Sorry, wurde wieder ein Roman.
Lieber @Käptn_Nemo ,
Du weißt, was Dir Rettungsdienst & Polizei gesagt haben.
Vielleicht wurdest Du sogar über die genaueren Umstände informiert.
Daher KANN ich im Folgenden völlig falsch liegen.
Hier wurde ein eher negatives Bild über das Ableben der alten Dame gezeichnet.
Ich sehe das etwas anders:
Zitat von Käptn Nemo: es ist so, dass meine Ex sich null gekümmert hat und das macht mich so fassungslos.
Ist das belegt?
Bestanden Wunsch und Möglichkeit sich zu kümmern?
Wer mir erzählt "Nein, nein, alles bestens, ich komme zurecht, Du hast genug zu tun." "Natürlich schaff' ich das, na hör' mal, Du musst mich nicht (!) bemuttern!" O.ä., den muss ich ja wohl ernst nehmen.
Zitat von Käptn Nemo: Aber so einen einsamen Tod wünscht man echt Niemandem.
Vielleicht war sie allein, doch fühlte sie sich einsam?
War sie geistig klar währenddessen?
Ich möchte gerne im Schlaf sterben.
Damit wäre ich fein und zufrieden.

Zitat von Käptn Nemo: dass sie aber so gar nichts macht und nicht mal telefoniert hat... das erschüttert mich.
Du schriebst die Mutter war schwierig...
bei einem angespannten Verhältnis hat man nicht immer so viel Kontakt.
Das ist normal und kann sich auf den Puls positiv auswirken.
Ich z.B. liebe meine Mutter und sie ist ein wunderbarer Mensch.
Doch sie kann mich auch wahnsinnig

machen und mir den letzten Nerv rauben.
Über meinen Blutdruck müssen wir da gar nicht reden.
Was Ex auch getan hätte...
wäre das Ende des Lebens nicht vielleicht SO ODER SO gekommen?
Wer "Und täglich grüßt das Murmeltier" kennt, der wird sich ev. an einen alten Obdachlosen erinnern.
Was Phil auch tat - er konnte dessen Tod nicht verhindern, da seine Zeit einfach gekommen war.
Das ist traurig, aber unveränderlich.
Zitat von Käptn Nemo: Puh... ich hätte es mir trotzdem anders gewünscht. Ich glaube, dass macht es gerade absolut nicht einfacher.
Selbstverständlich. Schön ist anders.
Zitat von Käptn Nemo: Und wenn ich mir dann vorstelle, welche Gedanken ihre Mutter vielleicht zum Schluss hatte - nämlich dass sie alles verliert... puh.
Wie @Vicky76 schrieb, wir lassen alle alles zurück.
Ich male jetzt mal ein anderes Bild:
Die alte Dame durfte in ihrem Zu Hause sterben. *Hurra.*
Anstatt im Krankenhaus an Geräten hängend von Fremden umschwirrt. *Mwäääh.*
Vom
ganzen Umzugsstress bleibt sie verschont.
Sie fühlte sich normal, entspannt, alles war vertraut.
Sie rechnete vielleicht nicht jetzt damit, doch um die
Möglichkeit, dass es jederzeit soweit sein kann, wusste sie bestimmt.
Vielleicht starb sie im Schlaf und "wachte" tot auf.

Vielleicht dachte sie an positives, wie alle, die sie wiedertrifft, dass jetzt endlich(!) Gebrechen und Zipperlein egal sind, oder ausschließlich, dass sie den "Tatort" nicht verpassen darf.
Wir wissen es nicht.
Fest steht, physische Leiden hat sie nicht mehr.
Du kannst deinen Fokus auf das Ende der Mutter richten
oder auf das bessere Leben, was sie zuvor dank Dir und deiner Ex hatte.
Ob Du mit Ex persönlichen Kontakt haben musst oder das wer anders tun kann - in deinem Auftrag - würde ich mal gucken.
Den Obuluss wär's mir wert.
Zitat von Käptn Nemo: Es ist einfach so, dass ich damals so eine schei. Wut auf meinen Vater hatte und irgendwie immer noch versuche meine Fehler wieder gut zu machen, in dem ich eben auf meine Mitmenschen achte.
Akzeptiere es: Es ist geschehen.
Was Du auch tust, Du KANNST es nicht mehr ändern.
Manche Tage und Sachverhalte kann man nur unter "schei.e gelaufen" abheften.
Sieh' Dir mal The Guardian mit Kevin Costner an.
Du rettest die, die Du retten kannst.
Wenn ich Dich als Vater frage, würdest Du, wenn es deiner Tochter so mit Dir erginge, wie Dir mit deinem Vater, nicht auch wünschen, dass sie sich selbst vergibt?
Würdest Du ihr etwaige Schuld vergeben?
Weil sie dein Kind ist und Du sie liebst.
Verzeih' Dir deine Taten und das, was Du nicht getan hast.
Auch Du bist NUR ein Mensch.
Du DARFST Fehler machen.
Zitat von Käptn Nemo: Problem ist, dass ich dabei immer mich selbst vergesse.
Was wäre(n) die geeignete(n) Frage(n), damit Du an Dich denkst?
Zitat von tina1955: käptn Nemo, weißt Du, Verantwortung musst Du nur für Dich und Deine Tochter übernehmen, damit hast Du ausreichend zu tun und das machst Du einfach großartig.
Stimmt.
Deine Aufgabe ist
nicht die Welt im Alleingang zu retten oder mit Taschentüchern für alle bereit zu stehen!
Für die anderen 8 Milliarden darfst Du auch was übrig lassen.
Das Jetzt ist ein Abschnitt deines Lebens. Dein Weg geht weiter, da kommt noch viel mehr.