@Grätchen
Danke für Deine Überlegungen. Ich habe das nicht als Vorwurf genommen. Im Gegenteil, ich nehme es, um darüber nachzudenken und werde das auch weiterhin tun. Es lohnt sich immer, die Dinge auch von anderen Seite zu betrachten und für sich zu prüfen.
Tatsächlich glaube ich aber bis heute tatsächlich, dass mein Vater seinen Kindern nur den größten Erfolg wünscht und nicht missgünstig ist. Ich finde, das widerspricht dem nicht, dass er sich vielleicht aus sich selbst heraus, aber sicher nicht von uns, auf seinen Platz verwiesen sieht. Wie viele Eltern versteht er natürlich nicht, was Erfolg heute bedeutet und wie das Berufsleben sich verändert hat. Es ist einfach nicht mit damals vergleichbar. Ohne Wertung, denn das würde zu weit führen. Ich habe auch viel von ihm gelernt; vor allem Handwerkliches. Manchmal überrasche ich mich selbst wegen der "Fachgespräche", die ich mit dem Personal führe, und wundere mich, woher ich das eigentlich habe. Das kann nur von ihm sein.
Ja, was das Genörgel mit meinen Eltern gemacht hat, kann ich mir lebhaft vorstellen. Aber unabhängig vom Camping bleibt, dass sie es ausgerechnet da machen mussten, wo es immer Streit gab, wo die Kinder und die Frau immer zwischen die Fronten gerieten. Davon kann ich das, was meine Eltern uns zu ermöglichen versucht haben, nicht trennen, denn alles stand unter dem Einfluss negativer, oft aufgewühlter, Atmosphäre und Drama.
Sie hätten es ja auch sein lassen können oder einfach auf einen anderen Campingplatz gehen. Es gab immer Gründe, warum das nicht geht. Genauso wie es seit 20 Jahren Gründe gibt, warum man ausgerechnet jetzt nicht umziehen kann, obwohl man totunglücklich ist mit seinem Vermieter, seinen Nachbarn usw. Es gibt keine Gründe als eben den, dass Empörung und Bewertung bezogen auf das Verhalten anderer Lebensinhalt ist.
Aber alle litten. Meine Mutter mochte nicht gern aufs Wasser, die Tochter nörgelte ständig herum, der Sohn .. weiß ich nicht mehr .. blieb jedenfalls bei mir zuhause, sobald meine Eltern das erlaubten (fand ich ätzend. Da hatte ich dann auf einmal an den Wochenenden mit der mühsam erkämpften Unabhängigkeit die Verantwortung für einen 10jährigen, und war noch dazu unter Beobachtung, während meine Eltern an die Küste fuhren).
Zitat von Grätchen: Naja, Paps, du hast zwar nichts im Leben erreicht, aber passt schon. Hast dein Bestes gegeben (hat halt nur nicht gereicht).
Da bin ich schon einen Ticken subtiler unterwegs

Naja, es ist auf jeden Fall nicht die Intention meiner Botschaften, aber Du hast natürlich Recht, dass es dennoch so ankommen könnte.
Ich habe kein Problem damit, ihm zu sagen, dass ich manches erst heute verstehe und anders sehe oder mich für mein Genörgel zu entschuldigen, weil ich erst spät die Absicht hinter allem erkannte.
Ich finde, daran ist nichts Herablassendes. Herablassend wäre es, wenn ich sagen würde: "Gut gemeint, ist nicht immer gut gemacht."
Aber ich fürchte, ich okkupiere hier mit meinem Famiien-Bla den Thread. Das wollte ich gar nicht. Es ging ja eigentlich um die Mütter.
Sorry dafür! @all