Hey @wilmso
Danke für deine ausführliche Nachricht.
Zitat von wilmso: Also doch relativ schnell nachdem ihr euch kennen gelernt habt, oder? Und nachdem sie dir von ihrer kriselnden Beziehung erzählte. Wenn du mal ganz ehrlich zu dir selber bist: Wolltest du vielleicht schon von Anfang an mehr von ihr? Frage ich deswegen, weil du die Freundschaft zu ihr sehr hervorhebst und betonst, diese auch ohne die Romantik zu vermissen und sie eigentlich gerne erhalten würdest. Das kann natürlich funktionieren, aber dazu müssen beide miteinander abgeschlossen haben. Es brächte nichts, dich jetzt weiter in ihrem "Orbit" zu befinden mit der Hoffnung, dass sie doch irgendwann ihre Gefühle zu dir wieder entdeckt.
Wir kannten uns 5 Monate, intensiven Kontakt hatten wir vorher 3 Monate. Sie war sowohl optisch als auch charakterlich eine sehr attraktive Frau.
Ich sprach im Februar bereits mit einigen Freunden. Meine Aussage war sinngemäß: "Mal schauen, was sich entwickelt, aber auch die Freundschaft macht mich gerade mehr glücklich." Natürlich hätte ich mir da dann schon mehr vorstellen können und keiner weiß, wie das verlaufen wäre, hätte sie danach nicht mich gewählt, sondern einen anderen. Das sind Theorien, da kann ich keine Gefühle hereininterpretieren.
Trotzdem war die Freundschaft auch auf einem platonischen Level sehr besonders. Durch ihre rationale und hinterfragende Art konnte ich mit ihr Gespräche führen, die sich um alles drehten. Auch alte Beziehungen (immerhin habe ich notgedrungen noch Kontakt zu meiner vorherigen Ex, da unser Kind bei mir lebt). Man konnte alles zusammen durchkauen und kam dabei eigentlich immer auf einen gleichen Nenner.
Und ich sehe es wie du. Ich glaube auch nicht, dass der Kontakt und die Freundschaft aktuell so funktionieren, weil wir nicht das gleiche wollen. Und es tobt in mir der Kampf zwischen dem Wunsch diese Beziehung wiederzuhaben (unrealistisch) oder am Ende wieder eine sehr aufbauende Freundschaft (auch unrealistisch, aber nicht soo sehr). Aber ja, dafür ist im Moment nicht die Zeit. Sowas ist in naher Zukunft nicht sinnvoll und machbar.
Zitat von wilmso: Klingt für mich schon etwas danach als wärst du ihr Ausweg aus der Beziehung gewesen. Du hast dich gekümmert, ihr Sicherheit gegeben und sie konnte sich darauf verlassen, dass du da bist, wenn sie Probleme hat. Das ist natürlich schön, aber sie hätte sich ja auch schon deutlich früher von ihrem Ex trennen können ohne dich in der Hinterhand zu haben.
Zitat von wilmso: Romantisch. Aber auch Drama und Ambivalenz. Diese Ambivalenz scheint sich bei ihr durchzuziehen, wenn ich mir deinen Text so durchlese. Auch wenn das dann irgendwann deiner Aussage nach besser wurde.
Ganz genau hinter die Kulissen zu schauen ist mir natürlich nicht möglich, aber so schien es mir nicht. Die Beziehung war schon sehr ausgeblichen, als wir uns kennenlernten. Dennoch hatte sie bis zum Schluss versucht, die Beziehung zu retten. Da sie sehr kommunikativ ist, hat sich offen mit ihrem damaligen Partner darüber gesprochen und dass sie zusammen daran arbeiten müssen. Aber er wollte anscheinend nicht. Sie waren halt eher nur noch gute Freunde.
Ob unsere Anziehung das begünstigt hat, kann man natürlich so nicht sagen. Ich weiß aber, dass wir uns langsam näherkamen und sie trotzdem noch offen versuchte ihre Beziehung zu retten. Aber keine Ahnung.
Zitat von wilmso: Wie lange wart ihr da ungefähr zusammen? Klingt danach als wollte sie nicht so richtig zu dir und euch stehen.
Ihre beste Freundin wusste es am nächsten Tag. Bei ihrem größeren Freundeskreis dauerte es... 4-7 Monate?! Je nach Person. Ihr Ex, der da auch dazu gehörte, erfuhr es eher zum Schluss, weil sie ihm nicht das Gefühl geben wollte, dass ich der Grund für ihr Beziehungsaus war. Sie pflegen einen sehr respektvollen Umfang und sind wie gesagt gute Freunde. Damit wollte sie ihn nicht verletzen.
Das hat mich zu dieser Zeit auch nicht sooo krass gestört, da der Start eh ein wenig holprig. Dazu muss man auch sagen dass der Start holprig war, weil sie genau eigentlich erst das wollte: die alte Beziehung verarbeiten, bevor was Neues anfängt. Da wir dann aber doch direkt was miteinander hatten, machte sie das nebenbei on the fly. Gepaart mit einigen anderen lebensentscheidenden Punkten, wie eventuell für ne Zeit auf einem Kreuzfahrtschiff zu arbeiten und generell einem tyrannischen Chef, der sie bis zum Nervenzusammenbruch und zur Kündigung gebracht hat. Das musste alles so nebenbei verarbeitet werden, was auch Punkte sind, bei denen ich ihr außer Ruhe nicht viel geben konnte. Die fehlende Sicherheit hat sich natürlich auch stressmäßig auf sie ausgewirkt.
Zitat von wilmso: Wie war ihr Verhalten in dieser Zeit dir gegenüber? War sie so sehr für dich da wie du für sie nach ihrem Unfall?
Sie war für mich da so gut sie konnte. Da es auch bei ihr in eine stressige Phase fiel, war das natürlich kein durchgehender Support. Auch in solchen Phasen war es manchmal eher ich, der sie aufgebaut hat (aufs Ganze gesehen). War ich traurig, hat sie sich natürlich situativ immer um mich gekümmert.
Da ich relativ viel Energie daraus ziehe für Menschen da zu sein, kam mir das nicht sonderlich negativ vor.
Dass ich generell aber mehr für sie da war, steht außer Frage. Sei es mit Ruhe, Liebe oder Sicherheit.
Quasi eine Woche dem Aus meinte sie auch noch, dass es ihr leid tut, dass sie gerade nicht das volle Liebespotenzial abrufen kann. Das war ganz klar bezogen auf ihre Down-Phase, da habe ich keinen Zweifel. Außerdem muss man sagen, dass sie vom Trend her immer mehr gezeigt hat (zumindest ab dem Sommerurlaub).
Selbst auf der Arbeit, was wir am Anfang strikt unterlassen haben, weil wir es beide komisch fanden. Auch dort wurde Zuneigung auch in der Öffentlichkeit deutlich sichtbarer. Der Weg war also da, meiner Meinung.
Zitat von wilmso: Meine persönliche Interpretation: Die Frau wusste von Anfang an nicht wirklich was sie will. Sie führte eine unglückliche Beziehung und irgendwann stolpert der Salamander in ihr Leben und gibt ihr seine ganze Aufmerksamkeit, fährt zu ihr wenns irgendwo zwickt und bemüht sich sehr. Dann zieht sie sich immer mal wieder zurück und erklärt, sie könne das gerade alles nicht, um dann irgendwann wieder heulend auf deiner Türschwelle zu stehen und dir zu erzählen, dass du das Wichtigste in ihrem Leben seist. Du wirst nicht in Ihren Freundeskreis integriert und sie scheint nicht zu dir stehen zu wollen. Schlussendlich findet sie einen Grund (den ich persönlich eher für banal halte) um die Beziehung zu beenden. Trotzdem schreibt sie dir noch und erzählt dir von ihren Problemen. Wenn du dann darauf eingehst, blockt sie ab oder ignoriert dich.
Das ist auch für mich alles schwierig zu interpretieren, weil sie wie gesagt eine Frau ist, die mir so noch nicht begegnet ist und ich mit den Erfahrungen rund um rationales und emotionales Handeln von Frauen nicht weitergekommen bin.
Was sich sagen lässt. Ja ich war da. Ja ich habe es akzeptiert, als sie sagte, sie könnte es gerade nicht und ja, ich habe sie danach angenommen, als sie vor meiner Tür saß. Weil ich die Beziehung wollte und dafür auch gekämpft habe. Und auch wenn sie unsicher war, was gerade das richtige ist, sie die Schritte in die richtige Richtung gemacht hat.
Da sie sehr offen ist, glaube ich ihr, dass es der Vertrauensverlust der Bilder war, der sie weggetrieben hat. Punkte, dass sie generell selbst Probleme mit ihrem Körper hat verstärken das und unterstützen die These.
Ich konnte in dem Moment ihre Entscheidung auch verstehen, so ist es nicht. Ich hätte aber zu diesem Zeitpunkt nicht gedacht, dass es in Anbetracht der gesamten Beziehung etwas ist, an dem man noch arbeiten könnte.
Sie meinte aber, ein Fehler ist einer zuviel. Außerdem wiegt alles davor diesen Vertrauensbruch nicht auf (was ich so unterschreibe, ich mir aber dennoch denke, dass wir grundlegend so gut matchen, dass ich mir die Arbeit an der Beziehung gewünscht hätte. Was nicht heißt, dass ich die Entscheidung nicht verstehe).
Zitat von wilmso: Kurzum: Du warst ihr Vehikel aus der unglücklichen Beziehung und sie hat die Aufmerksamkeit genossen, die du ihr geschenkt hast. Diese Aufmerksamkeit will sie jetzt aber weiterhin ohne romantische Beziehung von dir haben und du rutschst deswegen in die "Friendzone", weil du auch nicht so richtig von ihr los kommst. Ich glaube dass es dir gut täte, den Kontakt erstmal auf das Nötigste (Arbeit) zu beschränken und ansonsten auch nicht mehr den Seelentröster zu spielen. Es ist nunmal die Konsequenz aus einer Trennung, dass man sich danach nicht noch die Rosinen herauspickt und jemanden warmhält, sondern zu der Entscheidung steht und getrennte Wege geht, bis beide heilen konnten.
Joa, hier will ich nicht landen. Gute, aufrichtige Freundschaft nach längerer Zeit kann ich mir vorstellen (zumindest aktuell. Da soll jetzt erstmal Zeit vergehen und meine Gefühle sollen sich sortieren). Friendzone ist nix für mich. Gerade deswegen geht es mir jetzt auch gerade darum, nicht den Kopf zu verlieren.
Ich muss nur noch lernen/herausfinden, wie ich das auf eine elegante Weise reduziere, wenn sie auf mich zukommt... Keine Ahnung