Zitat von Lisa342:Wie gesagt es fällt mir schwer meine Gefühle auszudrücken und ich reagiere bei Verletzungen damit, dem anderen die Schuld zuzuweisen.
Das ist natürlich nicht das was ich bewusst machen möchte, aber es gibt so viele, die so reagieren, quasi eine Abwehrhaltung.
Es geht aber nicht um viele, sondern hier gerade um Dich. Wir sind hier ein anonymes Forum, Du brauchst nicht zu relativieren.
Leute, die eine solche Abwehrhaltung haben, und die Schuld für ihre Fehler immer bei anderen suchen, meide ich privat sehr bewusst. Warum? Weil ich sonst die nächste bin, die an irgendwas schuld ist, wo ich gar nicht weiß, was mich trifft.
Hast Du Dich mal damit auseinander gesetzt, warum Du Deine Gefühle nicht ausdrücken kannst?
Warum Du dann in eine Abwehrhaltung gehst und die Schuld bei anderen suchst?
Letztlich kannst Du nur wachsen, wenn Du möglichst objektiv Deine eigenen Fehler und Baustellen erkennst und daran arbeitest. Wenn immer nur die anderen Schuld sin, hättest Du ja keinen Grund, an Dir zu arbeiten. Kannst aber so eben auch nicht aus Situationen lernen und an ihnen wachsen. Was Dich vermutlich immer mehr verunsichert. Und da beißt sich die Katze in den *beep*. Den Kreis musst Du durchbrechen.
Zitat:Ja ich wollte ihn schon noch, nur nicht die Umstände unter denen die Beziehung lief
Dass mit dem zu wenig Zeit scheint ja nur vorübergehend gewesen zu sein. Wenn jemand in der Familie verstirbt muss ja einiges rechtliches geklärt werden, einiges organisiert werden, ggfls ein Haushalt aufgelöst werden - und da bin ich noch nicht bei dem emotionalen Thema der Trauerarbeit angelangt. Die heißt nicht umsonst "Arbeit" - es ist anstrengend.
Konntest Du Dich da nicht einige Zeit zurücknehmen und warten? Ich mein, es waren 3 Monate - nicht 3 Jahre, in denen er wenig Zeit hatte.
Du hast geschrieben, ihr habt Euch so 2x die Woche gesehen.
Was wäre denn für Dich ausreichend gewesen?
Zitat:Das ist es auch, wie ich bereits in meiner ersten Fragestellung erwähnt habe.
Ist leider darauf zurückzuführen, dass mein Vater ein manipulativer Lügner war und auch aggressiv zu seinen Partnerinnen. So wünsche ich mir unterbewusst einen Mann der mich ähnlich schlecht behandelt, dominant ist und mir sagt wo es lang geht.
Du hast einen Ansatz gefunden, das ist gut.
Allerdings bist Du kein hoffnungsloser Skla. Deiner Vergangenheit. Du bist als mündiger Mensch in der Lage, ungutes Verhalten von Dir zu erkennen und zu unterbinden. Wenn es Dir allein (noch) nicht gelingt, Muster zu durchbrechen, dann wäre eventuell eine professionelle Hilfe eine Idee.
Denn so wie Dudas schreibst bist wieder nicht Du für Dein Tun verantwortlich.
Sondern der Freund, der zu wenig Zeit nimmt. Und der Vater, der anscheinend ein *rsch war.
Dafür kannst Du nichts. Aber für Dein Verhalten kannst Du was. Denn das sind Deine Entscheidungen so zu handeln, wie Du handelst.
Deine Verantwortung.
Zitat:Ich will mich ändern und die Frage ist, ob es mit diesem Mann jetzt unter den Umständen noch eine Zukunft haben kann und wenn ja wie.
Nicht wollen. Tun. Anfangen. Noch heute.
Ob es noch eine Chance mit ihm hat weiß ich nicht. 3 Monate sind recht kurz, dafür gabs viel Streß. Um es bildlich auszudrücken: die zarte Pflanze der Liebe hast Du nicht nur gewässert, sondern bist auch in schöner Regelmäßigkeit drauf getreten.
Ob sie das überlebt hat, klein und jung wie sie war, weiß ich nicht.
Aber falls sie es überlebt hat sind Deine besten Chancen immer noch: arbeite an Deinen Baustellen.