Zitat von Arnika:@E-Claire Sieht man ja hier ganz besonders. Wer es wirklich lang in der Zweisamkeit schafft, scheitert meist nach magischen 20 Jahren. Das ist genau die maximale Zeitspanne von der arrangierten Verheiratung bis zur Bahre im ursprünglich heiligen Stand der Ehe. Heute sollst du es 3mal so lang und 30mal romantischer ...
Nun, zumindest die Scheidungsraten untermauern das nicht. Auch in meinem gesamten, weit erweitertem
Umfeld, bestätigt sich die These nicht.
Für mich ist auch nicht eine Beziehungsart und deren Besonderheiten entscheidend, sondern wie damit umge-
gangen wird, dass uneingeschränkt für beide LP gut lebbar und richtig ist und die Beziehung/Ehe mit zueinander
stehen, liebevoll, ehrlich, offen, loyal und nichts tun was dem LP weh tut oder gar schadet, gelebt wird.
Richtig ist, dass Polyamor oder in einer offenen Beziehung/Ehe leben eine Bereicherung sein kann. Richtig ist
aber auch, je mehr Menschen zusätzlich involviert sind, das oft nicht einfacher ist, oder gar das genaue Gegen-
teil eintreten kann.
Die Exklusivität wird bei einer offenen BZ und Polyamor eingetauscht gegen Beliebigkeit und ein zurück in eine
vormals monogame BZ/Ehe ist meist nicht mehr so einfach möglich. Die offene Beziehung und noch viel weniger
Polyamor haben sich in unserer Gesellschaft durchgesetzt. Und das hat natürlich seine Gründe. So können
gesundheitliche Risiken, vor allen Dingen in einer Pandemie, und das Risiko einer ungewollten Schwangerschaft
(nicht vom LP) nicht gänzlich ausgeschlossen werden.
Ich finde, jeder erwachsene Mensch sollte und kann für sich entscheiden wie er und in welcher Beziehungsart er
leben möchte. Das sollte akzeptiert oder zumindest toleriert werden, solange niemand anderes geschädigt, ver-
letzt oder benannte Grenzen verletzt werden.