Zitat von Morrighan:Hinrich, interessanter Weise hatte ich gestern Abend und heute morgen ähnliche Gedankengänge. Die Überlegung wie wäre es geworden wenn man länger zusammen ist. Gewisse Charaktereigenschaften werden im alter schlimmer. Ich seh das an meinem Vater, der den gleichen Charakter hat. Und ich hab auch ganz zu Anfang in dieser Beziehung schon wegen ihm geweint, weil er mich so gekränkt hatte. Damals war ich spazieren und dachte darüber nach was ich tun soll, gehen so lange es noch nicht zu sehr weh tut? Oder bleiben und rausfinden was aus der Beziehung wird? Wie man sieht hab ich mich für 2 entschieden und blieb. Ich hab mich mit seinen Eigenarten auseinandergesetzt, aber ich hab ihn auch darauf angesprochen. Und er hat teilweise daraus gelernt ohne das ich groß diskutieren musste.
Er hat oft wenn es eine Situation gab die ihm nicht passte sehr eingeschnappt reagiert und drei Tage nicht mit mir gesprochen und mich nichtmal angesehn. Das kränkt mich auch sehr. Interessanter Weise gab es die selbe Situation nochmal und er reagierte komplett anders, nämlich so wie ich das gern gehabt hätte. Also dürfte er gelernt haben.
Ich hab ihm auch gesagt das ich diese 3 Tage Spinnerei nicht immer hinnehmen kann, und das mich das sehr kränkt. Das gab es dann auch nicht mehr. Ich sag ja, seltsamer Weise war er bei mir im Umgang nicht so herb wie mir (natürlich erst im nachhinein) erzählt wird.
Trotzdem bin ich der Meinung das man mit gewissen Eigenheiten die jemand hat einfach leben muss oder es lassen muss. Ich möchte auch akzeptiert werden wie ich bin. Aber ich bin auch jemand der über alles reden will wenns nicht passt.
Das hat er auch behauptet. Er hat mir versprochen zu sagen wenn etwas nicht passt. Er hats aber erst gesagt nachdem er sich ca. 3 Wochen den Kopf zerbrochen hat, und für sich schon den Schlussstrich gezogen hat. Er hat mich nurmehr vor die vollendete Tatsache gestellt. So hab ich mir das zwar nicht ganz vorgestellt, aber naja...
Ich habe diesen Spagat auch versucht. Habe gedacht, dass ich mit ihren Macken umzugehen lerne. Aber letztlich war das emotionaler Selbstbetrug. Meine Zweifel waren rückblickend nämlich auch so groß, dass ich kurz vor der Trennung stand bzw. lag mir der Satz: "Du, wir sehen uns jetzt mal eine Weile nicht", schon auf den Lippen. Aber ich konnte mir eben auch ausmalen, dass dieser wahrscheinlich sofort zum Aus geführt hätte. Und aus Angst sie zu verlieren, habe ich mich dann (wieder mal) zurückgestellt. Nach fast sieben Jahren fällt sowas eben schwer. Dumm, ich weiß. Rückblickend hätte ich die Notbremse wirklich ziehen müssen. Aber dann spielen immer wieder schöne Momente mit herein und man verwirft den letzten Schritt.
Gewisse Grundeigenschaften eines Menschen muss man tatsächlich akzeptieren und damit leben lernen oder eben nicht. Das stimmt schon. Wenn der Partner aber unzufrieden mit sich selbst ist, kann der andere nicht den Part übernehmen, dies zu korrigieren. In Teilen vielleicht, aber nicht generell. Das weiß ich jetzt. Ich habe in der Partnerschaft versucht, den geliebten Menschen irgendwie auf seine inneren Kämpfe hinzustoßen und ihn zu sich selbst zu führen. Und mich damit selbst aufgegeben oder verloren. Man kann keinem beibringen, wie man sich selbst liebt. Auch das weiß ich jetzt. Da hilft kein Reden. Schon gleich gar nicht, wenn das Gegenüber bei gewissen Themen sofort die Rollläden heruntersausen lässt.
Dass sich Verlassende schon lange vor der eigentlichen Trennung mit dem Verlassen beschäftigen, scheint in der Natur des Menschen zu liegen. Ich habe es ja letztlich auch so gemacht. Man will halt die Hoffnung dann doch nicht aufgeben und der Rest der Liebe ist immer noch groß genug, um den Blick ein wenig zu verstellen. Man sieht leider erst im Nachhinein, dass die Beziehung keine Chance mehr hatte bzw. nie eine hatte. Ich weiß auch nicht, warum das so ist.
Am Anfang meiner Beziehung zu ihr war ich wesentlich selbstbewusster, habe mir sehr viel Zeit gegeben, um wirklich offen für eine Partnerschaft zu sein, habe gesagt was mir nicht passt, meinen Freiraum eingefordert , sie teilweise heimgeschickt, wenn ihre inneren Probleme für mich zu anstrengend wurden und habe mich nicht unter den Pantoffel stellen lassen. Aber irgendwie habe ich all das mit der Zeit aufgegeben. Komisch. Ich bin eigentlich gar nicht so.
Das wird bei der nächsten Frau an meiner Seite auf jeden Fall anders. Die muss mit sich im Reinen sein, auch alleine klarkommen, offen auf mich und sich zugehen können und mir mein Leben lassen. Dann kann es funktionieren.
Zitat: Ich bin in meinem Fall überzeugt davon das er zwar irgendwie weiss das was schief läuft, aber er kommt da nicht raus, weil er sich weigert den Fehler bei sich zu suchen. Dafür ist er zu viel von sich selbst eingenommen. Um Fehler einzugestehn braucht es Größe. Die hat er nicht.
Das kenne ich nur zu gut. Er rennt vor sich selbst davon. Deshalb auch gleich wieder der nächste Partner. Sich ja keine Zeit geben, die eigene Verantwortung zu hinterfragen oder sogar anzuerkennen. Denn das ist schmerzhaft. Lieber die Selbstzweifel wegschieben und sich mit neuen "Schmetterlingen" beruhigen. Aber wir beide wissen, dass diese Flucht irgendwann ins Verderben führen wird. Doch ist das jetzt nicht mehr unser Problem. Eigentlich ist das auch ein wenig schön.