Zitat von opie:@Alena-52
Witzigerweise habe ich Angst davor einsam zu sein, bin es aber seit Jahren. Also einsam im Sinne von "keiner versteht mich". Verständnis ist eh immer relativ. Vielleicht ist der Wunsch danach, verstanden zu werden, schon ziemlich umsonst. Jeder Mensch wird Dinge wahrscheinlich anders erleben, anders fühlen.
Aber um das herauszufinden, müsste man genau das fühlen können, was der andere in diesem Moment fühlt.
ja, diese angst vor dem alleinsein schlummert wohl in jedem von uns und unbewusst verhalten wir uns so, das wir uns oft auch so fühlen "müssen" das was wir am meisten fürchten ziehen wir durch unser eigenes verhalten in unser leben.
du kannst dich in andere hineinfühlen, das ist das "mitgefühl" das funktioniert aber nur wenn ich mein herz öffne -für mich und andere- , dann spüre ich auch die gefühle eines anderen - weil wir alle gleich sind ...
Zitat:Das sehe ich nicht so. Kennst Du das Buch "Smile or Die - Wie die Ideologie des positiven Denkens die Welt verdummt"? Jeder ist seines Glückes Schmied ... das sag mal einem Kind in Afrika, das mit HIV zur Welt kommt. Unabhängig davon bin ich natürlich der Meinung, dass jeder aus seiner Situation das Beste machen muss/kann/sollte, oder eben auch nicht. Das muss jeder für sich selbst entscheiden.
es geht mir auch nicht nur um positives denken, denn das halte ich für irrelevant, wenn ich mich beschissen fühle, kann ich mit tausend mal vorsagen, es geht mir gut. mir geht es um annahme, akzeptieren der situation, so wie sie ist und so wie ich gerade bin und mich fühle - und genau daraus das beste zu machen. oft leiden wir weil wir eine falsche vorstellung aufgrund unserer prägungen haben, deshalb leiden wir, denn wir sehen alles mit unseren augen der vergangenheit und vergleichen, bewerten (unbewusst). diese alten und meist unwahren gedankenmuster- und glaubenssätze kann ich ändern und genau damit ändere ich mich und meine welt - denn wenn ich etwas anderes ausstrahle, ziehe ich auch anderes in mein leben.
Zitat:Der durchschnittliche Erwachsene unserer Gesellschaft ist tatsächlich ungeheuer ohnmächtig, und diese Ohnmacht wirkt noch um so drückender, als er ja glauben gemacht wird, es müßte eigentlich ganz anders sein und es sei sein Verschulden, wenn er so schwach sei. Er hat gar keine Macht, sein eigenes Schicksal zu bestimmen. Schon welche Fähigkeiten er entwickeln kann, ist ihm vom Zufall der Geburt vorgeschrieben; ob er überhaupt Arbeit bekommen, welchen Beruf er wählen kann, wird im wesentlichen von Faktoren bestimmt, die von seinem Willen und seiner Anstrengung unabhängig sind.
ich bin da anderer ansicht - ich fühle mich nicht ohnmächtig ausgeliefert von dieser gesellschaft, davon konnte ich mich befreien, dazu gehört der mut sein anderssein zu leben. an zufälle glaube ich auch nicht und auch nicht daran, das es mein schicksal ist allem hilflos ausgeliefert zu sein, dazu habe ich meine macht, meine kraft und kann auf vieles einfluss nehmen. natürlich gibt es auch dinge, die ich nicht lenken kann, damit kann ich leben.
Zitat:Selbst in der Freiheit der Wahl seines Liebespartners ist er durch enge ökonomische und soziale Grenzen eingeschränkt. Gefühle, Meinungen, Geschmack werden ihm eingehämmert, und jede Abweichung bezahlt er mit verstärkter Isolierung. Die Statistik kann ihm zeigen, ein wie kleiner Prozentsatz von denen, die mit der Illusion beginnen, die Welt stehe ihnen offen, auch nur eine gewisse Unabhängigkeit und ökonomische Sicherheit erreichen.
Erich Fromm
so wie es auch fromm schreibt werden wir menschenfern erzogen und davon kann ich mich befreien, ich muss bereit sein mich so zu leben wie ich bin und nicht wie die gesellschaft es von mir erwartet, solange ich damit niemanden schaden zufüge. ich kann mir durchaus ein leben aufbauen, so wie ich es mir wünsche, ich muss nur lernen mein wohlgefühl nicht vom verhalten anderer abhängig zu machen, das funktioniert wunderbsar, wenn ich selbst erkenne wer ich bin und was ich will und was ich nicht will. kleine einschränkungen kann ich hinnehmen, zum leben gehört auch eine gewisse forn von anpassung und kompromissbereitschaft, das bedeutet aber nicht, das ich mich verbiegen lasse. es ist eine arbeit an sich selbst -am inneren, angepassten kind - oder anders genannt-an unserer verletzten seele.
Zitat:Ich bin traurig, das will ich Niemandem zumuten. Viele Dinge interessieren mich auch einfach nicht. Das meine ich mit den Erfahrungen. Bestimmte Erfahrungen machst du im Leben einmal, und dann ist nichts mehr wie es war, und es wird auch nie wieder so sein. Selbst wenn ich mit meiner Ex wieder zusammenkommen sollte, es wird nie wieder so, wie es war. Das macht mich einfach unendlich traurig
es ist in ordnung traurig zu sein, trauer gehört zu unserem leben, sie will gefühlt, angenommen sowie trost und mitgefühl-von mir selbst...ja, diese erfahrungen prägen uns und formen uns, dennoch kann ich auch aus den übelsten erfahrungen gestärkt herauskommen, und glaub mir, ich weiss wovon ich schreibe. es war für mich ein sehr langer prozess und er wird mein ganzes leben weitergehen, genauso wie für alle von uns.
aha, du willst also niemanden zumuten deine trauer mit-zu-teilen, das ist dein gefühl, was deine einsamkeitsgefühle auch mit verursacht. mit jemanden seine trauer zu teilen macht verletzlich nämlich genau aus dem grunde wie du schreibst - dieses als zumutung zu empfinden ! damit verurteilst du deine gefühle, nicht der andere macht es!
es ist ein ganz normales gefühl wie jedes andere auch und gehört mit zum leben, wer die trauer ignoriert ist lebensfremd. genauso ist es mit dem tod, nur wenn ich den akzeptiere, kann ich auch leben ...
Zitat:die arbeit mit dem inneren kind könnte dir weiterhelfen deine verlorenen anteile zurückzuholen, dir deine freude und neugier wieder in dein leben zu holen.
Ist schon paar Jahre her, seitdem ich es gelesen habe
ich habe das nicht nur gelesen, sondern sehr lange damit gearbeitet und habe so meine kindheitserfahrungen, die ich, wie wir alle auch, wie ein roter faden durchs leben gezogen habe, aufgearbeitet und inzwischen habe ich ihn abgetrennt. denn letztendlich sind es unsere unbewussten innere seelenanteile, die uns so glauben lassen und die unsere vorstellungen von der welt geprägt haben oder teilweise immer noch prägen. verlassenheits- und einsamkeitsängste gehören mit in diese kategorie ...
auch unser denken und das verhalten, was wir dadurch an den tag legen beinflusst regionen im gehirn und das kann langfristig auch zu depressionen beitragen, dazu kommen natürlich auch noch die posttraumatischen belastungsstörungen, wie trennungen, arbeitsverlust oder tod. ich kann selbst auf meinen hirnstoffwechsel einfluss nehmen, durch bewusstsein, ich selbst kann meinen blutdruck regulieren, meine atmung beeinflussen, meinen pulsschlag, und meine stimmungen und mehr.
und so kann auch auch alte gedankenmuster und glaubenssätze umwandeln lernen - aber erst muss ich sie fühlen können in mir, in meinem körper. durch bewusstseinsarbeit ... meditationstechniken, autogenes training, yoga, chi gong o.ä. ist das möglich. wir leben meistens zu unbewusst und deshalb tapsen wir immer wieder in die gleichen fallen und leiden weiter - wenn wir uns selbst erfahren, erkennen, wer wir wirklich sind, wir sind nicht die gesellschaft, so wie sie uns haben will, sondern wir sind wir selbst - je näher ich mir selbst komme, je freier und befreiter fühlt sich mein leben an.
je mehr es mir gelingt wieder an mein natürliches inneres kind zu kommen, erlebe ich wieder die freude, die neugierde, denn spass und das spiel am leben.
es ist normal und verständlich wenn du jetzt trauerst, diese trennungserfahrungen brauchen eine zeit um verarbeitet zu werden. aber so ist das leben, ein kommen und gehen, geburt und tod, das müssen wir alle als "normal" und gegeben akzeptieren lernen.
wenn etwas stirbt, kann etwas neues "geboren" werden und nur wenn ich abschied nehme und akzeptieren/loslassen lerne, kann ich wieder neu beginnen.
alles verändert sich - immer wieder - jeder augenblick beinhaltet auch immer den tod von etwas ...
du kannst lernen loszulassen und eine neue sichtweise auf das leben zu bekommen, denn du bist nicht hilflos der gesellschaft ausgeliefert, noch ihre mariotte, auch wenn ich mich manchmal in meiner freiheit einschränken muss, damit andere keinen schaden dadurch haben, kann ich ein be-frei-tes leben führen, nämlich mein eigenes.
mich muss nicht jeder mögen und ich mag auch nicht jeden , ich halte es da so wie konrad adenauer es meinte :
die einen kennen mich, die anderen können mich ... mit dieser einstellung lebt es sich sehr gut
alles gute auch für dich!