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Entweder du pflegst mich oder es ist Schluss

orange88

orange88

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Hi,
seit 2, 5 Jahren bin ich mit meinem Freund zusammen. Er sitzt im Rollstuhl. Seine Pflege hat früher ein Elternteil übernommen. Seit 2 Jahren habe ich mich um alles gekümmert. Nach und nach ist es mir Zuviel geworden, denn neben dem Vollzeit Arbeiten Investiere ich ungefähr um die 25 Stunden in der Woche für die Pflege plus Haushalt.
In den letzten Monaten kam es auch schon zu Sprache dass ich nicht mehr kann und wir uns was überlegen müssen.
Seit paar Wochen ist das Gefühl wieder da. Körperlich und seelisch bin ich am Ende. Seine Aussage war dann ok dann machen wir Schluss. Er sagt dass er jemanden braucht der das alles übernimmt ansonsten hätte eine Beziehung ohne Pflegebereitschaft keinen Sinn für ihn.
Dies zeigt mir aber dass er mich gar nicht liebt, sondern es einer Zweckgemeinschaft gleicht.
Vielleicht denkt er auch wenn ich das nicht übernehmen möchte dass ich ihn nicht genug liebe.
Eine Kraft von außerhalb kommt bei ihm auch nicht in Frage finanziell gesehen.
Entweder mache ich das oder wieder einer seiner Elternteile.
Ich spüre dass es nicht fair gegenüber mir ist und auf der anderen Seite habe ich auch Zweifel einen Schlussstrich zu ziehen.
Vielleicht brauche ich auch eine Bestätigung von außerhalb, denn ich kann mit keinem drüber reden der neutral die Sache begutachtet.

Danke für das Lesen und liebe Grüße

24.09.2021 11:38 • x 3 #1


unbel Leberwurs.


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Zitat von orange88:
sagt dass er jemanden braucht der das alles übernimmt ansonsten hätte eine Beziehung ohne Pflegebereitschaft keinen Sinn für ihn.

Na dann würde ich ihm viel Spass bei der Suche nach einer solchen Person wünschen und gehen.

24.09.2021 11:55 • x 20 #2



Entweder du pflegst mich oder es ist Schluss

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NurBen


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Zitat von orange88:
Körperlich und seelisch bin ich am Ende.

Diese Warnzeichen sollte man ernst nehmen. Sonst ist man irgendwann total ausgebrannt.

Zitat von orange88:
Seine Aussage war dann ok dann machen wir Schluss. Er sagt dass er jemanden braucht der das alles übernimmt ansonsten hätte eine Beziehung ohne Pflegebereitschaft keinen Sinn für ihn.

Ich kenne ihn nicht. Würde aber sagen, dass seine Aussage nicht so gemeint war. Es kann der Frust sein oder dass er das Gefühl hat, dass er lediglich ein Klotz an deinem Bein ist.
Natürlich muss eine gewisse Pflegebereitschaft vorhanden sein, keine Frage... Das bedeutet aber nicht, dass du dein Leben für ihn aufgeben musst.

Zitat von orange88:
Eine Kraft von außerhalb kommt bei ihm auch nicht in Frage finanziell gesehen.
Entweder mache ich das oder wieder einer seiner Elternteile.

Da muss natürlich ein Kompromiss her. Warum sollte das überhaupt einer alleine machen.
Vielleicht gibt es die Möglichkeit es aufzuteilen. Vielleicht hilft ein Gespräch mit der Mutter. Vielleicht lässt sich so auch eine Pflegekraft involvieren.

24.09.2021 11:57 • x 6 #3


Doppelherzchen


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Hallo, liebe TE,

dein Partner möchte sich also trennen, wenn du es nicht mehr schaffst, ihn zu pflegen? Ich würde das als Erpressung empfinden und mir auch die Frage stellen, welchen Wert ich bei ihm habe, bzw. welche Rolle ich erfüllen soll. Die Rolle der Krankenschwester, die um ihn kreist? Ich möchte, dass man mich in erster Linie als Partnerin sieht. Du auch?

Habt ihr euch so schon kennengelernt, saß er da schon im Rollstuhl? Ich finde, er mutet dir da ganz schön viel zu. Ohne Rücksicht auf deine Bedürfnisse und Befindlichkeiten. Ich käme mir ausgenutzt vor.

24.09.2021 11:58 • x 19 #4


Angi2


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@orange88 Warum macht du das mit?

24.09.2021 12:02 • x 2 #5


Camaro


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Hallo,
mir drängt sich da die Frage auf, ob das jetzt erst zur Sprache kam oder schon vorher?
Zitat von orange88:
In den letzten Monaten kam es auch schon zu Sprache dass ich nicht mehr kann und wir uns was überlegen müssen.

Meiner Meinung nach überlege ich doch vorher, wie sich die Pflege etc. gestaltet und was auf mich zukommt bzw. zukommen kann/könnte.
Siehe hier.
Zitat von orange88:
seit 2, 5 Jahren bin ich mit meinem Freund zusammen.

Das kam ja sicher nicht von jetzt auf gleich.
Wieso also hast du das so lange übernommen?
Oder habe ich das missverstanden?
Zitat von orange88:
Eine Kraft von außerhalb kommt bei ihm auch nicht in Frage finanziell gesehen.

Da würde ich aber noch einmal bei der zuständigen Krankenkasse nachhaken und mir auch an anderen Stellen dazu Informationen einholen.
Sicher gibt es Pflegegradeinstufungen, Zuschüsse und Hilfsangebote.

24.09.2021 12:03 • x 5 #6


Brightness2


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Zitat von orange88:
Seit 2 Jahren habe ich mich um alles gekümmert.

Was war denn der Abstoß dazu, dass du nach einem halben Jahr Beziehung begonnen hast, dich um alles zu kümmern?
Zitat von orange88:
Investiere ich ungefähr um die 25 Stunden in der Woche für die Pflege plus Haushalt.

Zitat von orange88:
Seine Aussage war dann ok dann machen wir Schluss.

Lebt Ihr schon zusammen, sind Pflege plus Haushalt zu deinem Hauptjob dein persönliches "Liebesinvest" oder bekommst du auch eine Gegenleistung in irgendeiner Form?
Zitat von orange88:
Dies zeigt mir aber dass er mich gar nicht liebt, sondern es einer Zweckgemeinschaft gleicht.

Aus seiner Sicht ist ja der "Zweck" dieser Gemeinschaft recht klar definiert, was ist für dich der "Zweck"? Lebst du ein Helfersyndrom aus, bist du über alle Augen und Ohren verliebt und nährst dein persönliches Glück aus seiner Dankbarkeit -die gerade nicht klar aus deinen Worten herauskommt-, wo ist der Mehrwert für dich? Bekommst du das Pflegegeld?
Zitat von orange88:
Entweder mache ich das oder wieder einer seiner Elternteile.

Du schaffst es nach eigenen Angaben -verständlicherweise- nicht mehr, es macht dich mental fertig und physisch kaputt. Da ist die Antwort sachlich recht leicht. Entweder Eltern oder es müssen finanzielle Mittel aufgebracht werden, um ihn anderweitig versorgen zu lassen. Weißt du, woher der Anspruch deines Freundes kommt, die Selbstverständlichkeit, sich von der Liebespartnerin versorgen zu lassen? Warum lässt du dich darauf ein?
Wie gestaltet sich eure Liebesbeziehung, wie sieht euer partnerschaftliches Leben abseits der Pflege aus?

24.09.2021 12:07 • x 5 #7


Doppelherzchen


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Zitat von NurBen:
Ich kenne ihn nicht. Würde aber sagen, dass seine Aussage nicht so gemeint war. Es kann der Frust sein oder dass er das Gefühl hat, dass er lediglich ein Klotz an deinem Bein ist.

Das könnte auch sein. Vielleicht auch die Angst, dass er verlassen wird und es dann lieber selbst beschleunigt. "Trennen bevor der andere sich trennt."

Ist jetzt also die Frage, wie sich die Partnerschaft sonst so gestaltet und wie er sich ihr gegenüber verhielt, bevor er auf sie angewiesen war.

24.09.2021 12:11 • x 3 #8


orange88

orange88


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Zitat von Angi2:
@orange88 Warum macht du das mit?


Gute Frage.

24.09.2021 12:12 • x 1 #9


NurBen


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Hast du denn mal mit der Mutter gesprochen. Vielleicht kann die ihm ins Gewissen reden oder hat den ein oder anderen Vorschlag.
Schließlich geht es ja nicht darum, dass du dich gar nicht darum kümmern willst, sondern lediglich Entlastung brauchst.

24.09.2021 12:15 • x 1 #10


Yosie


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Zitat von orange88:
Dies zeigt mir aber dass er mich gar nicht liebt, sondern es einer Zweckgemeinschaft gleicht.


Ja genauso wirkt dein Text auch. Für deinen Freund bist du die Pflegekraft, und nicht die Partnerin. Wäre es anders, würde er deine Belastung ernstnehmen,
und genau dies auch gar nicht wollen. Liebe zu dir seinerseits sehe ich nicht.

24.09.2021 12:15 • x 5 #11


Anaria

Anaria


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Darf ich fragen welche Pflegestufe er hat und wer das Pflegegeld kassiert? Wenn du in etwa 25h pro Woche für die Pflege aufwendest, steht dir zumindest ein Anteil zu.

Natürlich sollte in einer Partnerschaft, einer für den Anderen da sein, besonders in Notzeiten. Ich nehme mal an, du hast ihn erst kennengelernt als er schon im Rollstuhl saß? Wenn ja, dann hast du dich ja bewusst entschieden, dein Leben mit einem Menschen zu teilen der - sagen wir mal so - immer einen erhöhten Betreuungs/Pflegebedarf haben wird.

Das bedeutet aber nicht, dass du dich bis zur Selbstaufgabe nun aufopfern musst. Wenn es dir zuviel wird, dann musst und darfst du das auch Äussern. Dann muss eine andere Aufgabenverteilung her, dass entweder eine Pflegekraft mit einspringt, oder die Eltern dir einen Teil der Arbeit abnehmen.

So wie du jetzt deine Beziehung geschildert hast, die Anspruchshaltung, die Drohung dann die Beziehung zu beenden, hört es sich tatsächlich nach einer Zweckgemeinschaft FÜR IHN an. Den Aspekt würde ich nun als erstes klären, denn bei so einer Kontellation wäre ich tatsächlich umgehend raus.

24.09.2021 12:18 • x 4 #12


Brightness2


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Zitat von orange88:
Gute Frage.

Nur mal als Hinweis. Solch einsilbigen "nicht-Antworten" führen in der Regel in wilde Spekulationen, an deren Ende der oder die TE häufig frustriert aus dem Trend flieht. Solltest du dich einfach mal ausk.tzen wollen, ohne fundierte Ansätze ist das natürlich auch ok. Darf dann aber auch so gekennzeichnet werden.

Just saying...

24.09.2021 12:22 • x 4 #13


Pinkstar

Pinkstar


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Zitat von orange88:
Vielleicht brauche ich auch eine Bestätigung von außerhalb, denn ich kann mit keinem drüber reden der neutral die Sache begutachtet.

Hallo orange,

und sorry, das ist ein Ar.! Rolli hin oder her, keiner darf einen Menschen für sich behalten, nur damit er gepflegt wird.

Er hat die Möglichkeit, Pflegedienst zu beauftragen, auch kann er gerne in Betreutes Wohnen gehen.

Ich bin selber krank und würde niemals von einem Menschen erwarten, mich zu pflegen, nur weil ich krank bin. Finde das sehr egoistisch von ihm! Du bist nicht seine Pflegekraft!
Ich hab Pflegegrad, Pflegedienst, eine Therapeutin, die mich wöchentlich besucht und einen Betreuer. Ich sitz zwar nicht im Rolli, aber sollte das vielleicht mal passieren (MS) dann hol ich mir Hilfe von aussen. Mein Partner muss mich lediglich einfach nur lieben, wie ich bin und mehr nicht!

Da wäre bei mir wirklich der Ofen dann auch aus. Du hast was besseres verdient, als so einen charakterlosen Menschen!

L G Pinkstar

24.09.2021 12:25 • x 3 #14


tina1955


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@orange88 ich frage mal ganz direkt.
Du hast Dich in einen (Deine Worte) Rollstuhlfahrer verliebt...
Du wusstest, dass er auf Hilfe angewiesen ist und warst ja sicher damit einverstanden, dass sich die Eltern zurück gezogen haben.
Mir stellt sich die Frage, nach der Pflegestufe, allein schon davon ließe sich eine Unterstützung im Haushalt finanzieren.
Wenn er Dich selbst nicht auch unterstützten kann, muss er ja seine Arme nicht mal bewegen können, denn Waschmaschine bedienen, Trockner bestücken, Geschirrspüler ein-und ausräumen ginge auch vom Rollstuhl aus. Ebenso kann auch vom Rollstuhl aus, ein Staubsauger bedient werden.

Es wäre schön, wenn Du etwas mehr zu der Einschränkung schreiben könntest, dann kann man Dir hier vielleicht noch besser raten.

24.09.2021 12:28 • x 4 #15



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