Zitat von Pinie:Moin Sternenfischerin,
hui, ist ja ganz schön was los hier.
Ich möchte nochmal kurz an Ulli74 rückmelden: einige Kommentare hier treffen ganz gut meine Erfahrungswelt. Demnach gibt es Beziehungen in meinem Umfeld, die als Affäre starteten und gut laufen. Seit ich selbst meinen Fuss in dieses trübe Wasser gehalten habe, habe ich "recherchiert".
Es ist so, dass die meisten neuen Paare damit keinesfalls hausieren gehen und ca. ein halbes Jahr verstreichen lassen, bevor sie sich als neu kennen gelernt outen. Und ich kenne zahlreiche Horrorstories von Affären, bei denen sich der ungebundene Part aber so richtig geschnitten hat.
Genau das ist das Hauptproblem einer gebunden - einer ungebunden (oder weniger gebunden - gibt es ja auch)!
Somit sind natürlich nicht alle Affären gleich, klar!
Ich gehe eben nur von unserem Fall aus, wenn ich Beiträge schreibe und von Recherchiertem, Aussagen von Psychotherapeuten, ...
Auch eben so eine Aussage: Zweitehen werden häufiger geschieden als Erstehen.
Irgendwas muss ja dran sein, wenn es so eine Statistik gibt.
Ich glaube ja auch, dass aus einer Affäre eine glücklichere Zukunft werden kann - wenn alles passt!
Und das ist eben häufig doch nicht so, da man nur den neuen (alten) Gefühlen nachgab, ohne den anderen wirklich zu kennen! Auch aus dieser Unsicherheit heraus entscheiden sich eben Fremdgeher häufig für das Gewohnte, wenn die gemeinsame Zeit doch nicht so grausam war, wie es sich anfangs anfühlte, als neue Gefühle aufflammten.
Wenn so eine Affäre z.B. länger wie 9 Monate dauert und sich der vergebene AP nicht getrennt hat - ist es dann die große Liebe? Sicher nicht für beide!
Meine Frau hatte dem immer gesagt, dass sie sich nie von mir trennen würde, hatte 'richtigen' 6 bewusst vermieden, was ihr auch nicht leicht fiel - beide hatten die Affäre als Abenteuer gelebt - dachte meine Frau zumindest. Als es dann nach über 1 Jahr Affäre zuhause immer schlechter wurde, der Ehe fast zu viel Energie entzogen wurde, wollte sie fast gehen und hat ihn wegen 'richtigem' 6 auf die Zeit vertröstet, wenn siie zusammen wohnen. Auszug seiner Freundin war schon fertig geplant und auch Gütertrennung. Er wäre aber dann wohl nur der Absprungpartner gewesen, wie es ja häufig vorkommt. Finanziell hätten sie sich erstmal auf Harz4-Niveau begeben müssen. Das und die Probleme mit der Familie hätte das neue Glück wohl nicht überstanden. Hätte er gut verdient - vielleicht hätte sich meine Frau für ihn entschieden?!
Vermutlich aber trotzdem nicht. Ich kann mir nicht vorstellen, dass man 14 Monate Affäre braucht - mit rumflirten 20 Monate, um sich dann erst für den AP zu entscheiden! Entweder ist es die neue Liebe, man trennt sich zeitnah, oder eben nur Abenteuer, das die Defizite in der Beziehung (wo meistens auch der Fremdgeher mit Schulkd ist) ausgleicht!
Und noch was zum 'Aufwärmen' der alten Ehe: es kann funktionieren, wenn beide ihre Fehler erkennen, das als Warnschuss sehen und sich danach viel näher sind, als viele Jahre zuvor!
Wir leben das gerade und sind beide wieder glücklich miteinander. Bei mir hat es über 4 Jahre gedauert, um das zu verarbeiten - wer tut sich sowas schon an?! Der Trennungsschmerz von ihrer Affäre war für meine Frau viel kürzer, ihre Geduld mit mir so lange, wie ich brauchte! Als Sicherheit für mich überschrieb sie mir die Hälfte ihres Hausanteils (die andere Hälfte hat ihre Mutter, die von Anfang an hinter mir stand).
Und bitte jetzt nicht schreiben: nur wegen dem Geld! Sie tat es, weil ich ja über 30Jahre mein Geld und Arbeit in ihr Haus investierte ohne irgendeine Sicherheit! Sie hatte das nie so gesehen, erkannte nun auch meine immer noch ehrliche Liebe zu ihr, weil ich das alles durchgestanden hatte mit ihr (seinen letzten Liebesbrief auf ihrer alten Arbeitsstelle abgeholt für sie, meine frischverliebt-Gefühle konnte sie anfangs logischerweise nicht erwiedern, ....).
Es waren krasse Zeiten - aber wir beide sind wieder WIR!
Und trotzdem sind auf eine gewisse Weise alle Affären gleich: man holt sich woanders, was einem im Leben abhanden gekommen ist, was man vermisst!
Und da nicht alle Menschen gleich sind, gehen eben nur ca. 50% der liierten Menschen diesen Weg - die anderen arrangieren sich mit der Situation mit dem Wissen: könnte ja schlechter sein, würden sowas nie tun!
Schliesslich gab es ein Versprechen: in guten wie in schlechten Zeiten!
Die einen hoffen, dass es wieder bessere Zeiten gibt bzw. arrangieren sich - die anderen verdrängen das Versprechen und denken nur an ihr Wohlergehen! Die Singles sind davon frei - ermöglichen aber den Versprochenen das Abenteuer/den Ausbruch - wissentlich! Von daher muss ich leider doch sagen, dass sie bewusst in eine Beziehung einbrechen, von der sie wenig wissen - auch nur auf ihr Wohlergehen bedacht! Geben und nehmen in der schönsten Form, aber zerstörerisch für alle Beteilligten! Da kann sich auch keiner rausreden oder dem anderen Schuld zuweisen.
Alle wussten, worauf sie sich einlassen und zu welchem Preis!
'Ersttäter' vielleicht nicht, wenn sie mit niemanden reden können oder von Unwissenden Ratschläge bekommen oder aber das Internet ein Fremdwort ist - alle anderen .....?
Es fühlt sich toll und richtig an, was sie machen - die Hormone verschleiern jegliche reale Wahrnehmung!
Ich wünsche allen, denen sowas passiert ist, dass sie sich richtig entscheiden, bzw. wieder das Leben führen können, das sie sich wünschen - frei von Skrupeln und Schmerzen!
Jedem sein Leben - hauptsache irgendwann wieder glücklich!