@Pinie @ Sternenfischerin
In eurem Fall waren die Männer (AM) so - aber Frauen (AF) können genauso grausam sein. Ihr AM hatte wohl viel mehr gelitten, als sie, soweit ich das mitbekam.
Egal, wer sich von wem einlullen lies - ohne Auflösung der alten Beziehung leiden alle, wenn sie davon wussten.
Geht man zum neuen 'Seelenpartner, leiden 'nur' die Betrogenen, deren Kinder, Familie, Freunde.
Bleibt man und es kam raus, leidet einer mehr.

- der AP.
Oder 2, wenn wie bei uns auch dessen Partnerin davon erfahren hat, schon Gütertrennung geregelt war und Einzug meiner Frau.
Wenn es letztendlich zuhause nicht sooo schlecht läuft, dass man sich sicher ist, den Partner nicht für einen anderen verlassen zu wollen (wie in unserem Fall - er wusste das), sollte man sich nicht auf sowas einlassen, so verlockend das auch ist. Da sucht zumindest einer nur Aufmerksamkeit, Bestätigung, Abenteuer, was in einer langen Ehe oft zu kurz kommt - Alltag eben.
Lässt man das dann länger zu, findet das 2.-Leben in der Blase toll, kommen tiefe Gefühle dazu, die das rechtzeitige Beenden schwer machen - man hofft, dass es immer so weiter geht, ohne eine Entscheidung treffen zu müssen, geniesst, macht sich keine Gedanken darüber, ob man der Ehe zu viel Energie entzieht - eigentlich sogar unbewusst, da man ja den Ausgleich woanders hat. Wird es zuhause schlechter, ist es ja um so mehr ein Grund, die 2.-Beziehung am Leben zu erhalten - als Ausgleich für etwas, das man eigentlich selbst zu verantworten hat!
Bewusst oder unbewusst wird die Ehe schlechter - aber hurra - da ist ja jemand, der das ausgleicht!
Wenn die Blase dann platzt, ist die Zeit der Entscheidung.
Dann hat die neue Liebe doch nicht ausgereicht, war nicht sooo betörend, nicht so besonders, dass man sich dafür trennen würde. Egoistisch haben sie sich genommen, was ihnen angeboten wurde - egoistisch haben sie sich für die 'alte' Ehe entschieden, für die Familie, die Kinder, die Freunde, die Sicherheit!
Denn auch die neue Beziehung käme bei Alltag irgendwann in die Situation, dass es doch nicht so rosarot ist, wie in der Blase damals. Der zu erwartende Stress mit Kindern, Familie, Freunden (den sie auch nach Aufdeckung haben, aber eben eher entschuldbar ist, als wenn sie gegangen wären) hat sie dazu gebracht, zu bleiben.
Anfangs eine Entscheidung gegen ihr Herz, das war ja noch in der Blase.
Letztendlich kann aber auch durch den Schock der Aufdeckung die alte Beziehung besser werden.
Beide sind sich bewusst, was sie hätten verlieren können, arbeiten die Geschichte auf, warum es soweit kommen konnte.
Der Betrogene leidet länger. Sicher war auch er nicht mit der alten Beziehung, so wie sie war, zufrieden.
Hatte sich nur arrangiert mit der Gesamtsituation, die ja trotzdem soweit ganz gut war. Für ihn kam eine Affäre nicht in Frage, da ja verheiratet und ewige Treue geschworen. Sicher gab es Probleme, nicht immer wurde darüber gesprochen bzw. wurden die gelöst. Aber meistens wird sowas nicht so ernst genommen, weil nicht mitTrennung gedroht wird, wenn sich gewisse Dinge nicht ändern. Man wollte sich trotz allem nicht trennen, hat es nicht geschafft! Es war eben nicht so schlecht, dass man den Partner verlassen würde! Dann kommt es zu dieser Begegnung ...... mit dem 'Traumpartner' - gefühlt Seelenpartner - in einer Blase.
Der Betrüger erkennt es erst nach seinem Ausbruch, nach der nun erforderlichen Entscheidung, was ihm wichtiger ist!
Für den verlassenen AP ist klar, dass er sich gegen die Liebe entschieden hat - für das Gewohnte, gegen Probleme.
Sicher stimmt das anfangs sogar, das Gefühl hatte ich auch.
Aber heute bin ich mir sicher, dass sich auch für meine Frau die Entscheidung zu bleiben, richtig anfühlt!
Sie musste sehr viel Geduld mit mir aufbringen, manchmal heute noch.
Aber wir sind gestärkt aus der Geschichte raus, sind verständnissvoller, liebevoller miteinander!
Letztendlich können das verlassene AP's wohl nicht nachvollziehen.
Wenn die betrogenen EP's nie was davon erfahren hatten, glaube ich sogar, dass die AP's nur auf Spass aus waren, sich auch verliebten, womöglich den falschen Weg gegangen sind und in der Ehe weiterhin leiden.
Es wird dort nie zu einer Selbstreflektion beider Partner kommen, die Geschichte wird nicht aufgearbeitet - bis zur nächsten Affäre....
Und wenn man sich für den AP entscheidet, hmmmm.
Er hat gezeigt, zu was er fähig ist, wenn es in der Beziehung Probleme gibt.
Im Alltag kommen die irgendwann, wenn Normalität einkehrt, die Blase weg ist.
Wie können sich Partner, die durch eine Affäre zusammenkamen sicher sein, dass nun mit ihnen alles anders ist?
Selbst wenn es um 6uelle Vorlieben geht, die in der alten Ehe nicht erfüllt wurden, mit dem neuen Partner schon, geht es sicher eine Weile gut. Aber das ist ja nicht alles, was eine Beziehung ausmacht - auch das wird irgendwann normaler Alltag und andere Probleme tauchen auf!
Manche trennen sich, weil ihnen der Neue mehr Luxus bieten kann - was, wenn das mal anders ist?
Aus welchem Grund sich Menschen auf einen anderen einlassen, bleibt oft ihr Geheimnis.
In einer Affäre bekommen beide mehr zurück, als sie investieren müssen. Super, wenn ihr Gewissen sie nicht plagt!
Es darf nie rauskommen und keiner darf den anderen unter Druck setzen, sich für eine Beziehung entscheiden zu müssen!
Es funktioniert aber eben nicht so - wenn es zu lange geht, wenn man es zu lange zulässt, kommen Gefühle dazu, das Herz regiert, das Hirn .....
Und die Moral von der Geschicht' - Affäre lohnt sich nicht!
Bringt meist nur Leiden, dass kann man mit Gesprächen vermeiden!