Sternenfischeri.
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es ist einige Zeit vergangen und ich möchte euch mitteilen, wo ich stehe.
Die letzten Tage habe ich mir überlegt, ob ich diesen Thread nicht umändere in eine Art Tagebuch, wo ich irgendwann vielleicht mal nachlesen kann, wie meine "Abnabelung" funktioniert hat. Ich denke immer noch darüber nach, wie ich es in Zukunft handhaben werde.
Ich habe wieder/immer noch Kontakt zu meinem (Ex)AM.
Wer es wie nicht geschafft hat, loszulassen, kann ich gar nicht mehr genau sagen.
Es ist wie es ist. Wir schaffen es beide nicht wirklich ohne einander zu sein.
Gleich vorweg: Wir haben seit Dezember keinen S.! Das ist mir wichtig zu sagen weil es nun wirklich nicht darum geht, sich anderswo - außerhalb der Ehe - sein Vergnügen zu suchen. Ich denke, es ist tiefer, emotionaler.
Vielleicht mache ich mir auch was vor. Kann sein. Ich weiß, dass viele, die das jetzt hier lesen, nicht nachvollziehen können. Mir sagen, du wirst leiden noch und nöcher. es wird noch mehr weh tun.
Nun. ich glaube, ich muss diesen Weg auf meine Art gehen. Und absolute Kontaktsperre ist nicht mein Weg. Das habe ich probiert, da finde ich nicht zu mir selbst. Mir hilft der Austausch mehr. Der Kontakt zu ihm.
Nein, er jammert mir nicht vor, wie schlimm seine Ehe ist. Seine Ehe ist nicht schlimm. Er liebt nur seine Frau nicht mehr. Und er ist ein so alter, sturer, verbockter Esel, der besteht von oben bis unten nur aus Verantwortungsgefühl und würde niemals etwas tun, was seiner Familie (vor allem seinen Töchtern) schaden könnte. Und es spielt keine Rolle, dass diese bereits erwachsen, er weiß, wenn er geht, werden seine Töchter nichts mehr mit ihm zu tun haben wollen.
Ja! Sie sollten reden miteinander! Alle! Er mit seiner Frau. Sie als Eltern mit den Kindern.
Können sie nicht. Punkt. In dieser Familie wird nicht über Gefühle geredet.
Über den Alltag. Über die Arbeit. Was gekocht wird. Was eingekauft werden muss. Punkt.
Nicht über das, was einem bewegt.
Das habe ich nun akzeptiert. Ich kann das nicht ändern. Ich muss das so annehmen. Das ist deren Part.
Das ist deren Geschichte. Das ist deren Leben.
Ich habe Kontakt zu ihm. Wir schreiben uns. Gehen mal einen Kaffee trinken oder abends nach der Arbeit eine Stunde spazieren. Dann reden wir. Fühlen uns wohl. Sind zusammen. Wir küssen uns. Mehr nicht.
Wer mir jetzt kommt mit ob ich kein schlechtes Gewissen seiner Ehefrau gegenüber habe: NEIN.
Ich war selbst Ehefrau - und ich hatte das Glück, dass mein Mann mir damals von seiner Geliebten erzählte.
Das schlechte Gewissen habe ich nicht, weil nicht ICH bin, die die EF betrügt, sondern ER. Er ist ihr Ehemann. Also liegt es an ihm, die Wahrheit zu sagen.
Wenn er sie sagt, weiß er, wird sie ihn rauswerfen (vermutlich). Davor hat er Angst, weil es genau derselbe Effekt wäre, wie wenn er von sich aus gehen würde: Er würde verstossen werden von seinen Töchtern und seinem Freundeskreis. Also hält er aus. Schweigt. Lebt sein normales Leben. Das einzige was ihm fehlt ist Liebe. Aber er kann offensichtlich damit Leben.
Das ist das, was ich sehe momentan!
Ich kann anders mein "Ende" nicht finden.
Ich habe mal irgendwo ein Zitat gelesen. ich glaube, es wahr bei @ste87, weiß es aber nicht mehr genau.
"Etwas, dem ihr euch widersetzt, das bleibt bestehen. Das, was ihr anschaut, das verschwindet."
Das ist mir fast täglich im Kopf.
Ich hatte Kontaktsperre und war nicht glücklich damit. Ich habe die Liebe, dieses Gefühl, diese Verbundenheit nicht mit Gewalt weg bekommen. Es ging nicht.
Nun schaue ich es mir an. Täglich!
Es geht mir mal gut damit, mal weniger gut. Egal, ob wir nur schreiben, uns sehen oder miteinander reden.
Mir ist klar, dass ich niemals mit diesem Mann eine Familie gründen kann, wie ich es mir wünsche.
Mir ist klar, dass er kein A. ist. Er ist auf der Suche nach einem Gefühl, was er zuhause nicht mehr fühlt.
Nein, es ist keine vertane Zeit für mich.
Es ist wie eine Lehr-Zeit für mich.
Eine Möglichkeit ohne Zwang von ihm loszukommen.
Vielleicht mag es falsch sein, ihm nicht einfach eine vor den Latz zu knallen und zu sagen: Was bist du für ein A.
Doch das A. ist ja nicht nur er, sondern auch ich.
Solange ich es zulasse, dass er in mein Leben kann, solange bin ich auch mitschuld an der gesamten Situation.
Diese Erkenntnis macht es mir vielleicht leichter, irgendwann loszulassen.
Vollständig loslassen zu können. wenn ihr versteht, was ich meine. wie ich es meine.

