Zitat von Miriam93: Ja genau. Er hat 2x die Woche Training. Wie du geschrieben hast: Tasche packen nach der Arbeit und los.
Aber was ist an den übrigen 3 Tagen der Woche abends? Oder am Samstag / Sonntag, wenn mal kein Spiel ist… selbst da passiert von seiner Seite aus ja nicht viel, außer Schreiben.
Kommt darauf an, welche Liga / Staffel er spielt. Fußball ist da wirklich nicht gleich Fußball.
😉 Ich versuch es dir mal anhand meiner Erfahrungen zu erklären:
Mein Mann spielte damals, als wir uns kennengelernt haben, "nur" Holzklasse.
😅 Da war es vergleichsweise noch recht entspannt: 2x die Woche Training und - bis auf ein paar wenige Ausnahmen - sonntags Spiel. Die Anfahrtswege waren kurz, weil eben alles regional war.
Dazu kam aber trotzdem schon am Anfang der Saison die Vorbereitungsphase mit zusätzlichen Trainingseinheiten sowie Test- und Freundschaftsspielen. Danach ging es in die normale Saison, wo eigentlich jeden Sonntag ein Spiel anstand. Und es gab eine ca 3 monatige Winterpause.
Zusätzlich gab es noch Pokalspiele - kannst du dir vom Prinzip her ähnlich vorstellen wie den DFB-Pokal. Das waren dann zusätzliche Spieltage unter der Woche, meist mittwochs oder donnerstags. Bei meinem Mann war zwar meistens nach Runde 1 oder 2 Schluss, aber trotzdem waren das zusätzliche Termine.
Und selbst bei "nur" Holzklasse hatte ich teilweise schon das Gefühl: Der komplette Wochenrhythmus richtet sich nach Fußball.
Jetzt mal zum Vergleich mein jüngster Sohn:
A-Jugendspieler (U19) Landesstaffel. Das ist nochmal eine ganz andere Nummer.
3x die Woche Training ist Usus. Zusätzlich mehrmals die Woche Krafttraining im Gym. Sehr lange Anfahrwege zu den Spielen.
Vor Saisonstart mehrtägiges Trainingslager, Test- und Freundschaftsspiele bis zum Abwinken.
Während der Saison zusätzlich Pokalrunden (alle paar Wochen nochmal ein zusätzliches Spiel).
In der "Winterpause" mehrere Hallenturniere, weitere Testspiele usw. Wirklich komplett spielfrei ist er vielleicht zwischen Weihnachten und Neujahr.
Du siehst also....Es kommt extrem darauf an, wie ambitioniert und in welcher Liga gespielt wird. Für Außenstehende wirkt das oft erstmal "Der hat doch nur zweimal Training", aber faktisch bestimmt Fußball bei vielen wirklich den kompletten Wochenrhythmus und oft auch den Freundeskreis und das Sozialleben mit.
Deshalb wäre tatsächlich schon interessant zu wissen, in welcher Liga / Staffel deiner spielt. Das sagt oft schon viel darüber aus, wie sehr Fußball bei ihm Lebensmittelpunkt ist.
Aber unabhängig davon bleibt natürlich trotzdem die Frage, ob er bereit ist, dir ein Stück weit entgegenzukommen und bewusst Raum für euch zu schaffen. Denn genau daran merkt man am Ende dann doch, wie wichtig jemandem eine entstehende Beziehung wirklich ist.
Zitat von Miriam93: Mal ausgenommen, dass er Männertag wegfährt - das war langfristig geplant und ist ja auch absolut okay für mich. Nur steht dann schon wieder Geburtstag an nach der Rückkehr und dann Fußball.
Wir sind ja aktuell auch nicht in der Phase, wo ich mir ein Spiel mit anschauen würde. Denn das ist für mich auch kein effektives Zeit miteinander verbringen.
Warum gehst du nicht tatsächlich einfach mal bei einem Spiel vorbei?
🤔 Gar nicht unbedingt im Sinne von: „Jetzt verbringen wir romantisch Zeit zu zweit.“ Sondern eher, um mal ein Gefühl für seine Welt zu bekommen.
Dort lernst du oft auch schnell die anderen Spielerfrauen/Freundinnen kennen und kommst mit ihnen ins Gespräch. Und glaub mir: Da erfährt man teilweise aus erster Hand, wie so ein Fußballalltag wirklich aussieht.
Der Zusammenhalt unter den Frauen ist in der Regel tatsächlich oft ziemlich eng, weil man letztlich alle irgendwo im selben Boot sitzt. Man wartet gemeinsam am Sportplatz, verbringt Sonntage dort, kennt diese "Fußball bestimmt den Wochenplan"-Thematik und tauscht sich viel aus.
Und für dich könnte das vielleicht auch helfen, besser einzuschätzen:
Ist das einfach wirklich sein normaler Fußballalltag? Oder nimmt er sich tatsächlich ungewöhnlich wenig Zeit? Man versteht viele Abläufe nämlich oft erst richtig, wenn man das Ganze einmal live miterlebt hat.
Zitat von Miriam93: Tatsächlich bin ich mir der Tragweite von der Fußball-Geschichte offenbar nicht bewusst. Deine Erklärung lässt mich aber etwas darauf blicken. Und nein, ich kann mir kein Leben am Rand des Fußballfeldes vorstellen und dass das meine Beziehungsaktivität am Wochenende ist
Dann ist das eigentlich schon eine ziemlich ehrliche und wichtige Erkenntnis von dir.
Wenn du jetzt schon merkst und auch klar spürst. - Ein Leben am Rand des Fußballfeldes ist nichts für dich, dann ist das völlig legitim. Dafür muss man sich auch nicht verbiegen oder hoffen, dass es sich irgendwann schon einpendelt.
Ich würde dir da ehrlich sagen: Dann wäre es an deiner Stelle tatsächlich fair und konsequent, das Kennenlernen jetzt zu beenden, bevor sich noch mehr entwickelt, das später genau daran scheitert.
Nicht, weil er falsch ist oder kein Interesse hätte sondern einfach, weil es von den Rahmenbedingungen her nicht zu dem passt, was du dir für dein Leben und deine Wochenenden vorstellst.
Und wenn die Antwort jetzt schon eher ein klares Nein ist, dann ist das eine sehr ehrliche und gesunde Entscheidung.
