@KäptnNemo
Zitat von KäptnNemo: Also ich sag mal so, die Panik hab ich natürlich teilweise auch tagsüber (wenn ich draußen bin). Aber nachts ist es dann doch sehr extrem. Sobald halt alles um mich ruhig wird, dann nehme ich jedes Geräusch wahr. Schon ein Klackern im Heizungsrohr ist für mich die Hölle.
Ich hatte bemerkt, dass du teilweise im Vermeidungsverhalten bist (z.B. dich nicht mehr oder nur wenig im Garten aufhälst, das verstärkt die Panik, damit fütterst du diese, auch wenn du diese tagsüber besser händeln kannst. Deshalb versuchte ich dich zu ermutigen dieses trotz Nachbarnähe zu versuchen. Mit ist bewusst, dass es leichter geschrieben ist als umgesetzt werden kann.
Dosierte, kontrollierte, schrittweise Konfrontation ist eine Verhaltensänderung die helfen kann.
Ich kann dich verstehen und weiss wie schwer das umzusetzen ist, dennoch ist das eine Möglichkeit wieder ins Vertrauen und zu mehr Selbstsicherheit zu kommen.
Zitat von KäptnNemo: Also es liegt an mir. Kann das jetzt auch ein wenig schwer erklären.
Ich bin da halt einfach blockiert und irgendwie passiert es automatisch, dass ich immer versuche ihn auf Abstand zu halten.
Ich fühl mich halt auch nicht so wirklich wohl. Es ist nicht so, dass ich es nicht will.
Aber ich kann irgendwie nicht War das irgendwie verständlich?
Ja, ich verstehe, was du meinst, du kannst dich nicht überwinden, bist noch zu blockiert um dich dafür wirklich zu öffnen. Das ist ganz "normal" bei Panik mit den üblichen Vernichtungsgefühlen, die sie mit sich bringt.
Was glaubst du denn warum du Angst hast dich auf die Therapie einzulassen ?
Weil die ehemaligen Gefühle so überwältigend für dich waren, dass du sie wegdrängen musstest um deine Horrorsituationen irgendwie zu überstehen, die Gefühle sind dadurch aber nicht weg, sondern sitzen dicht an deiner Oberfläche und wollen raus aus dem Körper.
Angst ist es auch, die dich nicht zur Ruhe kommen läßt und dein Kopfkino immer wieder anstellt.
Du musst dich innerlich wie ein Dampftopf fühlen, der kurz vor dem explodieren ist weil das Ventil noch nicht aufgehen kann um den Dampf langsam abzulassen.
Eine Therapie ist keine Kaffeestunde mit nettem Plaudern, aus der du rausgehen kannst und alles ist gut! Diese erfordert viel Zeit, Mut, Kraft, Zulassen können von viel Schmerz und Leid, Angst und Wut, die sich hinter allem verbirgt und der Angst diese Gefühle zu spüren, vielleicht auch dann die Kontrolle zu verlieren.
Dein Vertrauen wurde in vielerlei Hinsicht gestört, dieses Gefühl für dich selbst musst du wieder zurückfinden, denn du zeigt uns ja allen was du trotz all dem schon alles geschafft hast, du fühlst es/dich nur noch nicht so.
Wenn alles so einfach wäre wie geschrieben, hättest du dich überwinden können und es längst gelöst, so wie viele andere auch.
Unterstützende Maßnahmen (pflanzliche-ganzheitliche, unter Aufsicht auch chemische) kannst du gern für ein paar Tage hintereinander annehmen, dieses kann schon helfen dich mal z.B. über ein WE aus dieser Daueranspannung rauszunehmen, um mal durchatmen zu können.
Es gibt auch Antidepressiva, die grundsätzlich nicht abhängig machen, die aber angstlösend, schlaffördernd und stimmungsaufhellend wirken können, allerdings einige Wochen brauchen um zu wirken.
Hab Verständnis für dich, dir wurde sehr viel Leid angetan und viel Unrecht und Gewalt zugefügt, deine Welt ist zusammengebrochen, du bist dabei etwas Neues, Besseres zu erschaffen, das braucht seine Zeit und viel Kraft.
Meine Gedanken gehen Richtung einer psychosomatischen Rehamaßnahme, sofern möglich mit deiner Tochter zusammen. Da seid ihr einige Wochen aus allem raus, seid im geschützten Rahmen und könntet wieder mehr durchatmen. Weil du auch Gewaltopfer bist (indirekt ja auch sie) könntest du dir auch vom Weißen Ring Unterstützung holen, auch bezgl. Schmerzensgeld u.v.a., die sind darin erfahren und könnten dir helfen etwas passendes zu finden. Es sind ja bald Sommerferien vielleicht geht da ja was?