Helfen ist es wie mit dem Ausgeben, es muss immer selbstlos sein... ...und man dafür keine Gegenleistung erwarten - es sollte selbstlos sein. Ich würde das auch nie jemanden später aufs Brot schmieren.

Und Ja, es basiert auch auf Werten.

x 5 #46


S
Man(n) geht "leichtfertig" in die Kneipe und kommt "leicht fertig" wieder heraus!

#47


A


Emotionale Mauer während Kennenlernphase

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N
Zitat von Schnuddel74:
es muss immer selbstlos sein.

Mein letzter Stand war, dass Neurologen aufgrund von aktivierten Hirnarealen davon ausgehen, dass Helfen nie selbstlos ist und einem mehr gibt als nimmt.

Darauf würde auch die beliebte Verhandlungsstrategie passen, eine Sympathieverbindung zu schaffen, indem man um Hilfe bittet und nicht etwa Hilfe anbietet.

Ich mach den Unterschied also da, wo ich mir "diffuse Belohnung" erhoffe und erhalte (Karma, gutes Gefühl mit mir selbst, das tun, von dem man möchte, dass es allgemeines Gesetz sei).

Sobald konkrete Erwartungen da sind (z.B. dann kann der/die mir auch mal helfen, wenn ich Hilfe brauche oder "ohne mich bekommen die das nicht hin") sofort den Self Check einleiten.

Bei z.B. "ich helfe ihr, die Traumata zu überwinden, damit sie emotional frei für mich wird" ist es mit dem Altruismus oder der diffusen Belohnung nicht weit her. Das ist schon self servicing und auf mehreren Ebenen falsch.
Aber das weiß der TE ja mittlerweile auch selbst. Man bekommt eben merkwürdige Gedanken, wenn das Objekt der Begierde so nah und doch so fern ist. 😉

x 2 #48


ElGatoRojo
Zitat von Nalf:
Mein letzter Stand war, dass Neurologen aufgrund von aktivierten Hirnarealen davon ausgehen, dass Helfen nie selbstlos ist und einem mehr gibt als nimmt.

Tja - es ist schon irgendwie gemein, dass man moralisch eigentlich nichts richtig machen kann. Jemand findet immer den negativen Touch. 🤔😎

#49


Mira_
Zitat von J_Eulenspiegel:
Leider sind in meinem Leben einige Klassenkameraden und Arbeitskollegen bei einem Verkehrsunfall ums Leben gekommen, vielleicht muss ich das bei mir auch noch besser verarbeiten.

Und genau das meine ich. Du überträgst deine Ängste auf sie. Sie ist nicht dafür verantwortlich, deine Sorgen und Ängste zu lindern. Das sind deine Probleme und nicht ihre oder eure Lachendes Gesicht

#50


N
Warum ist es negativ, wenn Helfen dem Helfer nutzt? Wäre ja fürs Rudel bzw. die Gesellschaft eigentlich nur von Vorteil.

Wäre Hilfe mehr wert, wenn sie altruistisch wäre? Oder ist das nicht vielmehr eine sehr abrahamistisch geprägte Moral?

Was mich vielmehr umtreibt ist, warum es so viele schaffen, ihr eigenes Belohnungssystem verhungern zu lassen, indem sie so gar nicht helfen.

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HeavyDreamy
Zitat von J_Eulenspiegel:
Ich denke, dass Männer oft mit einer rosaroten Brille rum laufen und sich schneller in eine Frau vergucken als anders herum, bin ich da komplett daneben?

ne biste nicht, meistens isses schon so. Männer sind eher visuelle Wesen.

Zitat von J_Eulenspiegel:
Hier ganz klar sich nicht unter Wert verkaufen und ich muss wissen was meine stärken sind und diese vermitteln.

Das ist auch oke so, allerdings finde ich es trotzdem löblich, dass du gerne hilfst und auch helfen kannst Lachendes Gesicht

Zitat von J_Eulenspiegel:
Leider sind in meinem Leben einige Klassenkameraden und Arbeitskollegen bei einem Verkehrsunfall ums Leben gekommen, vielleicht muss ich das bei mir auch noch besser verarbeiten.

Da kann ich dich voll verstehen.

Wenn ich etwas in der Zeitung lese, das Alter sehe, was mein Sohn gerade ist, frage ich auch nach, ob alles oke ist, weil ich mir dann Sorgen mache, ob es nicht ihn betreffen könnte.

Aber ja, ich muss mir auch da sagen, wenn alles ruhig ist, ist alles oke, trotzdem finde ich deine Fürsorge schon auch cool. Anderen Menschen geht alles am Bobbes vorbei Lachendes Gesicht Mag zwar manchmal auch gut sein, aber ja.

Du kommst mir jetzt nicht, wie ein völlig kontrollierter Mann rüber, bei dem die Handtücher immer genau gleich daliegen müssen Grinsendes grünes Gesicht

x 1 #52


Mira_
Zitat von Nalf:
Was mich vielmehr umtreibt ist, warum es so viele schaffen, ihr eigenes Belohnungssystem verhungern zu lassen, indem sie so gar nicht helfen.

Wer ist „viele“ und woher nimmst du dein Wissen? Mein Belohnungssystem zum Beispiel ist nicht verhungert, weil ich kein Helfersyndrom habe. Ich muss auch keinem Menschen helfen, wenn ich da keine Lust drauf habe. Mein Belohnungssystem wird anders aktiviert.

#53


M
Zitat von J_Eulenspiegel:
Jetzt ist es soweit, dass sie diese emotionale Mauer mit sich bearbeiten möchte. Sie hätte auch nicht gedacht, dass sie mit ihren letzten Beziehungen noch so im unreinen ist.
Da ich ein Helfertyp bin, habe ich ihr vorgeschlagen, dass wir die Themen nach einander gemeinsam abarbeiten könnten und schauen wie weit wir kommen, evtl. sogar mit externe Hilfe.

Lieber Eulenspiegel, nichts als riesige rote Flaggen, die Dich warnen! Die Frau schleppt ihre Altlasten mit sich rum, ist blockiert und lebt sie an Dir aus.

1. Du kennst ihre frühere Beziehung nicht und Du kennst auch nicht ihre Anteile am Scheitern. Du bewertest nur das, was sie Dir erzählt und das ist allein ihre Sichtweise und die ist immer nur die halbe Wahrheit.

2. Du idealisierst sie, obwohl die Dir nach 6 Wochen mit Kälte und Distanz begegnet. Mach mal die Augen auf. Das ist eine Dramaqueen, beschädigt, die Dir nur Stress bereiten wird.

3. Sie hängt in der Vergangenheit fest, also ist der Blick auf eine vielleicht bessere Zukunft verstellt. Sie steht sich selbst im Weg und das bekommst Du zu spüren.

4. Du bist ein Helfertyp. Ja, das ist offensichtlich, aber was willst Du bei ihr ausrichten, wenn eine Mauer Dich doch gar nicht vordringen lässt? Du mutest Dir da viel zu viel zu und machst Dich zum selbst ernannten Krisenmanager, der das Ding schon schaukeln wird. Und damit wirst Du scheitern, denn sie will sich doch gar nicht helfen lassen. Sie ist mit sich im Unreinen, hat ihre Blessuren nicht geheilt, sondern blockt Dich ab.Und dann Deine good-will-tour. Wir werden IHRE Themen Stück für Stück abarbeiten, in Angriff nehmen und am Ende steht dann die Frau, die Dich liebt und lobt für Deine Geduld, Deine Hilfe, Deine wohlmeinende Art?
Du bist nicht ihr Therapeut, weil ein Partner kein Therapeut sein kann. Dir fehlt die Kompetenz dafür und auch eine neutrale Außensicht auf ihre Person. Glaubst Du, sie wird Dich dafür belohnen, dass Du Dich als ihr Therapeut aufspielst, der sie, die Schwache und Gebeutelte, zu einer stabilen Persönlichkeit macht?
Du bist da reichlich blauäugig, schon weil es das Machtgefüge in einer Beziehung, wenn man sie überhaupt so nennen will, verschiebt. Sie die Schwache, der geholfen werden muss, natürlich von Dir und Du der Starke, der Bescheid weiß und sie heilt.
Deine Mission wird scheitern.

Mein Tipp ist, hilf Dir lieber selbst und gib Dich nicht mit Menschen ab, die ihre unbewältigte Vergangenheit mit sich rumschleppen und in die Gegenwart tragen. Schütze Dich davor, denn solche Menschen machen Dich kaputt.

Es sind erst 6 Wochen, in denen Du sie siehst und schon ist Krisenstimmung da. Das ist nichts und das wird nichts und es wird Dich nicht glücklicher machen, weil Du Dich mit Deinem Helfersyndrom nur an ihr abarbeitest.
Da solltest Du ansetzen, denn das Helfersyndrom ist nicht so edel, wie Du es vielleicht siehst. Es verschiebt die Grenzen zwischen dem Ich und dem Gegenüber und es saugt einen aus. Und am Ende stehst Du vor einem Nichts und fühlst Dich nur missbraucht, benützt und erschöpt. Und leer.
Und Sx gibt es auch nicht, weil da gesundheitliche Probleme entgegen stehen. Aha. Und Du willst dann die nächsten Wochen und Monate im Zölibat leben und gegen die Mauern rennen, die sie aufgebaut hat.

Mensch, hau ab und nimm die Beine in die Hand und lass Dich nicht verar... Du glaubst auch alles was sie Dir so erzählt. Und suche nicht dort nach Liebe, wo Du sie garantiert nicht finden wirst.

x 5 #54


J
Zitat von Margerite:
Lieber Eulenspiegel, nichts als riesige rote Flaggen, die Dich warnen! Die Frau schleppt ihre Altlasten mit sich rum, ist blockiert und lebt sie an ...

Hallo liebe Margerite,
Vielen Dank für deine ausführliche Antwort. So habe ich mich jetzt auch entschieden.
Das wichtigste ist dass ich daraus lerne und mit deiner Antwort und den anderen Antworten bin ich sehr zuversichtlich dass ich daraus lernen kann und werde. Jeden Fehler darf man einmal machen 😜

x 2 #55


HeavyDreamy
Zitat von J_Eulenspiegel:
Jeden Fehler darf man einmal machen

oder auch mehrmals, so lange, bis es tief genug sitzt Grinsendes grünes Gesicht

x 2 #56


M
Zitat von J_Eulenspiegel:
eden Fehler darf man einmal machen

Klar, denn nur aus Fehlern lernt man.
Aber pass mal ein wenig auf mit Deinem Helfersyndrom. Das schlägt nämlich oft dann an, wenn Du Jemanden findest, dessen Leben Du glaubst richten zu können.
Das Helfersyndrom ist trügerisch, denn es führt Dich ungewollt zu den Menschen, die Probleme mit sich rumschleppen. Und die werden dann auch Deine Probleme.

Du suchst doch eine schöne Beziehung, in der sich beide wohl fühlen und frisch und fröhlich eine Beziehung ausloten.Menschen mit Altlasten sind dafür aber nicht geeignet, denn sie hängen fest und sind eigentlich nicht offen für Neues.

Sei vorsichtig und pass gut auf Dich auf. Du bist sehr gutmütig und wohlmeinend, aber das wird leider oft ausgenützt.

x 1 #57


M
Zitat von Margerite:
Klar, denn nur aus Fehlern lernt man. Aber pass mal ein wenig auf mit Deinem Helfersyndrom. Das schlägt nämlich oft dann an, wenn Du Jemanden findest, dessen Leben Du glaubst richten zu können. Das Helfersyndrom ist trügerisch, denn es führt Dich ungewollt zu den Menschen, die Probleme mit sich rumschleppen. Und ...

...hier möchte ich noch hinzufügen, dass ab einem gewissen Alter die meisten Menschen Baustellen haben. Da kann man sich als Paar gegenseitig unterstützen und Beistehen.
Eine Schönwetterbeziehung ist ja auch nicht das Wahre und hat keine Tiefe mE und finde es merkwürdig, dass alle Menschen Partner wollen, die "mit sich im reinen" sind während sie selbst vielleicht Berge an Problemen oder Unbewusstheit oder Trauma rumschleppen.
Wenn diese Baustellen jedoch als Ausrede benutzt werden, sich überhaupt mal zu binden oder zu investieren, dann sollte Mann/Frau die Beine in die Hand nehmen.
Interessant finde ich auch die Frage nach dem Warum. Ich habe auch schon mit Helfersyndrom in Beziehung agiert. Bis ich realisierte, dass ich mich damit lediglich von MEINEN Baustellen und Schmerzen ablenke, es mir auch ein Gefühl der Überlegenheit (nicht gut!) in der Beziehung gibt und daher rührte, dass ich gewohnt war, dass meine Bedürfnisse nichts und die des Gegenübers alles sind (also als Kind bereits). Das kann erstmal sehr weh tun, sich solcher Erkenntnis zu stellen und auch verletzlich machen. Denn solange man sein Syndrom ausagiert, fühlt man sich ja stark und unverletztlich und hat ein Gefühl von Macht und Kontrolle über die Situation oder vielleicht auch einen liebgewonnenen Menschen. Man wird dann aber auch oft benutzt und landet irgendwann im emotionalen Burnout.
Inzwischen wende ich- und auch sehr bewusst- diese Gabe v.a. im Job an. Privat habe ich mir angewöhnt- es ist ein Weg und manchmal falle ich auch noch auf die Nase- in Freundschaft und Partnerschaft drauf zu achten, ob es reziprok ist. Nicht immer und in allen Bereichen. Aber unterm Strich.

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T
Zitat von merretich:
Da kann man sich als Paar gegenseitig unterstützen und Beistehen.

Sonst wäre es ja auch kein Paar sondern nur es wären nur ein paar 😉

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J
Zitat von Margerite:
Klar, denn nur aus Fehlern lernt man. Aber pass mal ein wenig auf mit Deinem Helfersyndrom. Das schlägt nämlich oft dann an, wenn Du Jemanden findest, dessen Leben Du glaubst richten zu können. Das Helfersyndrom ist trügerisch, denn es führt Dich ungewollt zu den Menschen, die Probleme mit sich rumschleppen. Und ...

@Margerite vielen Dank für die lieben und nette Worte, werde darauf aufpassen 😘

#60


A


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