Zitat von gabehcuod: Meine Liebe, kann es sein, dass Du Therapiezimmer und Forum irgendwie durcheinanderbringst?
Bei allem Respekt, aber den Schuh darfst du dir gerne selber anziehen, denn ich kenne niemanden in diesen Forum, der so den Psychologen raushängen lässt wie du. Ich lese selten was von dir, was persönlich ist, dafür aber Zitate aus irgendwelchen Fachbüchern, Fernanalysen und (für meinen Geschmack) übertrieben gestelzte Texte über psychische Defizite anderer.
Das ist auch sicherlich manchmal hilfreich, interessant und trifft den Punkt. Aber für den Otto-Normal-User nicht greifbar.
Zitat von gabehcuod: BTW: Gute Therapeuten/innen verlieren niemals die professionelle Distanz, in dem sie mit Patienten auf Schmusekurs gehen, sie mit Empathie überschütten und sich vorbehaltlos mit ihnen solidarisieren. Wenn mir die Fähigkeit zur Konfrontation verlorengeht, ist das ein Fall für die Supervision.
Hier bin ich nicht Therapeutin, sondern eine Userin (mit etwas Fachwissen), die auch irgendwann mal in diesem Forum gelandet ist aufgrund einer unglücklichen Liebesgeschichte . Schon allein deshalb könnte und würde ich hier nicht mit professioneller Distanz anfangen. Wir sind hier auf Augenhöhe.
ABER dennoch: Empathie und professionelle Distanz schließen sich keineswegs aus.
Das erinnert mich an eine Story: Patientin war ein halbes Jahr in psychotherapeutischer Behandlung. Sicherlich war er kompetent, aber sie konnte auf Grund seiner professionellen Distanz (die für sie leider zu groß war) kein Vertrauensverhältnis aufbauen und war nach jeder Sitzung extrem frustriert, da sie sich nicht öffnen konnte, es aber wirklich wollte. Sie war aber froh, mich zu haben, Weil ich lt. ihrer Aussage ihr mehr weiterhalf als er (ihr war zB wichtig sich selbst zu verstehen). Und ich kann sagen, dass meine Patienten bei mir nicht geschont werden und ich viel Wert auf Mitarbeit lege.
Ebenso eine andere Patientin. Schwer traumatisiert, muss bei mir oft über ihren Schatten springen und wirklich sehr mit sich kämpfen. Dennoch sind ihr unsere Termine enorm wichtig, weil sie bei anderen Therapeuten die Erfahrung gemacht hat, dass diese nur über sich reden, nicht empathisch genug waren und sie nicht gesehen, dafür aber belehrt wurde.
Zitat von gabehcuod: Ich weiss grade nicht, ob mich das trösten oder zum Lachen bringen soll.
Vllt zum Nachdenken.
Zitat von gabehcuod: Mir scheint allerdings auch, dass die TE der Meinung ist, dass sie ein irgendwie codifiziertes Recht dazu hätte, diese Gründe erfahren zu müssen und dafür jede sich bietende Gelegenheit nutzt.
Selbst wenn sie denkt, sie hätte ein Recht darauf (wobei ich denke dass sie nicht fernab der Realität ist), dann wurde ihr ja nun oft genug hier erklärt, dass dem nicht so ist.
Zitat von gabehcuod: Und das ist gerade hier der richtige Ort dazu?
Offensichtlich nicht. Aber dann darf man sich auch nicht über fehlende Infos wundern.
Zitat von gabehcuod: Da kannst Du sicher sein, dass mir in einem wirklichen therapeutischen Setting noch so einiges einfallen würde.
Ich bin mir lediglich der Möglichkeiten und vor allem Grenzen dieses Mediums hier bewusst.
Verstehe. Aber das ist auch schade.
Zitat von gabehcuod: Wenn ich meine Approbation behalten will - Nein!
Nicht jede Befindlichkeitsstörung ist gleich ein Fall für die Kostenübernahme.
Reden wir hier aneinander vorbei? Mir geht es doch gar nicht um den Kostenträger, sondern darum, dass in einer Sitzung nicht sofort alles besprochen und geklärt werden kann, wie manche User es sich hier vorstellen.
Zitat von gabehcuod: Und das war eine bewusste Entscheidung, über deren Hintergründe ich mir durchaus Gedanken machen darf.
Du darfst sie sogar formulieren, allerdings vielleicht in Richtung der Te und (das musst du natürlich nicht annehmen, ist nur Feedback) vielleicht mit etwas mehr Augenhöhe.
Zitat von gabehcuod: Und ich wieder beim Unterschied zwischen Forum und Therapiezimmer.
Schade dass du es so wahrnimmst.