Zitat von Wirdschon: Trotzdem ist es für mich schleierhaft, dass man sich dann nicht trennt.
Das ist es mir auch.
Ich habe das meinen Mann gefragt.
Ich fragte, wenn du dich bei ihr ach so wohl gefühlt hast, warum hast du dich dann nicht von mir getrennt?
Er meinte, er hätte nie vorgehabt, sich von mir zu trennen.
Er konnte nicht.
Das Warum konnte er mir bis heute nicht so recht erklären.
Die einzige halbwegs plausible Erklärung liegt in seiner damaligen Krankheit begründet.
Und auch deshalb glaubte er wohl damals, diese Auszeiten mit ihr zu brauchen.
Was es für mich rückblickend halbwegs plausibel macht, ist die Tatsache, dass er im Verlauf seiner Therapie immer mehr zurück zu sich selbst fand und dann irgendwann die Kraft für eine Entscheidung fand.
Das ist für mich halbwegs erklärbar und ich kann mit dieser recht wahrscheinlichen Wahrheit auch gut leben.
Dennoch verstehe ich bis heute nicht, warum er sich nicht von mir trennte. Genug Angebote in diese Richtung machte ich ihm jedenfalls.
Er sagt dazu, dass er wahrscheinlich tief im Inneren irgendwie wusste, was eigentlich richtig für ihn war.
Ich denke einfach, um wirklich eine Entscheidung zu treffen, muss man wissen, was man will.
Man braucht Selbstbewusstsein und die Bereitschaft, ein Risiko einzugehen.
Ein labiler Mensch kann das einfach nicht.
Das ist meine Erklärung, warum manche Menschen eher eine Affäre führen, als sich zu trennen.