Zitat von thegirlnextdoor: natürlich, aber ich kann mir nicht vorstellen, dass man sich als Jugendamtmitarbeiter zur Partnerwahl der Klienten äußern darf..?
? Wie ist das? Dürft ihr in solchen Dingen raten/empfehlen...?
(Sofern es sich nicht um Gewalttäter oder Dr.ogen.abh.ängige etc. handelt..?)
Ich bin ja nicht direkt im Jugendamt angestellt, sondern in bzw. als Sozialpädagogische Familienhilfe. Ich habe Familien, die ich im Alltag unterstütze und einzelne Jugendliche im " Erziehungsbeistand". Ich hatte bisher noch keine Familien, wo das Thema "Affären" auf den Tisch gekommen ist. Und selbstverständlich steht das " Kindeswohl " an Erster Stelle. Das ich gucke, dass es den Kindern gut geht. Das Sie in der Kita und in der Schule regelmäßig sind. Sie Essen und Trinken bekommen und gefördert werden. Manche Mütter in ihren Erziehungskompetenzen bestärke und behördliche Angelegenheiten mit den Eltern erledige bzw. angehe. Ich habe Ziele, die ich zusammen mit den Eltern bearbeite und dann wird halbjährlich beim Jugendamt geschaut, welche von diesen erfüllt worden sind und welche nicht. Ziel ist es ja, dass die Familien eines Tages ohne Familienhilfe klar kommen. Hilfe zur Selbsthilfe. Ich hatte bisher zwei Familien, wo ich auch meine Meinung zur Ehe bzw zum Zusammenleben kund getan habe. Eine Mutter lebt beispielsweise mit ihrem Mann und ihren fünf Kindern zusammen. Sie klagt sich immer aus, dass er sie wenig unterstützt und sie die meiste Zeit, nur nebeneinander her leben. Ich höre dann zu und sage ihr, dass sie nur ein Leben hat. Fünf Kinder definitiv einen zusammenschweißen. Sie für sich aber gucken Muss bzw Soll, ob sie noch glücklich ist und ob ein weiteres Zusammenleben für die nächsten 10 bis 15 Jahre noch möglich ist. Da ist es aber schwer, die passenden Worte zu finden. Weil ich letzten Endes, kein Eheberater bin. Jeder ein anderes Empfinden hat und jeder Erwachsene merken sollte bzw Müsste, ob eine Ehe bzw Beziehung bereits Tod oder gescheitert ist.
Und Klar, habe ich auch Patchworkfamilien. In einer, klappt es mit allem drum und dran, mittelmäßig. Beim Kindesalter ist alles top und sehr vorbildlich und bei der Kindesmutter werden Aufgaben eher nur halbherzig bzw. schluderig übernommen. Und Klar merkt man manchen Kindern an, dass es Spuren hinterlassen hat, wenn Eltern sich getrennt haben. Egal ob diese in meinen Familien 4, 6, 12, oder 15 Jahre sind. Dies, habe ich immer in Gesprächen wieder rausgehört. Eine Trennung der Eltern, hinterlässt Spuren. Nichts ist mehr, wie es mal gewesen ist. Und gerade in meiner Situation, würden mich und meine Kinder 350 KM trennen, wenn ich hier oben geblieben wäre. Ich werde es aber nicht tun. Ich werde durch den Liebeskummer durch gehen Müssen und bei meiner Familie bleiben. Klar, kann Patchwork funktionieren. Aber in der Situation, wenn diese noch nicht mal in dem einen und selben Wohnort oder in unmittelbarer Nähe stattfindet, eher schwer.
Wenn ich alle 3 Wochen meine Kinder nur gesehen hätte, wäre es eine Katastrophe. Und im Gegenzug meiner Kollegin versprechen bzw Hoffnung zu machen, dass ich mir mit ihr vorstellen kann, in Zukunft eine Neue Familie zu gründen. Das kann und will ich nicht, wenn ich meine beiden Jungs im Stich bzw hängen lasse. Und das würde ich tun. Da braucht man garnichts schön reden. Und ich hatte noch nie eine wirkliche Ehekrise. Alleine deshalb, hat sie diese Chance verdient.