Isabella99
Gast
Zitat von Wurstmopped:Nun gut, hast du da vielleicht schon mal einen Perspektivwechsel erwogen?
Als durchaus empathischer Mensch fallen mir Perspektivwechsel nicht schwer. Ich habe selbst sehr gelitten, wenn ich in der Anfangszeit meinen Mann als Häufchen Elend auf dem Sofa sitzen sah. Ich habe mich selbst dafür verflucht, dass ich die Ambivalenz einfach nicht abstellen konnte. Obwohl ich durchaus erkannt hatte, welches miese Spiel der AM mit mir trieb. Glaub mir, ich hab mich dafür gehasst. Ich musste erstmal verstehen, dass dies zu den Wirkungsweisen von Affären gehört. Und der AM war virtuos im Spiel mit psychologischen Tricks. Push and Pull beherrschte der aus dem Eff Eff. Er war beruflich psychologisch geschult und nutzte das auch privat.
Erst mit Hilfe der Therapie gelang es mir, mich dem vollständig zu entziehen. Vorher hatte ich zumindest den Anstand, meinen Job zu kündigen, den Kontakt zu allen ehemalige Kollegen abzubrechen und seine Wohngegend weiträumig zu meiden. Das bedeutete u.a., dass ich mir neue Ärzte suchen musste. Meine inneren Kämpfe versteckte ich, so gut es ging und ich schrieb dem AM nur noch, um meine offenen Fragen zu klären. Das allerdings hätte ich mir ersparen sollen. Er war nicht ehrlich in der Beantwortung. Selbst dann nicht, wenn ich ihn mit meinen Erkenntnissen konfrontierte. Dieser Mann lügt derart gekonnt, da vergeht einem hören und sehen.
Was uns half, die Ehe trotz allem wieder flott zu kriegen, war Zeit, Nachsicht mit sich selbst und dem anderen. Rücksicht und Ehrlichkeit, je nach Gemütslage des anderen. Ein verdammt schwieriger Weg mit allen möglichen Tretminen am Wegesrand. Trotz allem hatten wir Glück und den Rest des Weges holten wir uns professionelle Hilfe. Es geht.... aber fragt nicht, wie!


