Marina87,
Du stellst aus meiner Sicht die exakt richtigen Fragen und Anforderungen an einen Mann.
Und aus meiner Erfahrung sind die Männer, die sich Kinder wünschen und gleichzeitig bereit sind, die Aufgaben gleichverpflichtet zu verteilen, sehr, sehr selten. Es gibt einige, die behaupten, dass Elternzeit und Teilzeit für sie in Frage kommt, aber es dann, wenn es soweit ist, entweder nicht umsetzen oder die Beziehung daran zerbricht, dass sie sich nach 1-2 Jahren nicht mehr wohl fühlen, wenn auch sie die Doppelaufgabe Job und Kinder gleichberechtigt stemmen.
Da Du keinerlei Absicherung oder Versorgung mehr hast, wenn Du die 50% Familienarbeit Deines Partners nach alter Väter Sitte mit übernimmst, ist es am sichersten für Dich, den Kinderwunsch von einer Partnerschaft zu trennen.
Schau, wie Du Dich in eine Situation bringen kannst, in der Du Deinen Kinderwunsch unabhängig von einem Mann erfüllen und Deine Kinder großziehen kannst. Das geht am besten im Öffentlichen Dienst oder ähnlich flexiblen Arbeitgebern, mit günstiger Mietwohnung und den Großeltern, Freunde und Familie in der Nähe. In Bayern, Ba-Wü, Hessen und RLP ist es fast unmöglich. Im Norden und Osten ist es viel leichter. Richte Dich so ein, dass Kinder kommen können, ohne dass ein Mann Verantwortung dabei tragen muss.
Und wenn Du das Thema Kinder für Dich geklärt hast und aus eigener Kraft mit Deinem Netzwerk gewuppt bekommst, kannst Du Dich ganz entspannt nach einem für Dich passenden Partner umsehen. Wenn er sich dann in Deiner Familie engagieren will, ist das ein Bonus. Aber keine Bedingung. Wenn nicht, bleibt die Paarbeziehung, aus der Du für Dich Kraft schöpfen kannst. Und wenn die Paarbeziehung Dir keine Kraft mehr gibt bzw. zerbricht, brauchst Du Dich wenigstens nicht mit ihm als Kindsvater auseinander zu setzen oder hast Dich und die Kinder zuvor von ihm finanziell oder organisatorisch abhängig gemacht.
32 ist das perfekte Alter, um diesen Lebensentwurf anzugehen. Mit 38 oder 40 ist es dafür zu spät.
Und darauf zu warten, dass doch noch einer vorbei kommt, der ernsthaft und engagiert eine Familie gründen will, das auch wirklich durchziehen kann und der mit Dir auch so gut harmoniert, dass ihr die nächsten 25 Jahre zusammen bleiben könnt, ist wie auf einen Lottogewinn zu warten. Die Chancen, dass Du dabei eine Niete ziehst, weil Deinem Partner noch während der Schwangerschaft oder in den 20 Jahren danach einfällt, dass er dann doch nur 15 % der Familienarbeit übernehmen kann, aber 100% Vater sein möchte und mindestens 50% Mitspracherecht in allen familiären Belangen haben will, und Du als Teilzeitmutti mit 85% Haushalt und Kindersorge sehen kannst, wo Du bleibst, ist hoch. Das ist dann die Familienfälle, in die alle Freundinnen und Bekannten tappen, auch wenn sie zuvor unabhängig, gut verdienend und gleichberechtigt waren und sich vor der Familiengründung eine unausgewogene Partnerschaft nie hätten bieten lassen.
Dann lieber selbstbestimmt 100% Familienarbeit und soviel Teilzeit, dass es für euch reicht, und 100% über euer Leben bestimmen können und dabei keinen Feierabendpapi mit durchziehen und sich nach seinen Vorstellungen von Familie richten müssen.
Seitdem ich meinen Kinderwunsch erfüllt habe, lerne ich auch viel attraktivere und engagiertere Männer kennen als in den Jahren, in denen ich einen verlässlichen Partner zur Familiengründung wollte. Und habe jetzt einen Partner, der mit Haushalt und Kindern ganz entspannt und auf Augenhöhe mit mir umgeht und nicht sein Ego mit irgendeiner Ernährerrolle pflegt, bei der der Abwasch dann plötzlich zu meiner Aufgabe wird. Wir sind Partner in allen Belangen. Gerade weil die Kinder nicht von ihm sind, gibt es da keinerlei Eitelkeiten und 50er Jahre Allüren.