Zitat von Springfield: Verzichten kann ich ja nur, wenn es etwas gibt, worauf ich verzichten möchte/soll/muss.
Genau. Wenn es eine dritte Person gibt, zu der ich Gefühle entwickle, dann gibt es ja etwas, auf das ich verzichten
kann.
Zitat von Springfield: Wenn ich wirklich liebe, so die allgemeine Auffassung, kommt doch dieser Wunsch erst gar nicht auf...
Sehe ich anders. Warum sollte ich nicht Lust auf fremde Haut verspüren, auch wenn ich (meine Partnerin) wirklich liebe?
Zitat von Springfield: Noch ein anderer Gedanke: Verzicht ist eine rationale Kopfsache, der im Affärenfall ein Bollwerk an Emotionen gegenübersteht. Vor diesem Hintergrund müsste doch nur ein Kopfmensch in der Lage sein, verzichten zu können. Der Bauchmensch, der sich bei seinen Entscheidungen von seinen Gefühlen leiten lässt, kann das dann sicher nicht.
Da steht ein Glas voll mit leckeren Bonbons.
Das eine Kind greift heimlich hinein und nimmt die Bonbons.
Das andere Kind will auch gerne Bonbons haben, greift aber nicht hinein.
Weiß das eine Kind nicht, dass es verboten ist die Bonbons zu stehlen? Doch, natürlich weiß es das. Die Lust auf die Bonbons ist aber größer.
Und das andere Kind weiß das genauso. Es denkt aber an die Konsequenzen (Strafe, oder im Falle von Fremdgehen: Ende der Beziehung, Verletzung des (geliebten) Partners, usw).
Beide Kinder wissen, dass es verboten ist und beide kennen die möglichen Konsequenzen.
Auch "deine" Kopf- und Bauchmenschen wissen beide, dass es falsch ist fremdzugehen und dass das Konsequenzen haben könnte.
Aber einer (der Bauchmensch) verzichtet nicht.
Warum?
Weil ihm das eigene Ego in dem Moment schlichtweg wichtiger ist, als die Konsequenzen.
Und der andere (der Kopfmensch) verzichtet und stellt sein Ego hinter sein "Wissen", was das bedeutet.
Das immer wieder gern genommene Märchen "Ich war nicht Herr meiner Sinne", oder so ähnlich, ist einfach Quatsch.
Wenn man nicht vollkommen weggetreten ist, dann weiß man im Allgemeinen, was man tut. Was "richtig" oder "falsch" ist.
Verzicht bedeutet das eigene Ego für etwas "Wichtigeres" zurückzustellen.