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Erste Trennung in der Corona-Zeit - Meine Geschichte!

Maanuu

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Hi,
ich bin Manu.
Ich bin neu hier. Ich habe mich bereits schon viel eingelesen hier und mich mit einigen Themen beschäftigt. Trotzdem will und muss ich jetzt auch meine Geschichte erzählen. Sie ist lang, ich weiß. Ich danke dir, dass du sie liest.

Der Anfang
Sie (18) und ich (20) waren bis heute 5 Monate zusammen. Naja, eigentlich nur 4, aber dazu gleich mehr.
Kennen gelernt haben wir uns im Studium. Dort wohnten wir in einem Wohnheim. Sie zog ins Zimmer neben mir. Da begann es. Wir kamen uns in kürzester Zeit Nahe, wurden auch intim und gingen nach zwei Wochen eine Beziehung ein. Es war ihre erste Beziehung und auch ihr erstes mal Intim werden. Das Gleiche bei mir. Es war das schönste Gefühl auf der Welt.

Die Beziehung
So sahen wir uns jeden Tag Mo-Fr., verbrachten Zeit zusammen, lernten zusammen, kochten, schliefen am Abend zusammen ein und wachten zusammen auf. Es war perfekt. Auch am Wochenende fuhr ich manchmal mit zu ihr Nachhause oder sie zu mir. Natürlich stritten wir auch ab und zu über kleinere Dinge oder waren uns uneinig, Aber das verflog meistens nach kurzer Zeit wieder. Alles war gut, so wie es war.

Unser Duales-Studium beinhaltet auch Praktikumsphasen, in denen wir dann natürlich getrennt gewesen wären. Wir wohnen 111 km auseinander. Fernbeziehung für 5 Monate im Sommer. Hätten uns dann nur noch am Wochenende gesehen. Wir fragten uns natürlich, wie das wohl sein würde. Aber richtige Gedanken haben wir uns natürlich noch nicht drüber gemacht. Wird schon klappen, dachten wir uns.

Die Zeit verging wie im Flug. Ehe wir uns versahen, war unser 4 Monatiges. Dort sahen wir uns das letzte mal.
Warum das letzte mal?
Naja, wie es leider niemand vorhersehen konnte, überraschte uns dieser Corona-Virus genau wie andere auch. Die Ausgangssperre kam. Sie wurde ins Gesundheitsamt zum Arbeiten eingezogen. Ich saß zuhause. Home-Learning.

Die Wende
Am Angang unseres getrennt-seins ging alles gut. Wir telefonierten regelmäßig, vermissten einander. Sie musste 6 Tage die Woche arbeiten, deswegen wollten wir mit einem Treffen trotz Corona erstmal abwarten. Zumal ihre Eltern die Ausgangsbeschränkung sehr ernst nahmen und erstmal nicht wollten, dass ich mal zu ihr komme, bzw. sie zu mir.

Wenn wir uns sehen wird es der schönste Moment. Dachte ich. Ich werde ihr zeigen wie sehr ich sie liebe. Dachte ich. Ich werde sie auf die Stirn küssen und sie nie wieder loslassen. Dachte ich.

Vielleicht kannst du dir bereits denken, dass es soweit nicht kam. Nach zwei Wochen ohne körperlichen Kontakt, begann es. Der Kontakt wurde weniger. Ihrerseits. Sie begann, immer sehr spät am Abend zu antworten, vermied Telefonate. Ich machte mir Sorgen. Stress halt, dachte ich mir. Ich wollte sie nicht unnötig belästigen und fuhr den Kontakt auch erstmal ein bisschen runter, bis die Sorgen immer mehr wurden und ich nicht mehr konnte.

Die Nachfrage

Natürlich fragte ich nach, was denn los sei. Und wir redeten.
Essenz unseres Gespräch war es, dass sie zurzeit nicht das Gefühl hatte, dass wir uns zurzeit nichts zu sagen hätten und wenn wir Facetimen und uns nur anschweigen, könnte sie die Zeit viel besser nutzen, da sie Zuhause viel zu tun hätte. Sie hätte Zweifel, ob das mit uns mit dieser Distanz klappen könnte. Sie wäre sich ihren Gefühlen zurzeit unsicher und wollte mich erstmal schützen, indem sie den Kontakt erstmal vermied. Sie schlug vor, dass wir erstmal Abstand haben und dann weiter schauen, wie es uns danach geht. Aua. Das Tat weh.
Ich schilderte ihr natürlich auch meine Ansichten, dass eine Beziehung über Distanz durchaus funktioniert. Noch am Telefon konnte ich es nicht mehr halten und konnte nur noch in Tränen ein " Ich vermisse dich doch nur " rauszuquetschen. Wir redeten noch kurz weiter und verabschiedeten uns. Was sollte ich jetzt nur tun?

Der Abstand

Ich informierte mich natürlich in diversen Foren, was ich jetzt tun sollte. Ich lies ihr den Abstand. Gab ihr die Zeit die sie brauchte. Schrieb nicht mehr zurück. Lies ihr den Abstand. Zog mich zurück.
Mich quälten natürlich die Gedanken. Will sie Schluss machen? Habe ich noch Chancen? Hilfe.

Nach fast zwei Wochen kontaktloser Zeit, wünschte ich ihr eine Frohe Osterzeit, weil ich wusste dass sie auch an Ostern arbeiten muss. Wir unterhielten uns kurz. Kontakt wurde weniger. Legte sich wieder.

Das letzte Telefonat

Nach bereits fast der Dritten Woche ohne Kontakt fragte ich dann noch, ob wir nicht telefonieren können, was auch klappte. Wir redeten. Fragte wie es ihr erging in den letzten Zwei Wochen. "Gut" meinte Sie. Sie erzählte mir offe, dass sie nie das Bedürfnis hatte, mir zu schreiben. Da roch ich bereits, dass das vermutlich nicht gut ausgehen werde.
Ich sage ihr noch einmal meine Ansicht, dass wir dem ganzen durchaus eine Chance geben müssen, bevor wir sagen können, dass es nicht funktioniert. Ich sagte ihr noch einmal, wie wichtig sie mir ist und auch dass ich nur will das es ihr gut geht. Egal was ist.
Sie meldet sich, sagte sie. Gut. Wir verabschiedeten uns.

Die letzte Nachricht

Es war heute, am 20.04. 2020 als mich ihre Nachricht um 07:19 Uhr erreichte. Ich wachte von meinem Wecker auf, wollte ihn eigentlich ausschalten und weiterschlafen. Bis ich ihre Nachricht sah.

Sie sagte, dass sie das nicht mehr kann. Es fällt ihr wirklich schwer diese Entscheidung zu treffen, aber sie müsse einen Schlussstrich ziehen. Ihre Gefühle für mich sind einfach weniger geworden. Sie weiß nicht woran es läge. Erstens sei sie nicht bereit für eine Fernbeziehung als erste Beziehung. Zweitens fühlt sie sich zu jung und zu unerfahren für sowas.
Sie verabschiedete sich mit den Worten, dass ich so bleiben solle wie ich bin, denn ich bin ein toller Mensch und ein Freund, den man sich nur wünschen kann. Ich solle ihre Entscheidung bitte respektieren.

Ich musste ihre Nachricht bei meinem ersten Kaffee erstmal verarbeiten. Mir kamen so viele Gedanken durch den Kopf. So viele Gefühle. So viel wollte ich ihr sagen. Aber so viel konnte ich nicht sagen. Zusammengefasst schrieb ich, dass ich es schade finde dass sie mir diese persönliche Nachricht auf so einem unpersönlichem Weg mitteilen muss, aber ich ihr nichts vorwerfe. Ich respektiere ihre Entscheidung. Dankte ihr für die gemeinsame Zeit und dass es die schönste war, die ich bis jetzt mit einem Menschen verbringen durfte. Dankte ihr, dass sie mir vertraut hat und dass ich niemanden die Schuld gebe. Meine letzten Worte waren, dass ich niemanden die Schuld gebe. Das Leben ist viel zu kurz für Schuld oder Hass.

Keine Antwort bis jetzt. (Abends)

Was jetzt ist

Naja. Was soll ich sagen. Natürlich ging es mir sch.. Lag viel auf dem Boden rum. Weinte. Hörte auf zu weinen. Fing wieder an. Dachte an alles. Dass jetzt jemand anderes als ich sie berühren könnte. Dies. Das. Jenes. Hörte laut und sehr viel Slipknot ( People = *beep* ). Lief draußen rum. Hörte Podcast ( Grüße an andere Hackis da drausen ) Starb fast vor Anstrengung in einer Trainingseinheit. Telefonierte mit meinem besten Kumpel. Sprach sehr viel mit meiner Katze.
Habe mich natürlich eingelesen was ich jetzt tun sollte. Habe mir Videos angeschaut. Ich werde mich jetzt von allem trennen, was ich mit ihr in Verbindung bringe. Auch wenn es natürlich sehr weh tut.

Mich plagen natürlich immer noch Gedanken, dass ich sie nie wieder mit diesen Gefühlen sehen werde. Dass unser letztes Treffen das letzte war, ohne dass wir es wussten. Dass ich sie nie wieder auf die Stirn küssen kann. Nie wieder ihren Körper berühren kann. Dass ich ihr nicht mehr von meinem Tag erzählen kann. Dass ich ihr nie wieder sagen kann, dass ich sie liebe. Aber ich glaube, es ist Normal diese Gedanken zu haben. Und sie werden auch wieder verschwinden. Wie es wohl werden wird, wenn wir uns in der Studiumsphase im September wieder sehen? Naja, glaube, das ist mein geringstes Problem gerade.

Hätte ich anders reagieren sollen? Ich weiß es nicht. Ändern kann ich jetzt sowieso nichts mehr.

Mein Herz ist gebrochen und ich kann natürlich nicht erwarten, dass bis morgen wieder alles in Ordnung ist. Denn das wird es nicht sein. Bei einem gebrochenen Bein würde man auch nicht erwarten, dass es am nächsten Tag wieder verheilt ist.

Es war eine schöne Zeit mit ihr, an die ich mich bestimmt mein ganzes Leben erinnern werde. Das erste Mal mit einem Mädchen. Die erste Liebe. Das ist was besonderes, was man glaube ich nie vergisst. So wird sie mich auch hoffentlich nie vergessen.
Ich werde ihr nicht hinterher rennen. Das bin ich mir nicht wert. Ich will nicht, dass ihre letzte Erinnerung an mich ein Häufchen Elend ist. Ich lasse es so geschehen, wie es eben jetzt ist.

Zu sagen ist nur noch, dass ich stolz auf sie bin. Stolz, dass sie eine Entscheidung treffen konnte. Denn ich, wäre noch nicht so weit gewesen. Ich weiß auch, dass sie das ziemlich mitnimmt. Ich kenne sie.


Was ich mir durch diesen Eintrag erhoffe


Naja. Einerseits will ich denjenigen, die vielleicht ebenfalls in dieser Corona Zeit ihre Beziehung verloren haben, zeigen, dass sie nicht alleine sind. Dass es Anderen auch so geht, dass der mögliche gezwungene Abstand in so einer Zeit nicht immer gut verlaufen muss. Es ist nicht immer vermeidbar.
Natürlich ist eine Trennung schwer, aber wenn es nicht so wäre, könnte man auch nicht von Trennung sprechen.
Es ist natürlich doppelt schwer in der Zeit mit so etwas umzugehen, wenn man seine Freunde nicht sehen kann. Nicht weggehen kann. Wenn man seinen Gedanken zuhause gnadenlos ausgeliefert ist. Mit sich alleine klar kommen muss. Aber von jetzt an kann es nur besser werden. Wenn ich das jetzt überstehe, überstehe ich alles. Das mache ich mir momentan mit jedem zweiten Gedanken klar.
Vielleicht konnte ich dir durch meine Geschichte ein bisschen helfen.

Andererseits hat mir dieses Schreiben unendlich geholfen, meine Gedanken einfach festzuhalten und mich zu beruhigen. Ich kann mich jetzt in Ruhe schlafen legen.

Danke fürs Lesen!


P.S Gedanken zu meiner Story und andere persönliche Geschichten zu eurer ersten Trennung würde ich nur zu gerne lesen!

20.04.2020 22:02 • x 1 #1


Jonas95


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Hey Manu,

ich habe mir deine Geschichte gerade genau durchgelesen und bin teilweise echt baff wie sehr sich meine und deine Geschichte ähneln. Und glaub mir ich weiß genau wie du dich gerade fühlst, aber du hast meinen Respekt das du gerade scheinbar so stark damit umgehst so wie du schreibst.

Was du als letzte Nachricht erhalten hast, bekam ich in ähnlicher Form auch geschickt, nur das ich selber erfragen musste was jetzt überhaupt Sache ist. 3 Wochen war ich bis dato in Ungewissheit, was mich echt noch fertiger gemacht hat, weil man keinen Schlussstrich ziehen konnte. Du bist nicht alleine denk daran.

Und eines kann ich dir sagen, du hättest nichts machen können. Du bist so wie du bist. Die Fragen nach dem warum werden dich vielleicht noch eine Zeit lang begleiten, dass ist ganz normal. Auch 4 Wochen ohne Kontakt ist sie ständig in meinen Gedanken, und ich vermisse sie natürlich.

Aber auch ich habe mir geschworen nichts weiter zu unternehmen, hatte einen Brief geschrieben und nie abgeschickt. Nichts zu unternehmen ist einfach das beste, denn nur so kann uns jemand anders vermissen. Versuche dein Leben so gut es geht weiterzuleben, traurig sein und weinen gehört dazu aber irgendwann geht es wieder bergauf.

Ich fühle mit dir und wünsche einen schönen Abend

20.04.2020 22:40 • x 1 #2




Maanuu

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Danke für deine Gedanken dazu!
Man muss dazu sagen, dass ich bereits schon öfter von guten und langjährigen ( vielleich auch besten?) Freunden/Freundinnen "verlassen" wurde. Sie logen mich mehrmals über die selbe Sache an. Kontakt ende.

Tut mir echt leid zu hören, dass es bei dir auch so verlaufen ist..
Wie lange wart ihr zusammen, wenn ich fragen darf?

21.04.2020 09:28 • #3


Jonas95


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Ja klar ich verstehe dich schon, aber ist das jetzt vermutlich ein wenig anders, wenn man seine Liebe verliert. Auch wenn es immer schwer ist, wenn ein Mensch aus dem Leben verschwindet.

Wir kannten uns bereits zwei Jahre und waren knappe 5 Monate fest zusammen, ich dachte ich ich hätte diese eine Frau für mich gefunden. Es gab auch keinerlei Anzeichen, sie war unglaublich verliebt. Dann war sie ein paar Tage im Urlaub und es war auf einmal alles anders.
Hast du denn im Vorfeld was gemerkt, ich mein bevor sie anders wurde?

21.04.2020 16:21 • #4


Maanuu

Maanuu


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Nein tatsächlich nicht, sowas ist aber auch schwer über WhatsApp zu merken.
Am Anfang der Ausgangsbeschänkung und am Anfang der letzten 3 Wochen mit uns telefonierten wir noch, schrieben sehr viel, sie erzählte sehr viel von ihrem Arbeitstag. Ich saß ja erzwungenermaßen zuhause rum, deswegen konnte ich von meinem Tag nicht viel erzählen.
Sie war sehr gestresst, weil sie nach dem Arbeiten immernoch den ganzen Stoff lernen musste, für den ich den ganzen Tag Zeit hatte, deswegen dachte ich mir erstmal nicht viel dabei wenn sie weniger geschrieben hat.
Dann verlief es wie oben geschrieben.
Sie meinte, dass als wir uns noch regelmäßig gesehen haben, wirklich alles Gut war und sie die Zeit sehr genossen hat. Es hat laut ihr erst in der Coronazeit jetzt angefangen, dass Zweifel aufkamen und sie weniger für mich empfand.

21.04.2020 16:38 • #5


nova


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Ja das sind diese ersten 100 Tage, wo sich der erste Verliebtseins-Hype legt und der Alltag langsam einkehrt. Da brechen schon viele Beziehungen auseinander. War bei mir ungefähr auch um diesen Zeitpunkt herum, dass die Ex angefangen hat sich zu distanzieren. Erst räumlich (hat viel gearbeitet, haben uns dann nicht mehr soviel gesehen), dann auch emotional (wurde auf einmal für Belanglosigkeiten kritisiert). Dann hatten wir unseren ersten Streit und am nächsten morgen hat sie die Beziehung beendet.

Ich habe daraus gelernt, dass je intensiver Beziehungen anfangen, desto schneller gehen sie auch wieder kaputt. Dieses Intensive mag sich am Anfang richtig gut anfühlen, steht aber einer langsamen und stabilen Kennenlernphase total im Weg. Was hat mich meine Ex mit Komplimenten überhäuft (Love Bombing), wie unglaublich war der S. und wie oft hat sie gesagt dass ich sie unendlich glücklich mache. Bis sie sich dann langsam distanziert und schließlich Schluss gemacht hat. So ein Beziehungsverlauf nennt sich dann toxisch. Entsteht oft wenn man Beziehungen aus einem Mangel heraus eingeht. Wenn man Wünsche und Bedürfnisse in den Partner hineinprojiziert. Wenn man diese fehlenden Bedürfnisse durch und mit dem Partner auszugleichen versucht (mit Nähe, Komplimenten, Zweisamkeit). In dieser ersten Phase (Idealisierungsphase) verliebt man sich in sich selbst. Also in das Bild das man vom Partner zurückgespiegelt bekommt. "Wenn mich diese Frau gut findet, muss ich ja wirklich richtig gut sein." Deswegen ist das ganze auch so wahnsinnig intensiv. Dann kommt man schnell in eine emotionale Abhängigkeit rein. Man möchte dieses Gefühl dass der Partner einem gibt nicht verlieren, entwickelt Verlustangst und Liebessucht. Das wiederum stört die Polarität in der Beziehung. In dem Moment ist man nicht mehr auf Augenhöhe. Die Attraktivität lässt nach. Meistens macht dann der "nicht emotional abhängige" Part Schluss, weiß zwar nicht genau wieso es nicht geklappt hat weil man ja eigentlich "ein so toller Partner" wäre. Aber die Anziehung am Ende einfach weg war.
Dieses Gefühl kann man, wenn man sich mit den Dynamiken und Bedürfnissen von solchen Beziehungen nicht weiter auseinander setzt einfach nicht beschreiben, deswegen wird dann bei solchen Trennungen immer rumgegurkt. Bei mir hieß es ich wäre ihr absoluter Traummann, sie hätte sich Kinder mit mir vorstellen können, aber sie wüsste nicht wieso sie keine Lust mehr auf mich hätte. Naja, jetzt hab ich wieder viel über meine Erfahrung beschrieben, aber ich erkenne hier oft Parallelen, vielleicht hilft es euch ja und regt euch zum Nachdenken an.

Um wieder zurück zu kommen, du hättest gar nichts anders machen müssen. Du hast aus deinem besten Gewissen heraus gehandelt und manchmal passen Menschen einfach nicht zusammen. Bau dich wieder auf, tu dir selbst Gutes und dir wirds bald besser gehen.

21.04.2020 16:58 • x 2 #6


DieSeherin

DieSeherin


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oh je... lass dich drücken - liebeskummer ist mist

und ich glaube ja, dass da gar nicht mal corona der "feind der beziehung" war, sondern die ganze neue situation durch eure praktikumszeit. ich war für mein studium in hof (das sagt dir bestimmt was ) und da sind ganz viele beziehung im ersten abschnitt entstanden - ganz viele davon aber auch am ersten praktikumsabschnitt wieder auseinander gegangen. auf dem campus war alles noch toll und man hatte unglaublich viele gemeinsame themen und unternehmungen.... und das leben in der heimatstadt im praktikum war dann plötzlich ein ganz anderes.

ich kann dir einfach nur mut machen, dass es dir irgendwann wieder besser gehen wirst, du mit liebevoller sentimentalität an eure gemeinsame zeit denken wirst und dann auch wieder offen sein wirst für eine neue liebe

21.04.2020 17:08 • x 1 #7


Maanuu

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@nova

Wow, danke dir für deinen Beitrag! Ich musste mich wirklich kurz zurücklehnen und nochmal alles durchdenken. Und ja. Du hast Recht. Du hast mit allem Recht.
Wir hatten diese Kennenlernphase eigentlich nicht. Wir haben uns zwar kennengelernt, weil wir nebeneinander wohnten, und uns dann erst ganz unverbindlich zum lernen getroffen haben, aber sind dann sehr schnell auf körperlichen Kontakt übergegangen, weil ich sie getröstet hatte, weil ein Test schlecht lief. Und ab da an hatten wir jeden Tag intensiven Körperkontakt, der dann relativ schnell Intim wurde und in einer Beziehung endete. Eigentlich gar nicht meine Art, ihre auch nicht. ( Für Beide das erste mal Intim werden)
Das heißt, unsere Beziehung war tatsächlich fast nur auf unseren körperlichen Kontakt und unserer Nähe aufgebaut. Das wird mir jetzt gerade beim Lesen deines Kommentares klar. Vielleicht war es diese aufgestaute Lust in uns beiden, endlich jemanden zu haben und zu spüren? Vielleicht auch. Ich weiß es nicht.
Wir buchten auch kurze Zeit nach unserem Zusammenkommen für Mai Urlaub. Paris. Naja. Der wäre ja sowieso ausgefallen..

Ich danke dir für deine Antwort! Ich werde sicherlich noch ein bisschen weiter drüber nachdenken.

21.04.2020 17:26 • x 1 #8


Maanuu

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@DieSeherin
Danke für deine Worte!
Ach ja, das alt bekannte Hof.. Wie klein selbst das Internet manchmal ist

Aber auch du hast denke ich, je mehr ich drüber nachdenke, Recht. Wir waren uns ja beide nicht sicher wie das dann funktionieren würde. Wobei wir uns, wenn die Coronazeit nicht gewesen wäre, ja trotzdem öfter sehen hätten können. Wochenenden etc. Es wäre nicht unmöglich gewesen. (Sie Wohnt in München, ich in Richtung Augsburg) Also denke ich, dass dieser Monat Zwangspause und Kontaktferne Zeit schon auch zu der Entscheidung geführt hat, was denkst du?

Es ist genauso wie du sagst. Auf dem Campus war alles Toll und eine perfekte Situation für frische Paare. Die ganze Zeit konnten wir zusammen sein. War nur manchmal mit den Doppelzimmern schwierig...( )

Mich Plagen nur Gedanken, wie es wohl sein wird, wenn ich sie dann im September wieder sehe? Naja, das kann wirklich keiner Wissen..

21.04.2020 17:35 • #9


nova


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Freut mich, dass ich dir ein wenig helfen konnte. Bei mir ist es tatsächlich auch hauptsächlich die Intimität mit der Ex und das Gefühl das sie mir gegeben hat was ich an der Beziehung vermisse. Sie als Partnerin eigentlich überhaupt nicht, weil sie für mich wichtige Eigenschaften (aufmerksam, loyal, empathisch) gar nicht besaß.

Zitat:
Wir buchten auch kurze Zeit nach unserem Zusammenkommen für Mai Urlaub.

Das nennt sich Fast Forwarding Google die Begriffe mal (Love Bombing, Fast Forwarding, Future Faking). Mir hat die Recherche über die Dynamiken von toxischen Beziehungen wahnsinnig geholfen einen rationalen Blick auf die ganze Sache zu bekommen. Ich weiß jetzt auch, dass weder meine Ex noch ich groß Schuld an diesem Verlauf hatten. Wir beide sind für uns genommen ziemliche coole Individuen. Aber in der Beziehung waren wir einfach nur zwei Partner von verschiedenen Polen (ich überaus empathisch, sie ziemlich egozentrisch), deren daraus resultierende Bindungsstile überhaupt nicht zusammen gepasst haben. Nur leider ziehen sich solche Menschen immer wieder an (human magnet syndrome).

Zitat:
Mich Plagen nur Gedanken, wie es wohl sein wird, wenn ich sie dann im September wieder sehe?

Mein Tipp: Kontaktsperre und an dir selbst arbeiten, dann siehst du ja was die Zeit bringt. Du scheinst ein ganz aufgewecktes Kerlchen zu sein, du machst das schon

21.04.2020 17:42 • x 1 #10


Maanuu

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@nova

Und schon wieder ein Wow-Moment für mich. Das beschreibt die Beziehung mit ihr ziemlich genau. Werde mich in der Hinsicht aufjedenfall einlesen.
Natürlich ist es trotzdem nicht einfach, das ganze jetzt einfach so aufzugeben. Zumindest auf meiner Seite sind aufjedenfall Trotzdem Gefühle zu finden, bzw. waren. Wie echt sie auf der anderen Seite waren, weiß ich nicht. Ist mir auch egal. Finde es einfach schade, wie es verlaufen ist und dass ich nicht mehr Zeit mit ihr hatte.

Aber das sind jetzt natürlich wieder nur diese Gedanken, die man immer hat, wenn man etwas nicht mehr hat. Diese verlockenden und schönen Gedanken..


Danke für deine aufmunternden Worte. Werde ich mir aufjedenfall zu Herzen nehmen!

21.04.2020 20:20 • #11


nova


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Natürlich, die Gefühle will ich dir gar nicht absprechen. Trennungen und der Verlust von Menschen die einem nahe standen tun immer verdammt weh. Nimm dir die Zeit für dich, lass die Trauer zu, verarbeite die Dinge und die Schmerzen und Gedanken an die Ex werden mit der Zeit weniger.
Ich konnte die ersten 4 Wochen nach der Trennung keine einzige Nacht durchschlafen, weil mir immer im Halbschlaf ein Gedanke an die Ex kam und ich dann hellwach und traurig war. Mittlerweile (10 Wochen nach der Trennung) kommt das gar nicht mehr vor. Liebeskummer, vor allem bei intensiven, toxischen Beziehungen, ist für den Körper und Geist nichts anderes als ein heftiger Dr ogenentzug. Da muss man leider durch.

Mittlerweile bin ich so weit, dass ich mich gerne an die gemeinsame, schöne Zeit zurückerinnere, aber akzeptiert habe, dass wir von unseren Ansichten einer Beziehung (bzw. von Nähe und Distanz in einer Beziehung) einfach nicht zusammengepasst haben.

Ich fand deinen ersten Beitrag oben übrigens echt gut zu lesen

21.04.2020 23:11 • #12


DieSeherin

DieSeherin


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Zitat von nova:
Das nennt sich Fast Forwarding Google die Begriffe mal (Love Bombing, Fast Forwarding, Future Faking). Mir hat die Recherche über die Dynamiken von toxischen Beziehungen wahnsinnig geholfen einen rationalen Blick auf die ganze Sache zu bekommen.


naja... ist okay, wenn das hilft mit etwas abzuschließen - ich finde es aber ziemlich seltsam, dass immer versucht wird, irgendeine "professionelle diagnose", untermauert mit toll klingendem neudeutsch zu finden. manchmal passt es schlicht und ergreifend nicht und der liebesrausch ist vorbei und hinterlässt einen kater

und Maanuu, wahrscheinlich hat diese corono-beschränkung nur beschleunigt, was euch eh passiert wäre. ist vielleicht ja dann auch besser, weil du mit jedem monat länger in beziehung, einen noch schlimmererereren liebeskummer gehabt hättest.

du kannst jetzt die zeit nutzen und abstand gewinnen, wieder die schultern zu straffen und dann im september souverän als kumpel aufzutreten.

22.04.2020 08:46 • x 1 #13


nova


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Ich verstehe total was du meinst, ich will mir auch gar keine Diagnose anmaßen, eine professionelle schon gleich gar nicht. Ich finde es aber total spannend wie sich Beziehungsdynamiken gleichen können, sobald bestimmte Charaktere von Partnern zusammen kommen. Ob man das jetzt "es passt nicht", "Liebesrausch vorbei" nennt oder irgendwelche SEO Buzz Words dafür verwendet ist ja eigentlich nebensächlich.

Diese Begriffe haben mir insofern weitergeholfen, dass ich einen entfernteren Betrachtungswinkel bekommen habe, dass ich doch nicht alles falsch gemacht habe, zu einer Beziehung immer zwei dazu gehören und es manchmal, wie du eben sagst, einfach nicht passt

22.04.2020 10:23 • #14


Maanuu

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@nova
Oh ja die Gefühle waren da. Ich denke sogar auf beiden Seiten. Nur auf einer haben sie eben die Zeit des Getrennt seins überwunden..
Was das schlafen an geht, bin ich verschont geblieben. Ich kann zum Glück relativ gut schlafen und auch lange. Nur die Träume von ihr plagen mich teilweise wirklich..

Ja an diesen Punkt werde ich hoffentlich auch noch kommen. Aber nicht jetzt. Jetzt tut jede Erinnerung weh.

@DieSeherin
natürlich weiß man die wahren Gründe nie.. Wenn man sie wüsste, wollte man sie eh nicht wahr haben.
Ja ich denke leider, da hast du Recht. Corona war dem ganzen nur eine kleine "Hilfestellung" . Wenn sie sowieso Zweifel an solch einer Wochenendbeziehung hatte, wäre es wahrscheinlich eh nach kurzer oder langer Zeit vorbei gewesen..

Was das Kumpel sein angeht, weiß ich nicht ob ich das verkrafte. Zumindest jetzt, macht mich der Gedanke kaputt, nur noch ein "Kumpel" zu sein..


Sie hat übrigens heute früh auf meine letzte Nachricht geantwortet.
Sie dankt mir, dass ich ihre Entscheidung respektiere, dass wir eine tolle Zeit zusammen hatten und dass ich immer für sie da war. Sie wird die Zeit mit uns nie vergessen. Außerdem ( das musste ich erstmal sacken lassen ) dass ich der "beste erste Freund, den sie sich hätte wünschen können" war. Wow. Das macht einen Abschied natürlich nicht gerade einfacher..
Wenn ich doch ein so toller Freund war, wieso will sie das denn nicht weiter? Naja, Gedanken über Gedanken gerade.
Mich beruhigen ihre abschließenden Worte tatsächlich auch, dass sie wenigstens gemerkt hat, wie sehr ich mich bemüht habe, der Freund zu sein, wie man sich ihn wünschen würde.
Aber es war offenbar nicht genug, Es ist nie genug..
Dennoch hilft es mir gerade, meinen inneren Frieden mit der Sache zu finden. Das nicht alles umsonst war..
Mein Herz würde ihr natürlich gerne antworten. Mein Verstand sagt, dass es keine gute Idee ist. Ich werde es nicht tun.

22.04.2020 10:32 • #15



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