Erstmal Danke an alle!
Aber jetzt will ich mal hierauf antworten:
Zitat von Felica: Was ich Dich fragen wollte: nach allem, was Du an Erfahrung hast....würdest Du Dein Leben nochmal genau so leben?
Das Leben verläuft ja nicht als Wunschkonzert.
Natürlich hat man bestimmte Vorstellungen, wie es sein soll. Aber auch das kann sich ja im Laufe der Jahre verändern.
Es gibt ja auch Lebensträume. Und manchmal gehen die leider nicht in Erfüllung. Das kann problematisch sein. Muss es aber andererseits auch nicht unbedingt. Oder sie gehen in Erfüllung, aber das ist dann alles ganz anders, als man sich das vorgestellt hat, usw.
Das Leben und man selbst, beides ist ja ständigen Veränderungen unterworfen.
Mein Lebenstraum z.B. war es als Musiker berühmt zu werden. Einmal (zu der Zeit, als meine Partnerin ihre Affäre hatte) war ich kurz davor. Ist aber aus verschiedenen Gründen nichts geworden.
Heute bin ich da nicht wirklich unglücklich drüber, weil ich heute überhaupt keine Lust (mehr) hätte dauernd durch die Weltgeschichte zu tingeln.
Natürlich gibt es immer mal so Phasen "Was wäre gewesen, wenn..."
Der Lebenstraum meiner Frau war Kinder kriegen, eine Familie gründen (ihre eigene Familie brach wegen Affären ihres Vaters auseinander, als sie 7 Jahre alt war). Also das, was sie selbst als Kind nicht hatte. Und ziemlich "klassisch".
Ich hatte mein Leben aber eigentlich nicht mit Kindern "gesehen".
Dann sind es 4 geworden

Hadere ich damit? Nein! Warum auch. Ich habe ja selbst entschieden, dass ich meine "Lebensplanung" ändere.
Allerdings weiß ich heute leider, dass die Grundlage, auf der ich meine Entscheidung getroffen habe, falsch war.
Aber dafür können meine Kinder ja nichts.
Hätte ich damals von einer monatelangen Affäre gewusst...das weiß ich nicht, ob wir das geschafft hätten, und das Leben dann nicht eine ganz andere Wende genommen hätte.
Heute ist mir klar, dass ich damals unterbewusst geahnt hatte, dass da viel mehr war, als ein/zwei Seitensprünge. Warum sonst hätte ich nach der Beichte ihr das Versprechen abnehmen sollen "Irgendwann erzählst du mir mal die ganze Geschichte".
Ich habe ihr das damals geglaubt, weil ich es glauben
wollte.
Eine Trennung war damals unvorstellbar.
Das ist übrigens auch noch ein Punkt. Hier geht es ja oft um Verzeihen. Die Affäre, das Fremdgehen habe ich ihr schon lange verziehen.
Aber die unehrliche Beichte und das Aufrechterhalten dieser Lüge...das habe ich nicht verziehen und werde das auch nicht.
Würde ich mein Leben nochmal genauso leben?
Auf jeden Fall würde es sich tausendmal besser anfühlen, wenn meine Lebensentscheidungen auf wahren Tatsachen beruht hätten.
Diese ganze vermaledeite Geschichte, und da gehört eben leider diese fürchterlich schiefgegangene Aufarbeitung dazu, hat meine ganze "Lebensrückschau" ziemlich kaputt gemacht.
Ohne diese "Geschichte"...ja...würde ich das Leben im Großen und Ganzen so lassen.
Auch und gerade mit dieser Frau. Auch wenn sich das komisch und widersprüchlich anhört.
Sorry für die Länge. Wäre wohl besser PN gewesen...egal
