Zitat von Mietzimaus:Ich kann mir einfach nicht vorstellen, dass das alles nur auf den Alk. zurückzuführen ist. Sicher, seine Probleme hängen ziemlich sicher mit dem zusammen, was er durchgemacht hat und erlebt hat. Ich kenne nur Bruchstücke aus seinen Erzählungen und die reichen mir schon.
Aber ich sehe meine eigene Co-Abhängigkeit nicht wirklich. Das ist ja das was ich meine: Ich fühle mich nicht so, als hätte das Schäden bei mir hinterlassen. Bei ihm wusste ich ja irgendwann "Oha da stimmt was ganz gewaltig nicht" und hatte Hoffnung, dass der Auszug bei seiner Mutter das regelt, dass er für sich auf die Beine kommt. Aber scheinbar war das ein Trugschluss.
Schon das gestörte Verhältnis zu deiner Mutter spricht Bände.
Sie hat weinend zu Hause gesessen und sich mit dem Alk. ihres Mannes gequält und du hast ihn vergöttert. ( als Kind ok, du wusstest es nicht besser)
Er hat mit dem Trinken die Familie zerstört und du grollst deiner Mutter.
Kein böses Wort über den wunderbaren ( zwar etwas launischen) Papa.
Das zeigt eine sehr verdrehte Wahrnehmung. EG war nämlich nicht immer für dich da. Er hat deiner Frau Kummer gemacht und die Ehe zerstört.
Das ist nicht da sein fürs Kind.
Aber weil er es geschafft hat und dann früh gestorben ist, ist er dein held.
Und deine Mutter?
Was wäre gewesen, wenn sie geblieben wäre, dein Vater dadurch weitergetrunken hätte, du die Folgen seines Trinkens selber mitbekommen hättest und er noch früher gestorben wäre?
Wäre das richtig gewesen?
So lange du deinen Vater und sein trinken nicht realistisch sehen kannst, wirst du nicht erkennen, was es mit deiner Sicht auf Beziehung angerichtet hat.
Wir sind immer das Produkt unserer Kindheit und müssen leider manchmal ein bisschen arbeiten, damit wir glücklich werden können.
Dein Vater war sicher kein schlechter Mensch, aber seine Krankheit hat Schäden bei dir hinterlassen.
Der Tod deines Vaters hat es bei dir doch auch nicht geregelt, warum sollte der Auszug bei seiner Mutter was regeln?
Was glaubst du denn, warum du seit sechs Jahren an einem Mann klebst, der Dir nicht sagt dass er dich liebt, wo du dankbar bist dass er dich mal mitnimmt und seinen Freunden vorstellt?
Dinge die normal und selbstverständlich sind, lösen bei dir einen Sturm der Emotionen aus.
Du bist bei ihm so klein und bedürftig, dass es schon weh tut und das hat nichts mit deinen Eltern zu tun?
Man steht zu seinem kranken Mann bis er geheilt ist?
Und zufällig ist seine Krankheit der Alk. Seiner Mutter ?
Das springt einem mit Leuchtreklame ins Gesicht.
Doppelte Co Abhängigkeit und die beiden Kranken versuchen aneinander zu heilen.