Zitat von Geo54:Ja, ich glaube ich werde damit anfangen mir zu vergeben, dass ich nicht vergeben kann. Doch wie vergebe ich mir selber? Sage ich das einfach zu mir oder wiederhole ich es wie ein Mandra?
Wie soll ich das machen?
Ja, Anne, mir ist bewußt, dass auch er einsam war und dass auch er es nich tzeigen konnte oder wollte. Ich habe gehofft er würde mit mir reden und war dann wütend auf ihn wenn er es doch nicht tat.
Liebe Geo
Vergebung kann beginnen wenn ich Verantwortung für mich übernehme und erkenne, was ich selbst -unbewusst- insziniert habe und mir dadurch selber Leid zugefügt habe.
Um bei deinem Beispiel zu bleiben, würde ich so damit umgehen : Es tut mir leid, und ich vergebe mir dafür, daß ich aus unbewussten Überzeugungen nicht mit ihm geredet habe, obwohl ich mich innerlich so sehr danach sehnte und mir gewünscht hätte, er könnte mir helfen aus meinem Einsamkeitsgefühl herauszukommen.
Es tut mir leid, daß ich geschwiegen habe und meine Wut auf ihn projiziert habe und den Glauben hatte, er ist es, der mich wütend macht, dabei war es meine eigene Unfähigkeit meine Gefühle und Bedürfnisse auszdrücken und zu sagen, was ich von ihm brauche und ich vergebe mir dafür, daß mir der Mut dazu fehlte. Ich wusste es bis dahin nicht anders und bin in Ordnung so wie ich bin.
Ich lasse dann jeden Satz einzeln in mir wirken, bis ich es spüren kann, es fühlt sich dann so an, als würde mein Herz aufgehen, als würde es leichter und weiter werden und es fühlt sich an wie ein inneres kribbeln und strömen. Das ist für mich ein Zeichen, dass sich eine Blockade gelöst hat und ich mir vergeben habe. Manchmal klappte es auch nicht sofort, dann habe ich es umgeändert in : Ich entscheide mich dafür das zu vergeben oder ich wähle zu vergeben und habe es öfters anwenden müssen weil ich noch einen Widerstand in mir hatte und mir dann für diesen Widerstand vergeben habe.
Das ist Arbeit mit dem Unterbewusstsein oder auch inneres Kind genannt, denn das hat die emotionalen Schmerzen in sich gespeichert, Annahme, Vergebung und Aussöhnung heilt.
Zitat:Gleichzeitig merke ich, dass ich eifersüchtig und neidisch bin auf das, was er jetzt mit ihr erleben darf bzw was sie mit ihm erleben darf und ich nicht. Ich weiß wie er ist, wenn er verliebt ist und bin eifersüchtig und es tut weh.
ja, dann ist es so und es ist erstmal deine Realität, deine Sehnsucht nach vergangenen Zeiten ist noch groß und du gönnst ihr dein einst erlebtes Glück noch nicht.
Eifersucht und Neid hat u.a. den Ursprung in einer alten Angst, nicht gut genug und richtig zu sein und deshalb verlassen zu werden.
Zitat:Ich bin nur neidisch. Ich würde so gerne jemanden haben, der mich in den Arm nimmt und tröstet. Aber es gibt niemanden. Ich muss da allein durch.
Bis jetzt tat ich einiges für mich und habe mich verändert - zumindest äußerlich und es fällt auf. Vielleicht kann ich diese EigenLiebe finden und mir verzeihen. Irgendwie muß es doch zu schaffen sein.
Genau das ist jetzt deine Aufgabe, zu lernen dich selbst anzunehmen, dich zu trösten, dir Mut zu machen, denn du bist nicht allein, der wichtigste Mensch in deinem Leben ist immer an deiner Seite - das bist du selbst!
Ich habe gut 20 Jahre gebraucht um meinen Eltern ihre Lieblosigkeit und Mißachtung vergeben zu können, denn da entstand meine Prägung, mich selbst nicht wichtig genug zu nehmen, das zog sich wie ein roter Faden durch mein Leben. Die Frage nach dem: Warum und nach dem : Wie konnten sie nur .... liest sich irgendwann beantworten: Aus dem Grund weil sie so sind, wie sie sind und ich kann sie nicht ändern, sondern nur mich. Als Kind hatte ich keine andere Wahl, musste es aushalten, aber als Erwachsene, könnte ich mich von vielen Erwartungshaltungen und dem Schmerz, den es in mir hinterlies, freimachen: Ich habe mir erlauben können meinen eigenen Visionen zu folgen und nach eigenen Regeln zu leben, nicht nach denen anderer. In uns allen befinden sich innere Muster, Lebensanschauungen, Glaubenssätze, die uns aus familiären Hintergrund geprägt haben und die wir weiternähren, auch wenn sie uns schaden und in Wirklichkeit gar nicht zu uns gehören, sondern uns mal anerzogen und aufgezwungen wurden. Und all das leben wir auch in unseren Beziehungen weiter. Davon können wir uns befreien - ohne uns schuldig zu fühlen - weil wir damit nicht mehr die Braven, Folgsamen, Angepassten sind, sondern unsere eigene Wertigkeit wieder herstellen und unser Recht herausnehmen unser eigenes Leben zu leben..
Klar kannst du das auch schaffen ! Immer etwas mehr, immer etwas verständnisvoller, immer etwas liebevoller und immer mehr in Frieden mit dir selbst. Einen Schritt nach dem anderen. Verlange nicht zuviel auf einmal von dir.
Ich werde dir über PN etwas senden, vielleicht kannst du damit etwas anfangen.
Liebe Grüße