Liebe Jeanny und alle anderen,
ja, es ist schade, dass es hier so ruhig geworden ist. Ich nehme an, dass momentan jede/r so mit seiner Trauer & Verarbeitung beschäftigt ist (ihr vielleicht. auch gleichzeitig nicht mehr Raum geben möchte als unbedingt nötig?) und/oder kein Licht am Ende des Tunnels sieht, Stillstand, neue Erkenntnisse, die erst sacken müssen, zu erschöpft oder einfach die Nase voll hat von dem so vereinnahmenden Riesenrattenschwanz 'Trennung'. Wir liegen zeitlich etwa alle gleich was unsere Trennungen angeht - ich hoffe, wir begleiten uns noch ein ganzes Stück auf unserem Weg.
Zitat von Jeanny80:Nealisa,
jetzt nochmal zu dir.
Schön mal wieder etwas von dir zu hören, und keine Sorge, du kannst jederzeit erzählen wie es dir geht und mach dir keine Sorgen, wie es uns geht.
Jeder empfindet doch seinen Schmerz als den Stärksten und Schlimmsten. bitte nicht falsch verstehen, ich würde mir niemals anmaßen zu behaupten, ich leider schlimmer/stärker als ihr, wenn das jemand so auffasst bitte nicht, das ist so absolut nicht gemeint! ich respektiere jede von euch und habe kein interesse an einem wettbewerb á la 'wer leidet am meisten?'Vergleiche das doch bitte nicht mit Leuten, die ein anderes Schicksal haben. Klar ist ein, ich nenne es jetzt mal "normaler" Liebeskummer, nicht mit dem Tod des Partners vergleichbar, aber es ist doch schlimm genug für die Person, die es betrifft. Stell deine momentanen Gefühle nicht hinten an und tue sie schon mal gar nicht als "weniger wert" ab.
Schlimmer geht's immer!
Danke Dir!
Man sagt ja immer, man soll sich nicht vergleichen (egal, ob Ex, Neue, Kollegen, Freunde, Geschwister etc.). Schwierig, wenn einem der Teufel auf der Schulter was anderes zuraunt. Ich hab' dem jetzt mal ordentlich eine eingeschenkt (mit Deiner Hilfe), der A. hat mich schon so viel negativ in meinem Leben beeinflusst!Ich wollte noch etwas zum Telefonat mit seiner Mutter sagen.
Ich kann nachvollziehen, dass du irgendeine Reaktion von deinem EX herausforderst.
Aber du solltest dich wirklich fragen, was du unterm Strich davon hast, wenn es sich zB. bei dir meldet, weil es von seiner Mutter etwas erfahren hat.
Du tust dir damit keinen Gefallen, denn jede Reaktion von ihm ist nur höfflich gemeint.
Du möchtest aber sicherlich nicht, das es Mitleid für dich empfindet, oder?
Du musst versuchen ihn abzuhacken. Ein Leben ohne ihn zu leben. Egal was du machst oder tust, du solltest nicht denken, was er dazu sagen würde.
Ich erwische mich auch ab und zu dabei, dass ich denke, was mein Ex davon halten würde. Aber sind wir doch mal ehrlich, es ist ihnen doch egal und es muss doch für uns passen.
Wir müssen das tun, was wir in dem Moment für richtig halten.
Ich hoffe du verstehst was ich meine, und das es überhaupt nicht böse gemeint ist.
Aber versuche dich von ihm abzunabeln. Er beeinflusst indirekt dein Handeln.
Lass das nicht zu.
Puh, Jeanny, das ist echt hart! Aber wahr. Vielen Dank für's Kopf zurecht rücken!
Allerdings muss ich ihn in einer Sache in Schutz nehmen. Ich denke nicht, dass ich ihm f. egal bin. So ein Mensch ist er nicht. Und das macht es ja umso schwieriger. Liebe Grüsse
Jeanny
Nachdem ich gestern einen Heul-Tag hatte und heute morgen das Gleiche von vorne los ging (die verdammte Fassenachtsszeit!) hab' ich mich krank schreiben lassen. Ich bin bis Freitag AU. Auf der Arbeit lenkt mich nicht's ab, im Gegenteil ich denke verstärkt an ihn (die gleiche Leier, ich hab' den Job bei ihm für diesen gekündigt).
Mein Hausarzt meinte, jede kleinste Erinnerung an ihn traumatisiert mich (stimmt, im Wartezimmer was gelesen, was ich mit ihm und meinem Job bei ihm verknüpfe. Tränen) und ich muss endlich anfangen, zu verarbeiten. Ich soll eine Pro/Contra-Liste der Beziehung schreiben um mich damit auseinander zu setzten. Früher hab' ich seitenweise Tagebuch geschrieben, seit der Trennung habe ich nicht ein Wort für mich zu Papier gebracht (außer für mein 'Nach-der-Trennung-Gespräch' mit meinem Ex). Ich hab' eine Vermutung, woran das liegt. Erst in der Klinik fange ich damit an, alleine bin ich nicht stabil genug.
Mein Hausarzt hat mich sogar umarmt, mir den Kopf gehalten und gesagt, es gibt sicher andere Menschen in ihrem Leben, die sie lieben und für sie da sind. Das war sehr tröstlich (und in der Folge tränenreich, mal wieder).
Mich ärgert, dass mein neuer Chef mich so kennen lernt, so oft krank wie ich seit der Anstellung bin war ich in den letzten 10 Jahren nicht. Ok, die OP trägt den Hauptteil, aber das ist nicht mein reguläres Arbeitnehmerverhalten. Ich arbeite eigentlich gerne, gewissenhaft und eigenverantwortlich. Trifft im Moment wenig zu. Und doch ist es mir irgendwo f. egal, ich will den Job nicht, ich will dort nicht arbeiten. Ich will endlich meine Therapie beginnen um mich zu stärken und wieder in meine Branche zurück! Mein schlechtes Gewissen meinem Chef gegenüber macht mir noch zusätzlich zu schaffen.

Aber das zeigt mir nur, dass ich keine faule Socke bin sondern ernsthaft für mich sorgen muss. Der Zeitpunkt ist jetzt richtig, wenn auch auf dem Rücken meines Chefs. Das tut mir ehrlich leid
Fühlt' euch alle gedrückt
