Zitat:Zitat von Käptn Nemo:
Ich will meiner Tochter gar nicht alles nehmen
Zitat:Zitat Heffalump:
Im Gegenteil, du gibst ihr sogar noch viel Rüstzeug für ein gesundes Leben. Das man nicht alles aushalten muss, das man aus jeder Situation gehen kann, wenn es für einen selbst nicht mehr tragbar ist
Ist das in der Realität tatsächlich so und so einfach? Ist das der alles bestens abdeckende Königsweg und
gleichzeitig umfassende Problemlöser? Ist diese Sichtweise nicht zu eindimensional? Fehlen da nicht wichtige
Parameter?
Nemos Tochter ist 8 Jahre alt, geht zur Grundschule, weiß einiges (viel) und hat sicher einiges mitbekommen.
Den meisten Kindern in dem Alter kann man kein X für ein U mehr so einfach vormachen. Sie bekommen mehr
mit und verstehen meist mehr als Erwachsene glauben.
Um es deutlich zu sagen, entscheidend ist das was bei ihr bisher angekommen ist, was sie selber gesehen
und gehört hat und wie sie darüber denkt, einschließlich der damit verbundenen Ängste. Sie hört und sieht was
Papa macht, wie er auf was reagiert und welche Auswirkungen das alles - auch auf sie - hat. Bei einem Auszug,
davon ist wahrscheinlich auszugehen, wird sie sehr wahrscheinlich wissen - egal was versucht wird ihr schmack-
haft zu machen - was der tatsächliche Grund eines Auszuges aus ihrem gewohnten Zuhause und Umfeld ist.
Es ist ausschließlich entscheidend wie das von der Tochter - sie ist ja betroffen - gesehen wird. Die Gefahr,
dass sie das so empfindet und wahrnimmt wie und was es tatsächlich ist - hatte ich ja bereits beschrieben - ,
halte ich für gegeben.
Die von Nemo eingeschlagene Vorgehensweise, vor einer Entscheidung, halte ich für richtig. Vor dem Weichen
stellen müssen alle Fakten, nach dem Termin und deren Ergebnis, auf den Tisch und in einem Brainstorming
Vor- und Nachteile und deren Gewichtung aufgeführt und bewertet werden. Dann sieht man, Gefühle sind
meist schlechte Ratgeber in einer solchen Situation, klarer.
Man steckt in sein eigenes Haus viel Geld, Arbeit, Schweiß, Herzblut und man ist stolz das geschafft zu
haben. Davon ist beim TE nichts zu lesen. Ist das jetzt auf einmal nichts mehr Wert? Nichts mehr Wert, weil
es da ein riesen Problem mit seiner Ex gibt? Besteht die Nachbarschaft nur aus dem einen Nachbarn? Ist das
gesamte Umfeld, das eigene selbst geschaffenen Zuhause nichts mehr Wert? Was bringt ein Auszug, wenn die
Tochter weiterhin in dieselbe Schule geht? Wenn die Ex das will, quasi nichts. Das Gegenteil könnte durch das
Fluchtsignal, so wird das bei ihr ankommen, eintreten und sie bestärken auf dem erfolgreich eingeschlagenen
Weg weiterzumachen. All das sollte bedacht werden. Vielleicht ist ja bereits ein entsprechender Sichtschutz
zum Nachbarn bis zu Straße ausreichend nichts zu sehen und gesehen zu werden.
Wenn der TE, auch das kann sich in der nächsten Zeit - möglicherweise recht schnell - ändern, das jedoch nicht
aushalten kann oder will, bringt ein zu kleiner Schritt voraussichtlich wenig und verschlimmert u.U. die Lage. Alle
Immobilien verkaufen (oder vermieten) und irgendwo weiter weg neu mit zumindest gleichwertiger Arbeitsstelle
neu anfangen. Aber auch das ist mit einigen Risiken, Kosten und mit Stress verbunden und ob seine Tochter und
der TE sich dann dort wohlfühlen werden ist nicht vorherbestimmbar. Auch das muß sehr gut überlegt sein, weil
man vom Regen in die Traufe kommen kann.
Letzlich muß der TE die für sich und seine Tochter richtige Entscheidungen teffen. Entscheidungen von großer
Tragweite. Man sagt, die Probleme vor denen man weg gelaufen ist, holen einen wieder ein, und man nimmt sich
immer selber immer mit. Da ist was wahres dran.
Das sind meine Gedanken und lediglich meine Meinung in diesem sehr komplexen und emotional behafteten
Thread. Ich bin mir bewusst, dass ich in diesem Teilbereich nicht die Mehrheitsmeinung treffe. Die Mehrheits-
meinung sagt jedoch über die Richtigkeit im Einzelfall nichts aus. Am Ende können sich Meinungen, die andere,
begründete, Sichtweisen hatten, durchaus als hilfreich herausstellen.