Zitat von Morrighan:ich versuch die ganze Zeit schon zu überdenken wie man Glück/Zufriedenheit/Liebe unter einen Hut bringt.
für mich wars einfach perfekt so wies war. Ich war glücklich und zufrieden und daher auch verliebt. Er war zwar auch zufrieden, hat angeblich ja nichts zu meckern gegeben, aber trotzdem meint er er hat keine Gefühle mehr.
Ich versteh das nicht. Oder bin ich da zu Kopf gesteuert?
Wenn ich daran denke welche Dinge ihn an mir fasziniert haben, die sind bitte alle noch da, warum findet er sie nicht mehr faszinierend? Wegen dem Alltag? Oder weil er nicht daran denkt das ihn das fasziniert?
Wie entsteht eigentlich die innigere Liebe die nach den Schmetterlingen kommt?
Die großen Menschheitsfragen.
In dem konkreten Fall bist Du tatsächlich etwas kopfgesteuert. Du sagst ja, dass Du glücklich warst, aber das muss im Umkehrschluss ja noch lange nicht bedeuten, dass er es auch war. Man spiegelt sich ja nicht automatisch im Partner. Und wenn der Partner emotional sowieso etwas verbaut ist, dann kann er Deine Zufriedenheit nicht wahrnehmen.
Bei mir war das manchmal ähnlich. Ich freue mich über viele kleine Dinge im Leben. Das kann ein Sonnenaufgang sein, gutes Essen oder ein schönes Bild. Aber es ist eben nicht so, dass ich ob der Freude sofort auf dem Tisch tanze. Meine Ex war da anders. Bei ihr muss alles immer etwas exzessiv sein und sie kann einen, der sich still über etwas freut, nicht wahrnehmen. Dafür kann ich aber wiederum nichts.
Zum Beispiel war ich ihr im Bett zu leise und sie hat da tatsächlich den Versuch unternommen, mich da umzudrehen. Das muss man sich mal vorstellen. Ein Mensch versucht, an meiner intimsten Seite herumzudoktern. Nur weil SIE eben das Gefühl hatte, ich würde keinen Spaß beim 6 haben. Da konnte ich tausendmal sagen, dass das keinesfalls stimmt. Wäre dem so, hätte ich mit ihr nicht ins Bett gehen können und hätte auch nicht die "Leistung" vollbracht, mit der sie immer mehr als zufrieden war. Und ich auch. (Das soll kein narzisstisches Eigenlob sein!) Ich war in der Hinsicht ein wirklich unternehmungslustiger und offener Mensch, der mit Haut und Haaren geliebt hat. Aber ich werde mich nicht wie ein röhrender P0rn0star benehmen, wenn das mir nicht entspricht. Punkt!
Mach Dir nicht so viele Gedanken! Du weißt doch, dass er dem Reiz des Neuen hinterherrennen muss. Das hat mit Dir überhaupt nichts zu tun. So weit warst Du im Kopf aber eigentlich schon. Vergiss das bitte nicht!
Wie die Liebe entsteht, die nach den Schmetterlingen kommt?
Da gibt es verschiedene Ansichten. Eine davon ist, dass nach der Phase der Verliebtheit das Bindungshormon "Oxytocin" ausgeschüttet wird, welches die Partner zusammenhält und biologisch gesehen, die Möglichkeit zur sicheren Aufzucht von Nachwuchs gewährleisten soll. Mir ist diese Betrachtung aber zu einseitig, weil ich uns Menschen eben auch als Kulturwesen sehe, die nicht rein biologisch funktionieren. Es spielen viele Aspekte hinein, ob und wie jemand lieben kann. Das können biographische oder auch literarische sein. Ganz frei sind wir nämlich alle nicht von dem, was uns Hollywood und Pilcher so vermitteln wollen, obwohl wir genau wissen, dass dies unrealistische Bilder der Liebe sind.
Ich finde aber, dass die Biographie bzw. der Umgang mit ihr, der Knackpunkt ist, wie wir "Liebe" wahrnehmen und gestalten. Wir orientieren uns als Kinder unterbewusst an einem Elternteil und übernehmen seine Verhaltensweisen in Liebesdingen. Und manchmal sind es eben keine guten. Dazu kommt dann noch, wie sich die Erziehung gestaltet hat. Wurden wir wahrgenommen, vernachlässigt, verhätschelt, geliebt, erniedrigt oder, oder, oder. All das kommt in Partnerschaften, die uns an die Zeit der Kindheit erinnern, wieder hoch. Und wenn wir nie gelernt haben, dass Liebe nichts Bedrohliches oder Unbeständiges sein muss, können wir in ihr auch aufgehen. Alles andere ist zum Scheitern verurteilt, wenn wir nicht daran arbeiten. Das weiß ich jetzt. Ich habe es so erlebt.
Ich bin zum Beispiel sehr behütet aufgewachsen, habe viel Liebe und körperliche Nähe erfahren. Meine Ex kommt aus schwierigen Verhältnissen. Eine unangenehme Scheidung musste sie miterleben, einen depressiven Vater und eine Mutter, die ihr Leben nachgeholt hat, anstatt sich um ihre Kinder zu kümmern. Meine Liebste hat sich eben irgendwann angewöhnt, nach außen eine gewisse Härte zu sich und anderen zu zeigen, obwohl sie eigentlich ein ganz sensibler und zerbrechlicher Mensch ist. Aber diese Dinge begreift sie eben als Makel und lässt keinen ran. Das ist so schade, wie sie an sich vorbeilebt! Aber eben jetzt nicht mehr mein Problem. Dabei bleibt es.