Zitat von Jane_1: Grundsätzlich finde ich die Haltung super "Niemand muss fremd gehen". Wie lebbar das dann ist..meins wäre es fürchte ich auch nicht. Auch wenn ich mir wünschen würde, meinem Partner das gönnen zu können.
Danke für die Antwort

Gerade der letzte Satz ist genau das, was ich ebenfalls dazu denke.
Ich sehe das mittlerweile auch ziemlich entspannt, wenn man es rein logisch betrachtet. Aber ich fürchte eben auch, sowas würde wohl dann eher an mir scheitern.
Aber da stell ich mir dann schon die Frage: Wer ist hier denn jetzt von 1868?
Ich oder der andere?
Weil eigentlich geht es dabei ja vorrangig um die Frage: Wie stelle ich es an, Nachwuchs in die Welt zu setzen und dabei sicher zu gehen, dass dieser Nachwuchs die größte Chance dazu bekommt, BEIDE Elternteile bis sagen wir zur Volljährigkeit bei sich zu haben. Also ihm die Erfahrung ersparen, die Scheidungskinder machen. Vielleicht wäre das der heilige Grat dorthin?
Denn ich kann für mich dazu nur sagen, dass ich an dieser Aufgabe gescheitert bin. Mein Sohn kennt nur das Leben entweder bei mir ODER bei Papa. Was wäre gewesen, wenn ich mit dem Erzeuger einfach nur eine lustige Zeit gehabt hätte, bei der Wahl des Vaters meines Kindes aber andere Aspekte mehr im Vordergrund gestellt hätte, als "nur" diese anfängliche starke Verliebtheit.
Und es ist ja nicht nur im Sinne der Kinder. Wir alle wissen, dass das Risiko in die Armutsfalle zu steigen, stark steigt, wenn man Alleinerziehende/r ist. Und auch der nicht erziehende Part erleidet in der Regel durch eine Scheidung starke finanzielle Einbußen.
Gut, nicht jede Ehe scheitert am Betrug und den daraus resultierenden Vertrauensverlust, aber eben doch sehr, sehr viele.
Ich glaube, sehr viele Ehen würden nicht vorm Scheidungsrichter enden, wenn diese Art, eine Ehe zu führen, etwas völlig Normales wäre.
Aber ja, ob man oder frau dann auch tatsächlich real so glücklich werden kann. Es hat vielleicht auch etwas mit der Erziehung und der Prägung zu tun. Schließlich leben wir ja mehr oder weniger die Beziehung, die wir als Kinder von unseren Eltern vorgelebt bekommen haben.
Und von daher ist vielleicht diese arrangierte Ehe, die man tatsächlich auch selbst arrangieren kann und nicht die Eltern, dann doch gar nicht so 1868 und altmodisch, wie man meinen könnte.