Herakles
Gast
Meine Freunde und ich hatten einen Treffpunkt, an dem wir uns täglich trafen. Dieser war immer im selben Park. Jeden Tag und zu verschiedenen Zeiten kamen wir dort zusammen. Wir brauchten uns nicht anrufen, entweder waren wir da oder eben nicht.
An diesem Abend erinnere ich mich sehr genau. Es war ungefähr 18 Uhr, wir saßen wie üblich auf den Reifenschaukeln und unterhielten uns. Mein ständiger Begleiter war der Walkman und ich muss ehrlich zugeben, ich war ein ziemlicher Aufreißer geworden. Obwohl ich im Vergleich zu meinen anderen kumpels viel kleiner war, konnte ich die Mädels irgendwie immer beeindrucken. Die meisten von den Jungs waren auch gar nicht so weit. Ich war mit meinen 15 Jahren relativ früh dran sagen wir mal.
Ich erinnere mich, dass es an diesen Abend sehr windig war. Ich hatte mir mit meinem Geld aus dem Schülerpraktikum als Gas und Wasserinstallateur eine Schwarze Lederjacke und ein paar andere Klamotten gekauft. Es war Samstag und ich war gut angezogen. Blaue Jeans, Schwarzweisse Reebok's und schwarzen Levis pullover.
Wir waren alle da, was so nicht immer vorkommt. Alle, bis auf Sandra.
"Ich glaube, Sandra kommt heute nicht," sagte ein Kumpel, "sollen wir weiterziehen?" Ich zuckte mit den Schultern und schaute nach links. Dort befand sich der Eingang und somit der Weg in den Park.
"Ist sie das?" fragte ich und streckte mich nach oben, um ein besseren Blick zu haben.
"Ja, das ist sie," sagt mein Kumpel, "aber wer die, die dabei ist?"
"Keine Ahnung, kenn ich nicht!"
Das Mädel hatte blonde Haare, eine schwarze Windbreaker Jacke, schwarze Jeans und schwarze Turnschuhe. Durch ihr blasses Gesicht könnte sie als Grufti durchgehen, wären da nicht die blonde Haare.
"Hi, ich bin der Herakles, wer bist du?"
"Nadine."
"Und wie alt bist du Nadine?"
"14, und du?"
"Ich bin 15."
Ich erinnere mich sehr genau an meine erste Begegnung mit Nadine.
Aber ob und wie es weitergegangen ist, oder weiter bestand hat, tja, das meine lieben, ist eine ganz andere Liebesgeschichte und ein ganz anderes Kapitel in meinem Leben, dass ich euch vielleicht, irgendwann mal erzählen werde.
Ende