Zitat von Alpträumchen: Guten Morgen,der Termin beim Anwalt war sehr aufschlussreich. Zum Beispiel weiß ich jetzt, dass ich tätig werden muss sobald er auszieht (Ihn auffordern sein Einkommen nachzuweisen bzgl der Berechnung des Unterhalts)Ich habe meinem Mann bereits mehrfach mitgeteilt dass ich den Vertrag so nicht unterschreiben werde.
Zitat von Alpträumchen: Er brachte mein volles Potenzial (Ausbildung, Abitur, Studium) zum Vorschein. Ich war, bevor ich ihn kennenlernte, quasi verloren. Ich hatte einen schlechten Realschulabschluss durch Wiederholung der 10. Klasse erreicht. Völlig planlos was ich nun mit meinem Leben anfangen soll. Es ging alles so schnell… Eine kaufmännische Ausbildung als Jahrgangsbeste, ein Abitur mit 1er Schnitt und schließlich mein Studium. In meinem Kopf bin ich bei einer Trennung wieder die verlorene 18 Jährige, die nichts auf die Reihe bekommt. Er hingegen genießt sein glückliches Familienleben und ich sitze alt, einsam und verbittert herum und bedaure meine Entscheidung zur Trennung.
Guten Morgen,
also wenn Du noch Gelegenheit, Zeit und Kraft findest, wäre es gut, wenn du alle Unterlagen, die noch bei Euch sind kopierst oder fotografierst. Ja, nach dem Auszug solltest Du deinen Ex auffordern sein Einkommen nachzuweisen, aber alles was Du jetzt schon mal an Nachweisen sichern kannst, bringt Dich in eine bessere Position, falls er versucht, sich ärmer zu machen als er ist.
Er hat also Dein volles Potenzial zum Vorschein gebracht? Schau mal, der hat doch all diese Prüfungen nicht bestanden sondern das warst schon Du. Und ein Sofa kann er mitnehmen, das, was aber wirklich in dir steckt, das bleibt Dir.
Was mich ein wenig traurig macht, ist daß es bei Deinem Potenzial nur um Leistungen geht. Er hat Dich offensichtlich nicht darin unterstützt eine selbstsichere Frau zu werden, die ihren Wert kennt und vielleicht wollte er das gar nicht. Du bist doch so viel mehr als ein paar Noten, Leistungen oder eben dazu zu dienen neben ihm eine gute Figur zu machen. Stell dir mal vor, wie das so sein könnte, wenn Du Dein eigenes Potenzial für Dich selbst entdeckst, oder zusammen mit jemandem, der darin geschult ist, Dich wirklich zu unterstützen und nicht aus Eigeninteressen agiert? Wer weiß, vielleicht ist alpträumchen ja eine tolle Malerin oder ein total streitbarer Geist

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auch wenn es leider nur um Leistung gegangen ist, daß gute an ihnen aber, es sind Deine, sie bleiben Dir. Niemand kann sie Dir wegnehmen. Vielleicht spürst Du das jetzt (noch) nicht, aber das wieder zu fühlen, daran kann man arbeiten und zwar ganz ohne ihn.
Zu Deiner letzten Frage:
Zitat von Alpträumchen: Mich beschäftigt eine wichtige Frage:
Wann kommt der Zeitpunkt dass sich eine Person aus einer toxischen Beziehung befreien möchte? Also wirklich möchte?
Ich bin gerne transparent und ihr könnt es ja durch meine Beiträge erkennen…. Ambivalentes Verhalten! Ich sehe dass ich falsch behandelt werde aber allein schon durch meine Bereitschaft einen halbwegs akzeptablen Vertrag zu verhandeln zeige ich doch deutlich dass ich noch nicht mit bestem Gewissen bereit bin mich zu trennen.
Ich möchte es wollen! Nicht zweifeln! Aber wie?
Die einfache Antwort wäre, wenn es so weit ist. Das Problem solcher toxischen Bindungen ist ja gerade die Ambivalenz. Mutlosigkeit was die eigenen Fähigkeiten angeht, Zweifel, ob man denn überhaupt mehr verdient, hin und wieder ein Hoffnungsschimmer, daß doch alles gut werden könnte, verlorenes Vertrauen in die eigene Wahrnehmung und daher ein es war doch alles gar nicht so schlimm, die Liste ist so lang.
Dazu kommen Existenzängste (echte oder weniger echte) und völlig belanglose Fragen, wie wer schließt denn jetzt den Internetrouter an, wenn der kaputt ist, die Schübe von Panik auslösen.
Wenn man schlecht behandelt wird, dann geht man halt einfach, ist alles nur eben nicht einfach. Das ist auch kein Talent, was manchen (man denkt ja immer allen anderen nur einem selbst nicht) in die Wiege gelegt wurde, sondern für die allermeisten Menschen, ist das eine Fähigkeit, die sie sich erarbeitet haben. Und wenn man lange genug mit Menschen zusammen ist, die sukzessive die Bemühung diese Fähigkeit zu erlenen unterlaufen, dann kann man das halt auch nicht einfach so, wenn man es denn dann irgendwann sollte.
Das Wissen darum, daß es gut ist, daß es vorbei ist, stellt sich meistens erst im Nachgang und dann schrittweise ein. Das ist einfach das Problem an solchen dysfunktionalen Systemen, so lange man sich darin befindet, kann man das Ausmaß der Schädigung, der Absurdität überhaupt nicht erkennen. Stell es Dir wie einen sehr baufälligen Schuppen vor. So lange du dort drin wohnst, siehst Du zwar hier und dort ein paar Dinge, in dem Zimmer regnet es rein, da hinten zieht es ein wenig und das Bad müsste man auch mal renovieren. Aber erst wenn Du vor die Tür kommst, siehst Du den gesamten Zustand und erst wenn Du dann mal ein paar andere Wohnungen besichtigt hast, wird dir langsam klar, was das eigentlich für eine Bruchbude war.
Will sagen, Du mußt das alles jetzt noch nicht "wollen" oder keine Zweifel haben dürfen, für den Moment reicht es völlig, einen Schritt vor den anderen zu setzen, egal wie unsicher die sind.