Zitat von playmobil: Das Verhältnis zu meinen Eltern, ist gut. Zu meiner Mutter noch besser und inniger, als wie zu meinen Vater. Meine Mutter war früher schon eine große Stütze für mich. Gerade in meiner Spielsuchtphase, hat Sie immer ein offenes Ohr für mich gehabt. Mein Vater war früher Taxifahrer. Viel unterwegs und wenig da. Meistens eher grießgrämiger gelaunt. Nach seinem Schlaganfall, welcher vor ein paar Jahren gewesen ist, ist es angenehmer mit ihm geworden. Er ist fröhlicher. Beide, lieben unsere beiden Jungs.
Trotzdem, habe ich mit meinem Vater, wenig Gesprächsbedarf. Er erzählt meistens nur von früher irgendwelche alten Geschichten.
Meine Mutter, hat er Jahren, auch betrogen. Das war auch eine unschöne Zeit. Sie hat ihn aber verziehen und an der Familie festgehalten. Da wir 4 Kinder sind.
Ok, da scheint dann wohl doch einiges nicht bearbeitet zu sein. Im Grunde machst du ja jetzt genau das gleiche, wie dein Vater. Du wiederholst also das Schema möglicherweise um zu verstehen, was damals passiert ist. Auch deine Spielsucht ist ein Hinweis darauf, dass es dir generell an Halt fehlt. Der abwesende Vater könnte da ein Ansatzpunkt sein, um Erklärungen zu finden. Nicht dass da im Nachhinein noch irgendwas dran zu ändern wäre aber je mehr du dort hinsiehst und verstehst, was das alles mit dir gemacht hat, umso besser wirst du dich selbst verstehen und dann auch regulieren können. Da könnte dann tatsächlich ein Therapeut helfen. Nicht dass ich dich deshalb für psychisch krank halte. Ein guter Coach könnte dir genauso gut helfen aber die müssen ja leider privat bezahlt werden und sind sehr teuer. Ich drücke dir also die Daumen, dass du eine Therapie verordnet bekommst. Dazu musst du allerdings den Hausarzt aufsuchen, der dich dann an einen Psychiater überweist. Nur der kann dann eine Therapieverordnung ausstellen und wird das ganze auch medizinisch begleiten. Ich weiß jetzt nicht, wie eure Umzugspläne zeitlich aussehen aber eine Therapie dauert mindestens ein Jahr, plus min. 6 Monate Wartezeit vorher. Vielleicht ist es tatsächlich sinnvoll, damit erst am neuen Wohnort zu beginnen.
Nochmal möchte ich dir abschließend Mut machen. Du hast eine tolle Frau, die weiter an dir festhält. Natürlich ist eine Affäre sehr belastend und verletzend für sie. Dass sie nicht nach den Details fragt, ist wohl reiner Selbstschutz. Bitte verschone sie auch weiterhin mit Einzelheiten. Sie weiß ja im großen und ganzen Bescheid, das reicht. Mehr darfst du ihr auf keinen Fall zumuten. Wenn du also um deine Affäre trauerst, geh raus. Lauf ein paar KM, lass dir den Kopf frei pusten und heule von mir aus wie ein Schlosshund. Das alles ist wichtig und richtig. Nie im Leben darfst du aber deine Frau als Trösterin oder Beichtmutter missbrauchen. Du würdest ihr damit unsagbar weh tun. Es tut mir leid, dir das sagen zu müssen aber aus diesem Schlammessel musst du dich jetzt selbst heraus ziehen. Und noch etwas, was hier sicher für Kopfschütteln sorgen wird. Solltest du das Bedürfnis haben, deine Affäre nochmal zu sehen, so wäre auch das keine Überraschung für mich. Manchmal muss man eben 1000 mal um den selben Berg herum laufen, um zu begreifen, dass dieser Weg zu nichts führt. Aber bitte sei extrem vorsichtig, dass deine Frau davon nichts erfährt. Keine Handykontakte mehr, keine Bilder oder Briefe irgendwo rumliegen lassen. Auch nicht in irgendwelchen Verstecken. Wenn diese Affäre irgendwann Geschichte ist, darf es keinerlei Überbleibsel, Erinnerungsstücke oder Trophäen mehr geben. Sie muss sich komplett in Luft auflösen. Dies als Schutz für deine Frau und als Therapie für dich!
Alles Gute!