@ Idieh15
du sieht das tatsächlich nicht "zu schwarz"...du siehst das sehr realistisch. Es nutzt nichts, die
Fakten zu beschönigen - im Gegenteil.
Was deinen Mann bewegt hat...das wird nur er wissen. Deinen Schilderungen zufolge wird er
darüber nicht reden. Ob dein EM der AF wirklich immer "nur" geholfen hat...oder ob da gleich
"mehr" war...dem Vernehmen nach wäre in euren Haus und Garten genug zu tun gewesen -
aber das ist alles Spekulation.
Dass dich die Situation um deinen EM und der AF sehr mitnimmt und die Krebserkrankung geradezu in den Hintergrund rückt...das ist für mich nichts Neues. Ich habe viele Bekannte, bei denen das
ähnlich war....deren EM sich im nichts gekümmert hat, NICHT für die EF gesorgt hat. Einem EM war es wichtiger, zum Golf spielen zu gehen, als seine EF zu begleiten. Ja...es gibt noch mehr solcher
Situationen, die du nicht wirklich wissen willst.
Wenn dein EM meint, er habe in den zurückliegenden Jahren "etwas versäumt" - dann liegt das
doch wohl AUCH an ihm selbst. Wenn er den Mund nicht aufmacht, die Augen geschlossen hält,
alles geschehen lässt, über sich ergehen ließ...liegt es an ihm selbst. Ja...es ist müßig, dass jetzt
zu thematisieren....das ist bestenfalls ein Randthema.
Dass es seitens deines EM zu einem Lügengebäude gekommen ist, lässt alle Äußerungen und Antworten zu einem Puzzle werden - stimmt es, stimmt es nicht. Was er dir sagt - stimmt es oder
nicht. Was er von der AF sagt - stimmt es oder nicht. Was die AF verlauten lässt - stimmt es oder nicht. Was dein EM der AF erzählt hat - stimmt es oder nicht.
Ich wiederhole mich....wenn dein EM im eigenen Haus hocken bleibt, spricht das Bände. Ob er
sich rückversichern will, wenn es mit der AF doch nicht klappt? Ob er das Dach über dem Kopf
behalten will - nur deshalb? Das Risiko, es könnte nur eine "Irritation" seiner selbst sein - das
Kalkül steht im Raum. So WIRKLICH Mumm zeigt er nicht. Oder die "Flamme" in ihm ist zu einem
Flämmchen geworden, seit du weist, dass er eine Affäre hat....und ihm geht der Hintern auf
Grundeis, was die wirtschaftlichen Folgen angeht, wenn er sich von dir, bzw. du von ihm trennst.
Scheidungen führen Männer nicht selten in den wirtschaftlichen Ruin...egal wie alt sie sind. Die Kinder wollen ja auch versorgt sein - solange sie noch in der Ausbildung, im Studium sind.
Es ist wohl jetzt nicht ratsam, die Vergangenheit zu bemühen, was falsch gelaufen ist - zwischen dir und deinem Mann. Der Schritt kommt in einer späteren Phase. Es gibt sicher wichtigere Dinge,
die jetzt anstehen....und so bitter das ist - das "Tagesgeschäft" IST das, was im Moment Priorität
haben sollte. Du wirst keine Zeit und keine Kraft dazu haben, der Vergangenheit jetzt schon Beachtung zu schenken. Die weiteren Behandlungen deiner Krebserkrankung, die physische und psychische Belastung allein dadurch, wird dir alles abverlangen. Und im Rahmen dessen wäre es sinnvoll und vorteilhaft, eine psycho-onkologische Betreuung/Begleitung in Anspruch zu nehmen.
Die Psychoonkologen wissen um solche Situationen, wie sie dir widerfahren.
Was ich dir noch mit auf den Weg geben möchte....es kommt NIEMAND auf dich zu, der dir offizielle Unterstützung anbietet - diese Zeiten sind vorbei. Da wirst du selbst vorstellig werden müssen. Noch einmal....die Sozialstationen der Kliniken benennen dir Anlaufstellen...ggf. innerhalb der Kliniken. Selbsthilfegruppen für Krebspatienten - wäre das eine Option für dich? Nein...da wird nicht nur über Krebs gesprochen...da wird AUCH über Krebs gesprochen. Auch diese Gruppen können dir Anlaufstellen benennen.
Dein eigenes Vertrauen zurückzugewinnen - es sehr schweres Unterfangen, aber unerlässlich.
Eine heftige Erkrankung vermittelt den Eindruck, das Vertrauen in den eigenen Körper habe einen
verlassen. Der Körper wirkt leer und matt...
...wichtig ist, GUT zu essen, viel zu trinken - essen was schmeckt. Es kann passieren, dass im Laufe der Therapien - weißt du, welche für dich vorgesehen sind? - "das ein oder andere" nicht mehr schmeckt. Das lässt du dann einfach weg. "Essen, was schmeckt!"...und das betrifft auch das trinken.
Was Kritik an deinem EM angeht - er hat sich in einer Art und Weise verhalten, die alles andere
als normal ist. Nein...es macht keinen Sinn, ihn in Schubladen zu stecken, ihn zu beleidigen.
Einzig mögliche "Aktion" - ihn an sein Verantwortungsbewusstsein zu erinnern und an sein Unrechtsbewusstsein....um ihm damit "bei der Ehre" zu packen. Denn Ehrgefühl hat er nicht -
nicht mal mehr sich selbst gegenüber.
Zu dir kommen....es sind kleinste Schritte, die schwer fallen...der 1. Schritt ist immer der
schwierigste, aber auch unausweichlich....
