Liebe Groupie,
erst einmal einen ganz lieben Dank für Deine aufmunternden und warmen Worte.
Die werde ich mir wirklich zu Herzen nehmen, denn Du hast absolut recht!
Dass Dir mein Name gute Laune macht, freut mich. Dass er so eine Wirkung hat, war mir nicht bewusst. Umso schöner, diese Rückmeldung
Man kann hier wirklich von Trauerarbeit sprechen. Meine Wut über all die Ungerechtigkeiten ist ja schon längst verflogen. Ich bin einfach nur entsetzt und unendlich traurig, dass mich meine eigene Mutter so schlecht sieht. Dass ihre Vorwürfe in jeglicher Weise unberechtigt sind, weiß ich und dass sie aufgrund ihrer Störung so handelt, ist mir auch klar. Und ich weiß auch, dass sie niiiiiieeeemals auf mich zukommen wird und sich entschuldigt. Von daher habe ich abgeschlossen. Ich werde garantiert nicht mehr klein beigeben. Das habe ich mein ganzes Leben lang gemacht. Nun ist Schluß!
Der Brief, den ich von ihr bekommen habe, ist für mich ein eindeutiger Beweis, dass sie mich aus IHREM Leben verbannt hat. Weil ich so ein furchtbarer Mensch bin. Wozu soll ich ihr weiterhin ihr Leben schwer machen und mich weiter anbiedern?! Nein, das muss ich gar nicht. Wer mich nicht als der Mensch sieht, der ich bin und mich wertschätzt, der ist es schon gar nicht Wert, in meinem Leben zu verbleiben. Mutter hin oder her.
Jeder, der den Brief gelesen hat, hat mit dem Kopf geschüttelt und gesagt....die ist ja krank!. Immerhin eine weitere Bestätigung, dass nicht ich mal wieder die Schuldige bin. Und das bestärkt ungemein.
Mir geht es gut in meinem Leben. Ich bin gesund, habe einen guten Job, eine sehr schöne Wohnung, liebe Freunde, tolle Töchter und ein Goldschatz von Enkelkind. Auf meine Kinder und mein Enkelkind bin ich so stolz und unendlich glücklich, dass ich sie habe. Da kann ich wirklich auf einen Menschen, der sich Mutter nennt aber weit davon entfernt ist, eine zu sein, sehr gut verzichten. Vor allem, weil ich festgestellt habe, dass ich ja nichts verloren habe. Man kann nichts verlieren, was man niemals hatte.
Und trotzdem möchte ich mich nicht selbst belügen. Es tut verdammt weh diese Erkenntnis. Es wird wohl noch ein Weilchen dauern, bis ich keine negativen Gefühle mehr habe und Zwiesprache mit meiner Mutter halte.
Ich habe sicher nicht alles richtig gemacht. Es wäre vermessen, das zu behaupten. Aber ich bin überzeugt davon, dass ich meinen Kindern eine Mutter war und bin, die ganz viel Liebe, Verständnis, Wertschätzung und Respekt für sie hat und dies auch zeigen kann. All das, was ich selbst leider nicht erfahren durfte...zumindest nicht seitens meiner "Mutter"
Aber auch ich hatte mit meiner ältesten Tochter schlimme Zeiten. Leider hat meine Tochter doch so einige narzisstische Züge und ist meiner Mutter in ihrem Verhalten recht ähnlich. Fehlende Empathie, immer im Vordergrund stehen müssen und sich selbst wichtig nehmen etc. Da bin ich komplett das Gegenteil und habe mit dieser Art richtig Schwierigkeiten. Und ich hatte mich immer gewundert, warum ich gerade mit den beiden mir wichtigen Menschen derartige Probleme habe. Ich dachte immer, es wäre das "typische" Mutter/Tochter-Problem. Und das auf beiden Seiten. Nun weiß ich aber, was Sache ist. Ist trotzdem nicht einfacher

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Dass Du keinen Kontakt zu Deiner Tochter hast, ist sehr traurig und tut mir sehr leid. Ich glaube, ich kann mir vorstellen, wie sehr es Dich verletzt und traurig macht.
Warum hast Du Angst, Dich zu wehren? Sich zu vergraben oder totzustellen, ändert die Situation nicht und trägt leider auch nicht dazu bei, dass man sich besser fühlt.
Ich wünsche Dir von ganzem Herzen, dass Du Dich mit Deiner Tochter wieder annähern kannst. Dass es eine Möglichkeit gibt und Du wieder fröhlich sein kannst. Dafür ganz viel Kraft, Mut und Stärke!
Fühl Dich gedrückt!
Ganz liebe Grüße
Miss Lollipop