Zitat von SchlittenEngel: einen sehr nostalgischen/ romantisierenden Eindruck, der mich jedes mal denken lässt, dass ein nicht gerade kleiner Teil von Dir es immer noch bedauert, dass es mit AM nicht geklappt hat und deine Ehe heute v.a. auf Dankbarkeit/ Gewohnheit/ Pragmatismus beruht. Dass aber im direkten Vergleich dein EM auf emotionaler/ sex. Ebene immer den kürzeren ziehen würde.
Nostalgisch-romantisierend? Woraus schließt Du das? Das empfinde ich sicher nicht so. Die Affäre war lehrreich, aber als ich drin steckte, schädlich.
Später sagte ich mir: Es ist gut, dass er kam, es ist besser, dass er ging.
Mit dem AM verbindet mich nichts mehr außer der Erinnerung, die absolut nicht romantisierend ist. Eher im Gegenteil. Wir waren uns nur in einigen Dingen sehr ähnlich. Beide nicht eben bindungsstark und beide mit keinem guten Selbstwertgefühl versehen. Beide trugen Blessuren aus der Kindheit mit sich rum. So was spürt das Unterbewusstsein instinktiv und daher erscheinen Menschen, bei denen wir Ähnlichkeiten vermuten, auch oft so anziehend.
Ich war sehr froh und erleichtert, als ich über die Affäre hinweg war. Und wenn er mir heute begegnet (ca. einmal im Jahr), gehen wir aneinander vorbei und grüßen uns. Keiner käme auf die Idee stehen zu bleiben und Smalltalk zu beginnen. Er interessiert mich auch einfach nicht mehr.
Und warum ich bei meinem Mann blieb? Weil er der einzige Mensch außer meinem Vater ist, der in jeder Lebenslage zu mir steht und ich zu ihm. Uns verbindet viel und das aufzugeben (wofür denn auch?) wäre schlichtweg unsinnig. Was würden wir beide gewinnen durch eine Trennung? Nichts, außer Einsamkeit, getrennte Haushalte und Jemanden der mich in - und auswendig kennt und umgekehrt. Und Jemand, mit dem ich reden und auch lachen kann.
Da er gelegentlich zu Depressionen neigt, ist es nicht immer einfach, aber es ist auszuhalten.
Meinen Mann schätze ich über alle Maßen, den AM sicher nicht (mehr).