S4lamander
Mitglied
- Beiträge:
- 976
- Themen:
- 2
- Danke erhalten:
- 1330
- Mitglied seit:
so langsam werde ich hier Stammgast.
In meinem letzten Thread habe ich sehr viel über Beziehungen und Trennungen gelernt. Und trotzdem möchte ich einen neuen Thread starten, denn meine Freundin hat vor 4 Wochen Schluss gemacht und trotz intensivem Reflektieren komme ich damit irgendwie nicht weiter. Und deswegen schreibe ich mal und freue mich, wenn ihr mir etwas dazu beitragen wollt
Wie fing alles an:
Ich habe letztes Jahr einen neuen Job angefangen. Sie war meine Arbeitskollegin, zu dieser Zeit und auch noch 5 weitere Monate in einer langjährigen Beziehung. Dass es dort kriselte, erzählte sie aber recht offen und nicht nur mir.
Zum Jahresende 2022 wurden wir ziemlich dicke Freunde. Das Besondere: sie ist ebenfalls sehr reflektiert und handelt seltener emotional bei Entscheidungen. Daher hatten wir tolle Gespräche, über alles Mögliche. Im Februar 2023 begann ich Gefühle für sie zu entwickeln, was ich ihr beim Feiern auch offenkundig erzählte (nicht bewusst, ich war schon hart betrunken). Sie fands süß, stand dann auch nicht zwischen uns.
Romantisiert wurde diese Freundschaft nach einem Autounfall ihrerseits, bei dem sich keiner um sie kümmern wollte und ich quasi als Prinz in schimmernden Rüstung kam, um sie ins Krankenhaus zu fahren.
Einen Monat später trennte sie sich von ihrem Freund. Das hatte an der Stelle wenig mit mir zu tun, weil es nach 8 Jahren wirklich nur noch ein freundschaftliches Verhältnis war. Wenige Tage später küssten wir uns das erste mal.
Wie lief es zu Beginn der Beziehung:
Ich trenne es mal ein wenig, denn der Anfang war ein wenig holprig. Denn eigentlich wollte sie nach der Trennung von ihrem Freund erstmal Single bleiben. Etwas was ich sehr gut finde, weil ich aus meiner letzten Trennung gelernt hatte, dass es sehr gut ist sowas zu verarbeiten, vor allem nach einer so langen Beziehung. Trotzdem verbrachten wir die Zeit schon wie ein Paar, bis es immer mal Rücksetzer ihrerseits gab, weil sie das jetzt so gerade nicht könnte. Insgesamt bis Ende Mai sogar 3 mal.
Relativ belastend an mancher Stelle, aber sich in Tränen zu verabschieden, weil sie sagt, sie könne das jetzt nicht und am nächsten Tag sitzt sie vor meiner Tür, fällt mir in die Arme und sagt ich wäre gerade das Wichtigste in ihrem Leben, war schon auch ein wenig. süß. Hatte leichte Liebesfilm-Vibes.
Wie lief es weiter:
Danach lief es auch immer besser. Wir machten einen gemeinsamen Urlaub und sie sagte in diesem auch, dass es ihr jetzt deutlich leichter fällt, sich auf die Beziehung einzulassen. In der Folgezeit gab es dann auch diese Rücksetzer nicht mehr. Von daher wurde es eine schöne Zeit.
Auffällig war jedoch, dass ich nicht in ihren engen Freundeskreis integriert wurde. Das hatte für mich mehrere Gründe. Zum einen auch, weil ihr Ex-Freund da mit drin ist und sie laut ihrer Aussage selbst entscheiden wollte, wann sie bekannt gibt wieder in einer Beziehung zu sein. (Das Verhältnis zwischen denen ist aber wirklich nur platonisch, da gibt es keine Zweifel). Ein weiterer könnte unser Altersunterschied sein, weil uns schon 10 Jahre trennen, aber wir uns da von der Persönlichkeit sehr gut in der Mitte getroffen haben. Sie ist wie gesagt sehr reflektiert, das hat das Alter schon sehr negiert.
Generell war für sie der Erhalt aller (vieler) sozialer Kontakte sehr wichtig. Wie eine der Top-Prios hat sich das dann aber doch nie angefüllt. Mir ist nicht wichtig, dass ich Prio 1 bin, aber war manchmal schon so, dass man sich nicht so hinten angestellt fühlt. Das war ihr auch bewusst, sie war da sehr bemüht, aber insgesamt, etwas, was mir nicht immer gefallen hat.
Warum haben wir uns getrennt:
Seit September diesen Jahres war ich ein wenig neben der Spur. Mein Vater hatte Krebs und verstarb 7 Monate nach der Diagnose. Das war mental für mich eine schwere Zeit. War ich vorher immer sehr reflektiert, bleib das über eine längere Zeit aus. Das ist natürlich kein Grund für das, was folgte, aber ich kann für mich konstruieren, dass es dazu beigetragen hat, Tragweiten nicht richtig abzuschätzen.
In dieser Zeit habe ich dann etwas gemacht, was für mich eigentlich nicht typisch ist und es mir auch nichts gibt.
Ich hatte auf meinem Telefon einige Bilder von ihr in Unterwäsche. Nicht *beep*. Es war immer Hintern in Unterwäsche mit einem T-Shirt. Da ich nicht auf Bilder stehe, wäre das für mich auch nicht in Frage gekommen, aber ihr Po war schon süß. Dann war das eher so ein: Mh süß ich mach ein Foto. Insgesamt dachte ich mir in der Zeit aber auch, dass die Bilder nichts besonderes sind. Weder vom Motiv noch von der Tragweite. Ein Fehler wie sich herausstellen sollte.
Sie hatte es gemerkt und die Bilder auf meinem Telefon gefunden. Versteckt hatte ich sie nicht und Zugang zu meinem Telefon hatte sie von meiner Seite aus immer, was auch zeigt, dass ich da jetzt kein Risiko für unsere Beziehung sah (sofern ich das überhaupt mal durchdacht hatte. )
Ich fuhr sie also eines Abends mach Hause, weil ich sie am Vorabend nachts aus der Stadt abgeholt hatte. Und sie sagte, sie hat die Bilder gefunden. Sie meinte sie ist mir nicht böse. Ich hab mich entschuldigt. Dann stieg sie aus.
Danach kam von ihr nichts mehr, bis ich ihr am nächsten Abend geschrieben hatte. Für sie war es ein krasser Vertrauensbruch, auf der sie nicht weitermachen konnte. Wir haben danach noch telefoniert und auch in den nächsten Tagen gesprochen (Da gleicher Arbeitgeber auch gleiche Rückfahrt mit der Bahn). Dabei kamen noch so einige Punkte, die ich in einem nächsten Beitrag beleuchte, damit das hier nicht zu lang wird.
Das Besondere: Gespräche sind auf einem sachlichen Level ganz normal möglich. Da ist sie wie gesagt sehr reflektiert. Für sie war es eher ein: "Ich weiß was ich will und ich will meine Zeit nicht verschwenden" (auf der Suche nach dem richtigen Partner), sie mich generell aber in ihrem Leben behalten möchte.
Besonderheiten:
Eine Sache will ich aber noch erwähnen, da es bis hier sonst sehr lasch klingt.
Generell ist sie ein sehr unruhiger Mensch, hat ADHS und generell einfach ungeduldig. Auch aufgrund dessen was sie bereits alles erlebt hat, kämpft sie des öfteren mal mit Mental Breakdowns.
Etwas was in unserer Beziehung immer sehr gut funktioniert hat, war, wie ich sie davon runterbringen konnte. Meine Ausstrahlung war (und ist) auf sie sehr beruhigend.
Als Beispiel: Sie ist sehr gestresst mit gewissen Aspekten in ihrem Leben. Sie schrieb mir es ging ihr nicht gut und ich fragte ob ich vorbeikommen soll. Als ich ankam, zitterte sie vor Stress. Ich kenne sie sehr genau und neben meiner beruhigenden Art kenne ich auch ihren Körper sehr gut und wie man sie beispielsweise am Kopf kraulen kann, um sie runterzubringen. In einem Moment zittert sie und binnen einer Minute bringe ich sie soweit runter, dass sie in Ruhe einschlafen kann.
Sowas hatten wir oft. Ich war einfach ihr Ruhepol. Ich tat ihr in allen Aspekten gut und war auch sehr erpicht darauf, es ihr mental ein wenig einfacher und ruhiger zu gestalten.
Und nun bin ich hier. Einsam in meinem Kämmerchen.
Ich merke, dass ich mental nicht wirklich weiterkomme. Ich bekomme Rückfälle. Ich gehe am Tag 5mal spazieren, das in gewissen Maße ja gut ist, aber ich auch merke, dass es nur eine absolute Flucht ist, während sie relativ weit weg, irgendwelche Leute besucht.
Ich bin mir auch noch nicht sicher was ich genau möchte. Ich habe unsere Freundschaft letztes Jahr geliebt. Sie war ungezwungen, ohne romantische Lebe und trotzdem absolut beflügelnd. Die hätte ich gerne wieder.
Ich erwische mich aber auch dabei, dass ich mir auch die romantische Beziehung zurückwünsche, ich mich also selbst belüge.
Ich weiß gerade nicht so ganz weiter.