Zitat von tesa: Mir kann das alles egal sein und ist es tatsächlich auch. Aber wer hier aufschlägt, muss damit rechnen, dass ihm auch andere Sichtweisen vor Augen gehalten werden.
Finde ich gut, die anderen Sichtweisen. Ich habe hier viel gelernt.
Zitat von tesa: Zudem bin ich ein Kind, dessen Vater sich der neuen Frau zuwandte, in deren Leben wir nicht passten.
Verstehe, dann ist es wohl auch ein emotionales Thema für dich.
Tut mir leid, dass du das erleben musstest.
Zitat von tesa: Also hätte ich da einige Denkanstöße:
1) ich nehme mal an, dass Deine sexuelle Orientierung immer schon bewusst war. Daher wäre es eventuell zu überlegen gewesen, ob Du einer Frau das antust.
2) der nächste überlegenswerte Schritt wäre gewesen, als ihr Kinder in die Welt setztet.
3) irgendwann hast Du offensichtlich beschlossen, Deiner sexuellen Neigung zu folgen. Da hättest Du allerdings überlegen können, ob Du die Kinder mitnimmst. Oder zumindest darüber nachdenken, ob Dein Partner mit Deinen Kindern können wird. (Zu diesem Zeitpunkt war ich beim Satz angelangt "mein Partner kann jetzt nicht soooooo mit Kindern)
Nein, das war sie nicht. Ich habe relativ lange gedacht, dass sich (sexuelle und romantische) Liebe einfach so anfühlt und dass "sexuelle Anziehung" mehr so ein Hirngespinst (oder eine übertriebene Darstellung) der Medien sind. Ich finde Frauen schön, attraktiv und ästhetisch, aber eben nicht sexuell. Und das habe ich leider zu spät gecheckt.
Ich hoffe ja wohl, dass niemand das seiner/seinem Partner*in bewusst antun würde.
zu 3) Man sucht sich nur leider nicht aus, in wen man sich verliebt. Mein Partner hasst keine Kinder (Babys findet er viel schlimmer, zumindest die von anderen
😂), das wäre auch relativ problematisch, weil meine Kinder ständig bei uns abhängen. Aber es ist trotzdem ein Unterschied und eine Umstellung, wenn ein Kind fest im Haus wohnt.
Ich hätte meine Kinder mitgenommen, meine Frau wollte sie bei sich behalten. Soll ich mich dagegen stellen? Wäre das nicht viel egoistischer?
Zitat von tesa: Und Fakt ist, dass ich hier von jemandem lese, der - offenbar immer schon - seine Wünsche durchsetzt.
So wie es jetzt ist, ist es sicherlich nicht mein Wunsch gewesen. Wenn ich "keinen Bock" auf meine Kinder hätte, dann hätte ich auch einfach so abhauen können, so wie viele andere Väter in diesem Land. Wenn ich "keinen Bock" auf meine Kinder hätte, dann wäre ich nicht ein paar Straßen weiter, sondern ans andere Ende des Landes gezogen und hätte meine Handynummer und meinen Namen gewechselt.
Ich
liebe meine Kinder.
Meine Ex und ich sind beide im Studium Eltern geworden. Es war für uns beide schwer und unpassend. Ich hätte mich doch schon viel eher dem ganzen entziehen können, wenn ich ein schei. Vater (oder Mensch) wäre, oder meine Ex niemals geliebt hätte. Wenn ich das alles vorher gewusst, am besten noch geplant hätte.
Ich habe aufgehört, zu studieren, bis sie ihres abgeschlossen hatte.
Ich habe mich die ersten Jahre, größtenteils alleine, um zwei Hosenschei.er gekümmert und hatte nebenbei noch zwei Jobs.
Ich war verantwortlich für jegliche Anmeldungen, Kita-Treffen, Elternabende, Sportvereine, Kindergeburtstage und so weiter, weil meine Exfrau zu Ende studieren musste, damit wir irgendwann nicht nur Geld verprassen, sondern auch mal "vernünftig" welches reinbekommen. Später dann, weil es sich besser mit meinem Job als mit ihrem vereinbaren ließ.
Das soll
nicht heißen, dass es für sie einfach war, dass sie keine viel zu kurzen Nächte hatte, dass es für sie keine stressige Zeit war, oder dass sie eine Rabenmutter ist. Auf keinen Fall. Es soll auch nicht heißen, dass sie mir deshalb irgendetwas schuldig ist. Eltern müssen Opfer bringen, unsere Kinder haben sich nicht selbst in die Welt gesetzt. Was es aber schon heißen soll, ist, dass ich niemand bin, der "einfach seine Wünsche durchsetzt".
Also nein, ich bin nicht passiv. Ich bin kein "Wochenend-Daddy" und ich bin
kein schlechter Vater gewesen.