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Entweder du pflegst mich oder es ist Schluss

Cocolores


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Zitat von orange88:
Mit dem Geldsparren war darauf bezogen wenn es die Eltern übernehmen würde.

Genau. Er läßt seine Eltern die Arbeit machen, behält aber das Geld. Sympathisches Kerlchen. So ist das nicht gedacht. Das Pflegegeld soll schon auch an den, der pflegt. Eben WEIL diese Menschen oft ihre normale Arbeitszeit dafür reduzieren müssen und das als finanzieller Ausgleich gelten soll. Deswegen macht mich das eben so wütend. Er fordert Pflege, behält aber das Pflegegeld ein.
Zitat von orange88:
Das mit dem Pflegegeld habe ich auch in Erfahrung gebracht. Wenn er sich einen Pflegedienst holen würde , dann hätte er das Pflegegeld nicht und müsste um die 200 Euro von seinem Arbeitslohn draufzahlen.

Ich weiß nicht, woher Du diese Info hast, aber sie ist schlicht und ergreifend falsch. Er hat als Pflegegeld Summe X. Die könnte er auch aufteilen: z.B. Hälfte an die pflegende Person, andere Hälfte an einen Pflegedienst, der wie gesagt auch hauswirtschaftliche Aufgaben übernimmt. Der Pflegedienst macht genau das, wofür er bestellt ist - nicht mehr und nicht weniger. Und wenn man denen sagt: einmal die Woche drei Stunden Hauswirtschaft, dann wird auch nur das gemacht.
Sorry, aber wer etwas will findet Wege - er findet nur Ausreden die Kohle für sich zu behalten und andere dafür springen zu lassen. Wie gesagt, kann er tun - ist nur die Frage, ob andere das so mittragen wollen.
Zitat von fitzgerald71:
Warum wird hier immer nur Geld angeführt?

Weil er angeblich nicht die finanziellen Mittel hat, Hilfe zu holen. Und die hat er definitiv durch das Pflegegeld. Dafür ist es da. Und andere schuften zu lassen, obwohl man Entlastung haben könnte ich nun einmal höchstgradig egoistisch!

24.09.2021 17:27 • x 7 #91


orange88

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Zitat von Brightness2:
Ich warte jetzt mal ab, ob @orange88 sich etwas umfassender äußert, auch zu ihrer Situation und ihrem Mehrwert aus der Beziehung. Ansonsten wird ...


Der Mehrwert für mich ist ganz klar die Beziehung an sich. Ich hätte nicht gedacht, dass wenn es mir irgendwann mal zu viel wird und der Fall ist eingetroffen, er einfach sagt ich kann gehen. Ein Ultimatum.
Danach fing es in meinem Kopf zu raten: Schuldgefühle es nicht gepackt zu haben, versagt zu haben, ihn als pflegebedürftige Person im Stich lassen bis zu vielleicht hat er recht usw Wenn man selbst in der Situation gefangen ist, dann sieht man manchmal wirklich den Wald viel lauter Bäumen nicht.
Ja emotional ist es schwierig. Man gewöhnt sich so sehr an die Person dass es einem wehtut wenn man entscheiden muss ob die Reise für beide nun zu Ende ist.
Es ist unheimlich hilfreich eure Beiträge zu lesen. Vielen Dank!

24.09.2021 17:33 • x 3 #92



Entweder du pflegst mich oder es ist Schluss

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orange88

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Zitat von fitzgerald71:
Und das solltest Du Dir abseits von irgendwelchem Verantwortungsgefühl (auser zu Dir selbst- das hast Du nämlich auch) beantworten. Und magst Du ...


Ja stimmt, so habe ich das noch gar nicht betrachtet.

24.09.2021 17:36 • x 1 #93


orange88

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Zitat von Pinkstar:
Was gibt es da noch zum aufzeigen. Sie fühlt sich schaizze behandelt von ihm, was sie ja auch geschrieben hat in ihren Beiträgen und er dankt es ...


Ja richtig das Entgegenkommen fehlt. Vielleicht wenn er mir die Möglichkeit eingeräumt hätte mich zu erholen, sprich die Pflege anderweitig organisiert hätte, wäre es ja möglich dass ich irgendwann wieder bereit wäre wenn alles andere stimmen würde.
Das ist es ja was mich so stört und sprachlos macht dass er die Schiene führ ganz oder garnicht.
Vielleicht denkt er ich lenke wieder ein wenn ich Angst bekomme ich könnte ihn verlieren.
Es hat mich ehrlich gesagt auch überrascht, denn eigentlich dachte ich er würde mich lieben und falls was wäre man alles klären könnte. Gegenseitige Unterstützung.

24.09.2021 17:46 • x 1 #94


Cocolores


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Zitat von orange88:
sprich die Pflege anderweitig organisiert hätte

Nennt sich Verhinderungspflege. Jeder Pflegende braucht auch mal Erholung, deswegen bis zu 6 Wochen im Jahr möglich. Deswegen ja mein Hinweis, sich mal ausgiebig beraten zu lassen. Vielleicht ist ihm ja auch einiges gar nicht bekannt.
Zitat von orange88:
Vielleicht denkt er ich lenke wieder ein wenn ich Angst bekomme ich könnte ihn verlieren.

Da bin ich von überzeugt. Wenn nicht, warst Du ihm ziemlich wenig wert. Ich finde es eh schon mehr als grenzwertig, seine Wünsche mit Erpressung durchzusetzen.

24.09.2021 17:57 • x 4 #95


orange88

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Zitat von tina1955:
@orange88 Du hast zwar noch immer nicht geschrieben, wer nun bei wem wohnt, ob Du zu ihm gezogen bist? Ich nehme jedoch aufgrund der Diagnose an, er ...


Er war nett und ich wollte ihm Gesellschaft leisten. Es hat mir leid getan dass er in so einer Situation ist. Ich wollte ihn Einwenig retten. Ich wollte ein Zeichen setzen, dass es auch mit einer Behinderung klappen kann eine Gesunde auf Liebe basierende Beziehung zu führen.
Nach und nach haben wir uns mehr verstanden und hatten beschlossen zusammen zuziehen. Zur Zeit leben wir in seiner Wohnung. Meine Wohnung habe ich aber immer noch.
Ja Kinder wäre eine höhere Belastung gewesen. Ich dachte dass wenn es so weit ist er eine Lösung finden würde. Nun scheitert es schon an meinem Wunsch mal Abstand von der Pflege zu bekommen.
Wie ich unsere Beziehung in fünf Jahren sehen würde? Mmmmmhhh naja eigentlich dass jeder zufrieden ist und keiner zu etwas verpflichtet wird, aber der Herr hat ja andere Vorstellungen.

24.09.2021 18:03 • x 1 #96


orange88

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Zitat von tina1955:
Tetraplegiker ist schon eine schlimme Diagnose, nicht mal so einfach mit Rollifahrer zu vergleichen, wobei ich den Rollifahrer und seine Erkrankung ...


Ja es gibt verschiedene Formen und Ausprägungen. Es ist in der Tat nicht einfach.

24.09.2021 18:07 • x 1 #97


orange88

orange88


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@Anaria
Mittlerweile bin ich mir da nicht so sicher. Alleine wegen dem Ultimatum. Generell wenn ich wieder durchatmen könnte und alles Andere stimmen würde dann wäre ich denke ich schon bereit.

24.09.2021 18:15 • x 1 #98


DieDirekte


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"Nun scheitert es schon an meinem Wunsch mal Abstand von der Pflege zu bekommen."

Liebe orange88,

du bist nicht seine Retterin, Krankenschwester, Therapeutin, kostenlose Helferin, Sozialstation.

Du bist eine Frau, die wertvoll ist. Die ein normales Leben mit einer gesunden entspannten Beziehung verdient hat.

Bitte google mal unter dem Begriff "Co Abhängigkeit". Vielleicht hilft dir das weiter.

Und blicke auf dich, auf dein eigenes Leben. Mit einem Mann, der so rücksichtslos und ohne schlechtes Gewissen nehmend unterwegs ist, ist eine gesunde Beziehung einfach nicht möglich. Du gibst zu viel, viel zu viel. Bitte achte auf dich.

24.09.2021 18:18 • x 4 #99


orange88

orange88


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Zitat von DieDirekte:
"Nun scheitert es schon an meinem Wunsch mal Abstand von der Pflege zu bekommen." Liebe orange88, du bist nicht seine Retterin, Krankenschwester, ...

Vielen Dank für die lieben und warmen Worte.

24.09.2021 18:24 • x 2 #100


Hola15

Hola15


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Liebe orange,

Du bist erst um die 30 und kriechst jetzt schon auf dem Zahnfleisch. Nicht falsch verstehen, das ist kein Wunder und dein Wunsch nach Entlastung absolut legitim und gesund.

Bitte schlag dir als allererstes den Gedanken aus dem Kopf mit deinem Freund eine Familie zu gründen. Zumindest nicht, wenn du dann nicht für ein paar Jahre ausschließlich Kind(er) und Pflege - oder zwei andere Bausteine deiner Wahl- hast. Mutter sein ist kein Nebenjob.

Was deinen Freund angeht. Wenn er bei deiner Bitte nach Entlastung festgestellt hätte, dass er es "übersehen" hat, was du (unentgeltlich) leistet und das du klar entlastet wirst, dann hätte ich es mit viel, viel Augenzudrücken evtl. noch akzeptieren können.

Aber nach diesem Statement bleibt mir keine andere Leseart, als dass er mindestens sehr egoistisch wenn nicht ausbeuterisch ist.

Er hat ein schlimmes Schicksal aber das gibt ihm noch lange nicht das Recht dich so zu behandeln.

24.09.2021 18:58 • x 4 #101


tina1955


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@orange88 , erst mal vielen Dank für Deine Erklärungen zur derzeitigen Situation.
Ich kann mir durchaus vorstellen, dass es Dir schwerfällt, überhaupt noch einmal das Gespräch mit ihm zu suchen.
Du musst Dir keine Gedanken machen, versagt zu haben, die Voraussetzungen haben sich ja geändert und das im Prinzip zum großen Nachteil.
Ich habe bereits meine ehemalige Schwiegermutter im Alter gepflegt und da bin ich schon neben Vollzeitarbeit an meine Grenzen gestoßen, sowohl phsychisch als auch körperlich , also weiß ich, was Pflege einem abverlangt.
Wobei das auch nicht mit Deiner Leistung zu vergleichen ist, denn bei Dir ist es eventuell für die Ewigkeit und bei mir waren es nur 3 Jahre.

Ich würde an Deiner Stelle tatsächlich noch einmal ernsthaft das Gespräch mit ihm suchen und ihm auch erklären, wie Du Dich fühlst , von ihm vor diese Alternative gestellt zu werden, entweder Pflege oder Trennung. So geht man nicht mit einem Partner um, zumal Du ihm gegenüber zu Nichts verpflichtet bist.
Sein Verhalten Dir gegenüber ist einfach unempathisch, Du hast es nicht verdient, dass er so nichtachtend mit Dir umgeht.

Es gibt keinen Grund dazu, Dir selbst ein schlechtes Gewissen einzureden, dass Du der Situation nicht mehr gewachsen bist.
Du hast ein Recht auf ein glückliches Leben in Harmonie.

Was würdest Du Deiner besten Freundin empfehlen, wäre sie in der Situation?

Ich denke, sein Verhalten wird sich nicht ändern, er wird immer verbitterter und sturer.

Du lässt ihn auch nicht allein, von Rente und Pflegegeld wird er sich einen Pfleger leisten können.

Ich wünsche Dir alles Gute.

24.09.2021 18:59 • x 5 #102


Emma75


Da ich keine Behinderung habe, kann ich es vielleicht nicht so gut beurteilen, aber ich glaube, ich fände es total wichtig, Pflege und Liebesbeziehung zu entkoppeln.
Der Partner sollte doch bei einem sein, weil er einen liebt und nicht, weil der Partner Betreuung braucht.
Es geht ja auch nicht darum, dass Du Dich gar nicht mehr einbringst - aber vielleicht lässt sich in finanziell erträglichem Rahmen Entlastung schaffen - z.B. in dem einige Aufgaben der Pflege von anderen übernommen werden (professionelle Kräfte in Verbindung mit der Mutter?).
Hierzu müsste aber ein ergebnisoffenes Gespräch her - vielleicht mit einer Mediation?
Wenn Du eine klare Haltung vertrittst, so wie z.B. "ich liebe Dich als Mann und bin auch bereit, Dich im Alltag zu unterstützen aber die Aufgaben x, y, z möchte ich in Zukunft jemand anderem übergeben."
Ich stelle mir es sowieso sehr schwierig vor, körperliche Pflege zu übernehmen und trotzdem noch ein Liebespaar zu sein. Ich finde toll, dass Du den Schritt gewagt hast - auch wenn Du die Arbeit zunächst unterschätzt hast und jetzt die Kräfte ausgehen.
Wenn er gar nicht kompromissbereit ist, ist die letzte Konsequenz wirklich zu gehen. So schwer das auch ist.

24.09.2021 19:16 • x 2 #103


DonaAmiga

DonaAmiga


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@orange88
Zitat von tina1955:
Ich würde an Deiner Stelle tatsächlich noch einmal ernsthaft das Gespräch mit ihm suchen

Ja?
Ich nicht!
Warum noch?
Seine Meinung hat er doch eindeutig kundgetan! Punkt und aus.

Der Typ is'n @rsch, den braucht keiner!
@orange88 , nimm deine Klamotten, wünsch' ihm 'n schönes Leben und dann zackige Kehrtwende aufm Absatz und zurück in deine Wohnung und dein Leben. Punkt und aus.

24.09.2021 19:27 • x 4 #104


Hola15

Hola15


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Zitat von DonaAmiga:
@orange88 Ja? Ich nicht! Warum noch? Seine Meinung hat er doch eindeutig kundgetan! Punkt und aus. Der Typ is'n @rsch, den braucht keiner! @orange88 ...

Finde ich auch. Er war doch da ganz klar und eher "geschäftsmäßig". Außerdem hat sie ihm ja die letzten Monate schon drauf aufmerksam gemacht. Liebend und emphatisch geht anders.

24.09.2021 19:30 • x 1 #105



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