Heiliger Strohsack, wie bekannt mir das alles vorkommt...
Grundsätzlich klingt Deine Geschichte meiner verdammt ähnlich, zumindest im Tenor. Zack. Von heute auf morgen ausgetauscht gegen den nächsten Menschen. Das ist keine Niederlage von Dir, das ist eine Art Armutszeugnis unserer Ex, die damit signalisieren, wie unglaublich unreflektiert sie durch ihr Leben stolpern.
So einem Menschen schenke ich keine weitere Sekunde meines Lebens, habe ich beschlossen.
Den ganzen Spam, den er Dir schickt, würde ich, genau wie hier bereits mehrfach geraten, in den Orkus kippen. Allerdings schliesse ich mich dem Ratschlag an, dem Ex noch eine geharnischte Mail zu schicken, in der Du ihm deutlichst signalisierst, dass Du keine weitere Belästigung von seiner Seite möchtest. Er soll sich um sein neues, selbst erwähltes, Leben kümmern und Dich gefälligst in Ruhe abschliessen lassen.
Wohnung und Auto (sind auch Parallelen zu meiner Aufführung im März diesen Jahres) wickelt man dann ab, indem man sich nur die nötigen Details per Mail zukommen lässt.
Ich habe meine Ex seit ca. 12 Wochen nicht gesehen, eine Woche davor hatte sie mir eröffnet, sie stelle alles in Frage, müsse ihr Leben neu ordnen und hätte dafür auch schon einen Helfer, womit ich nicht gemeint war.
Ende des Monats sehe ich sie bei der Rückgabe der gemeinsamen Wohnung, ein paar Wochen später nochmal wegen des Autoverkaufs (Hurra: letzte Rate diesen Monat überwiesen), dann kann sie gerne den Planeten wechseln. Es kümmert mich nur noch peripher.
Da kommst Du auch hin, wenn Du willst!
Loslassen ist jetzt erste Bürgerpflicht. Loslassen und sich selber ein Leben aufbauen, in dem er nicht fehlt.
Das ist nicht wirklich leicht und verlangt viel Willenskraft.
Aber es ist ein wenig wie mit Wasser am Deich: Sobald die erste kleine Welle drüber ist, flutscht es fast wie von alleine und wird tatsächlich fast täglich besser.
Wie schon geschrieben:
Raus mit Dir unter's Volk, lenk Dich ab.
Alles, was Dir jetzt gut tut, ist erlaubt, quasi Pflichtprogramm (im Rahmen des ansatzweise Vernünftigen natürlich...).
Du bist Deine eigene Herrin und musst Dich vor niemandem rechtfertigen!
Ich kann dieses Gefühl mittlerweile feiern, nachdem ich realisiert habe, dass der Verlust nciht nur negative Auswirkungen auf mein Leben hat.
Das kommt fast von selber, wenn man den Punkt erreicht hat, das Geschehen zu akzeptieren und nicht nur zu dulden. Socken auf der Wäscheleine nur paarweise? Am Ar. die Waldfee! Und wenn ich 2 Stunden Sockenpuzzle habe, ist das MEIN Problem.
Meine Tochtee lässt Krempel im Wohnzimmer liegen? WTF? Es ist MEIN Wohzhnzimmer, und ich habe es erlaubt. Jello Biafra läuft zu laut? Nein! Er kann nicht zu laut sein, denn ICH kann es abfeiern, genauso wie es gerade ist.
Die Trauer ist nur eine Phase des Ablösens.
Sie anzugehen ist wichtig und elementar für danach.
Gibt hier genug Threads, wo es sinnvolle Tips dafür gibt.
Generell:
Schaff Dir Abstand, verbitte Dir den Kontakt, der Dir eh nur wehtut und schau nach vorne. Nach 10 Jahren Quasi-Ehe ist die Welt immer noch bunt und spannend. Nimm dran teil!
Hepp!