Zitat von Christiana11: Er sagt aber er will das nicht, er ist als Geschiedener einfach realistisch und hat schon mal sowas wie eine Ehe geführt die ja zerbrochen ist und er will jetzt einfach nur seinen Freiraum. Er hat auch so gut wie keinen Kontakt zur Ursprungsfamilie und ist auch gar nicht unbedingt so gern mit Freunden zusammen, sondern am liebsten allein. Er unternimmt auch alleine was, geht ins Theater etc., wenn ich am WE nicht kann wenn es das WE ist wo ich die Kinder habe. Ich war sehr enttäuscht und wir machten Schluß, kamen aber dann wieder zusammen. Momentan ist es aber für mich nicht wie vorher. Vor mir hatte er z.B. 2 Beziehungen von 1 Jahr und einem halben Jahr über Tinder, ich weiß nicht warum das auseinanderging. Ich will auch nicht so viel fragen.
Schlechte Ausgangsposition. Du strebst nach einer richtigen Beziehung mit Stabilität und Nähe und er blockt ab und pocht auf seine Selbstständigkeit und Freiheit. Er will keine Partnerin, die sich stärker in sein Leben einmischt. Er will kein Zusammenleben mit einer Familie und damit auch nicht mit einer Patchworkfamilie.
Er ist autark und Du möchtest so was wie ein Nest mit ihm bauen. Klappt aber nicht, wenn nicht beide das wollen.
Dann kam es zur Trennung, dann gingt ihr wieder zusammen, aber Du bist unglücklich, weil Du nicht das bekommst, was Dir wichtig ist.
Es ist ein massives Ungleichgewicht bei Euch, denn er gibt den Takt vor und Du kannst dem folgen, Dich damit zufrieden geben und arrangieren oder auch nicht. Es steht Dir frei, jederzeit zu gehen oder als Alternative eher unglücklich und traurig diese Beziehung weiter zu schleppen. Aber eine Änderug wird sich nicht ergeben.
Beziehungen mit einem Machtgefälle machen denjeniger, der sich mit weniger zufrieden geben muss, unglücklich. Der eine lebt sein Leben und der andere schaut gefühlt zu und ist traurig.
Und das wird nicht besser, sondern schlimmer.
Er hat diesen Leidensdruck nicht, weil er Dir ja vorgibt und klar kommuniziert, was er zu geben bereit ist. Für eine Beziehung mit Zusammenleben jedenfalls nicht. Er nimmt Dich sozusagen mit, solange Du pflegeleicht bist, zumal Aufbegehren ja überhaupt nichts bringt.
Ich glaube, es ist besser, diese Beziehung zu beenden, was bei der dienstlichen Konstellation nochmals schlimmer ist. Daher sollte man Beziehungen auf der Arbeit besser nicht eingehen.
Interessant ist die Parallele. Er ist Dein Vorgesetzter, Dein Chef und in der Beziehung? Da ist es genauso.
Ist das ein gutes Modell? Eher nicht.
Für Dich gibt es nur 2 Möglichkeiten:
Lebe mit Deinem Unglück, dass Du nicht bekommst was Du Dir wünschst oder beende diese Beziehung.
Alternative 1 heißt, gegen Deine inneren Wünsche und Sehnsüchte zu handeln und das wird Dir bitter auf die Füße fallen und weh tun.
Alternative 2 tut auch weh, aber Du eröffnest Dir auf längere Sicht neue Möglichkeiten anstatt in einem unbefriedigenden Status quo zu verharren.
Es ist Deine Wahl. Deine Verantwortung, was Du aus Deinem Leben machst und was Du akzeptieren kannst. Für ihn besteht kein Handlungsbedarf, denn es läuft offenbar so, wie es für ihn gut erträglich ist.
Für Dich ist es anders und Du wirst Dich entscheiden müssen, ob Du trotz Schmalspurbeziehung glücklich werden kannst oder nicht.