Hey @Armin86 ,
es tut mir leid, dass sich deine Situation so kompliziert gestaltet.
Gut, dass du helfen möchtest.
In meinen Augen vermischt du allerdings immer noch ganz viele Sachen, und projizierst deine Wünsche und Bedürfnisse auf deinen Sohn.
Als erstes mal ist es wichtig, dass du selber ganz klar siehst, wie sehr dir das Verhalten deines jüngsten in die Karten spielt, wie sehr du da argumentativ auf diesen Zug aufspringst, wie sehr du das wieder dazu nutzt, dass es um dich geht.
Zitat von Armin86: Ich war gestern mal mit dem kleinen alleine unterwegs das er mal die ganze Aufmerksamkeit genießen kann. Danach waren wir noch schön essen. Er machte einen wirklich guten Eindruck, und heute das.
Schau, wieder deine üblichen Denkfehler:
Einen Tag mit ihm allein unterwegs sein, ist eine tolle Sache. Macht aber nicht, dass alles ok ist, dass die Trennung verarbeitet ist, dass die katastrophale Familiensituation vor der Trennung ungeschehen und verarbeitet ist...
Mach das bitte unbedingt weiter.
Aber: tu es für deinen Sohn, tu es, um ein guter Vater zu sein, tu es ohne auf deine Ex zu schielen.
Kinder haben ein sehr gutes Gespür dafür, was sich die Eltern wünschen. Es ist kein ungewöhnlicher Mechanismus, dass Kinder versuchen, durch unangepasstest oder selbstverletzendes Verhalten zu versuchen, die Familie zusammenzuhalten.
Du musst ihm vermitteln (nicht mit Worten,
besprich das unbedingt vorher mit deinem Psychologen), dass das eure Entscheidung ist, dass ihr beide mit den Konsequenzen eurer Entscheidung umgehen könnt, dass er auf diese Entscheidung keinen Einfluss hat, und dass ihr beide, egal was zwischen euch passiert, die Kinder lieben und in den Mittelpunkt stellen werdet.
Dazu ist es zuallererst wichtig, dass du deinen Mindset in den Griff bekommst, und zumindest die Möglichkeit, dass es zwischen dir und der Ex nichts mehr wird, ins Auge fasst, Pläne für den Fall entwickelst, lernst, damit umzugehen.
Zitat von Armin86: Meine Frau nimmt leider keinerlei Unterstützung von mir an obwohl sie selbst merkt das sie Unterstützung gebrauchen könnte.
Siehst du hier, wie sehr dir das Verhalten deines Sohnes in die Karten spielt?
Jetzt gibt es sogar objektive Gründe, warum du sie weiter belästigen solltest, mekst du das?
Zitat von Armin86: Ich würde meinen Kindern wieder gerne ein intaktes Elternhaus schenken mit Mama und Papa zusammen. Sie brauchen das so sehr.
Äh, nein. DU brauchst das so sehr.
Deine Kinder brauchen einen stabilen Papa und eine stabile Mama, die sie beide lieben und die sich beide kümmern. Die ihren eigenen Kram geregelt bekommen, so dass sie nicht die Eltern oder das System stabilisieren müssen, sondern sich ungestört entwickeln können.
Du projizierst deine eigenen Wünsche und Bedürfnisse auf deine Kinder. Entlass sie unbedingt aus dieser Verantwortung.
Zitat von Armin86: Ich weiß nur das ich mich für alles sehr schäme was ich getan habe und würde es so gerne wieder gut machen.
Ja, das glaube ich dir unbesehen, und hier hast du mein volles Mitgefühl. Bitte sprich auch das unbedingt bei deinem Psychologen an.
Das Problem ist, man kann Dinge eben nicht ungeschehen machen kann.
Manchmal bleibt einem einfach nur, die Scherben zusammenzukehren, und zu schauen, dass nicht noch Fogleschäden enstehen.
Versuch dir nach und nach zu verzeihen. Hier ist ja schon einiges angeklungen, was deine saublöden Problemlösungsstrategieen erklärbar macht.