Zitat von Ella: Könntest du die vielleicht vorstellen, diesen Wunsch umzuformulieren?
Wie genau meinst Du das?
Zitat von Ella: Ich fände es wichtig, dass das nicht umsonst war. Dass du der so ungünstigen Erfahrung so viel wie möglich entnehmen kannst, damit du und deine Tochter in Zukunft davon verschont bleibt.
Puh... das ist echt schwierig. Wenn ich so drüber nachdenke (zumindest momentan) dann sag ich mir eben, dass ich mich eigentlich auch auf Niemanden mehr einlassen möchte. Die letzten Wochen haben mir da schon das Genick gebrochen. Aber immerhin sehe ich auch was so mein Anteil daran war und das ich auch vieles einfach nicht sehen wollte. Als ich hier anfing meine Geschichte aufzuschreiben, da habe ich wirklich gedacht... meine Beziehung lief einwandfrei. Heute kann ich sagen, dass war gar nicht so. Nur das ich eben immer das geschluckt hab, was mir hingeworfen worden ist. Wenn ich zum Beispiel etwas komisch fand und nachfragte, dann kam ein "das bildest Du Dir nur ein". Soll jetzt aber nicht heißen, dass es die ganze Beziehung über so ging.
Ich weiß halt einfach nicht, was ich in Zukunft besser machen kann oder was ich aus dieser Geschichte lernen soll.
Zitat von Ella: Manchmal leidet man, weil man etwas nicht loslassen möchte, manchmal weil eine Sehnsucht nicht in Erfüllung geht.
Ja, das ist mir klar. Aber ich kann das gar nicht so beschreiben was es nun eigentlich genau ist. Losgelassen habe ich (bis eben auf "meinen" Sohn, das fällt mir einfach total schwer es so hinzunehmen - auch wenn mir natürlich klar ist, dass ich daran nix ändern kann und ich es einfach akzeptieren muss).
Und das mit der Sehnsucht... wie ich schon geschrieben hab, ich hab mich halt auch nach einer intakten Familie gesehnt. Vielleicht deswegen auch vieles übersehen wollen.
Im Moment ist es einfach so, dass es sich in mir so leer anfühlt. Ich bin auch so Mundtot und selbst das Schreiben fällt mir an manchen Tagen schwer. Aber das ist wohl einfach so.
Zitat von Ella: Wichtig ist, dass man daraus lernt,
Aber was genau soll ich daraus lernen? Ich denk halt immer an das Gute und hinterfrage selten etwas. Glaube mittlerweile, dass das ein großes Problem ist.
Zitat von tina1955: Im Prinzip kannst Du von Glück reden, dass Corona kam und die Hochzeit nicht stattgefunden hat. Dann wäre es vielleicht nicht so einfach gewesen, eine Trennung durch zu ziehen.
Ja, darüber sollte ich wohl wirklich froh sein - vielleicht hätte ich mich dann gar nicht getrennt....
Zitat von Charla: Meiner Einschätzung nach war das nur eine Verkürzung, für das, was irgendwann von ihr doch gekommen wäre.
Da bin ich mir halt gar nicht so sicher - auch wenn das natürlich keine Rolle mehr spielen sollte. Tut es eigentlich auch nicht, dennoch denk ich manchmal drüber nach. Ich glaub halt, dass ich mit meinem "Rauswurf" sie überhaupt erst so wütend gemacht hab und es vielleicht anders gekommen wäre, wenn ich in dem Moment nicht so fordernd und hart gewesen wäre (wobei ich natürlich auch weiß, dass die Art und Weise wie sie mir das vorn Latz geknallt hat, einfach nicht fair war). Dennoch versuche ich eben auch meinen Anteil daran zu sehen, gerade damit ich in Zukunft auch solche Dinge verhindern kann.