Zitat von Leuchtfeuer83:Aber -
mir geht diese fadenscheinige Doppelmoral echt auf den Keks. Ja, Fremdgänger sind immer die Bösen und die Betrogenen die armen Opfer...
Ich habe mit meinem Partner darüber gesprochen was ich in einer Beziehung brauche. Sechs ist dabei nicht das primäre Ziel, sondern knutschen, Streicheleinheiten, körperliche Intimität...
Gibt er mir das? Lässt er mich frei? Muss er das überhaupt? Nein. Warum nicht? Weil er mich liebt. Trotzdem handelt auch er aus egoistischen Motiven, weil er nicht teilen will, weil er Exklusivität will, obwohl er nicht viel damit anfangen kann.
Wie viele Menschen verhungern emotional an einem anderen Menschen?
Wie viele der armen, völlig schockierten Betrogenen haben Gespräche nicht Ernst genommen, Anzeichen ignoriert und stillschweigend gefordert, dass doch bitteschön der spätere Betrüger alleine Kompromisse macht.
Es scheint völlig normal zu sein in unserer verkorksten Gesellschaft, dass unfreiwilliges Geben als verachtenswerter gilt als der erzwungene Verzicht. Sie/er will keinen Sechs, also hat der andere damit zu leben, wenn er/sie behauptet, man liebt den Partner.
Da ist derjenige der Buhmann, der nach monate/jahrelanger sechsueller Abstinenz eine Bordsteinschwalbe aufsucht etc. SO etwas tut man doch nicht, DAS hat nichts mit Liebe zu tun...
Ich bin in dieser Konstellation so sehr der Ahrsch, weil ich mir, ohne zu Fragen, genommen habe, was mir mein Partner einfach nicht geben kann.
Warum werden diejenigen mit kaum vorhandener Libido, keiner sechsuellen Neugier eigentlich nicht als die wahren Ahrschlöcher bezeichnet, wenn sie von vorne herein und/oder bewusst ihren Partner um dessen Lust betrügen?
Da kann ja derjenige gehen, dem was fehlt & schon wieder ist der/die der Ahrsch, schließlich schmeißt man für so was primitives keine ansonsten intakte Beziehung weg.
In dem Punkt bin ich voll bei dir, kann dich sehr gut verstehen! Ich finde es auch gut, dass du diesen Thread erstellt hast, um auch mal die andere Perspektive zu zeigen.
Und ehrlich gesagt habe ich auch nie verstanden, dass es Leute (Männer und Frauen) gibt, die
in einer Beziehung S*x und Zärtlichkeiten verweigern. Man kann ja auch "mitmachen", wenn man mal keine Lust hat, wenn es der anderen Person gerade wichtig ist. Falls einen der Partner oder die Partnerin so anekelt, dass man sich nicht vorstellen kann, auch mal S*x zu haben, auch wenn man keine Lust hat, dann frag ich mich sowieso, warum man überhaupt zusammen ist, dann kann man sich doch auch gleich sauber trennen.
Also bis hierher kann ich dich @Leuchtfeuer83 total verstehen! Dennoch finde ich es ziemlich fragwürdig, sich dann ein Lügenkonstrukt aufzubauen und von einer Win-Win-Situation zu sprechen, wenn man den Partner anlügt. Dein Frust ist verständlich, aber dann kann man auch eine andere Lösung suchen, beispielsweise eine offene Beziehung vereinbaren oder sich eben trennen.