Marina87
Gast
Es ist eben etwas, das man als Frau nicht so leicht aufschieben kann wie als Mann. Ich glaube nicht, dass ich ohne Kinder todunglücklich würde, aber wenn ich das machen möchte, dann muss ich es jetzt bald in die Wege leiten, sonst wird das nichts mehr. Dem Ticken der biologischen Uhr kann man sich nur schwer entziehen. Das kannst Du als Mann vielleicht nicht wirklich nachvollziehen.
Ich hatte mal einen Bekannten, der war mit Ende 20 noch mit seiner ersten Freundin zusammen. Die Beziehung lief eigentlich noch immer gut, es gab kaum Konflikte, und es war auch noch Anziehung zwischen den beiden vorhanden. Ihm machte aber zunehmend zu schaffen, dass die Männer um ihn herum fast alle schon mehrere Frauen gehabt hatten, während er noch immer mit der ersten zusammen war. Da war eine Stimme in seinem Kopf, die ihm in unregelmäßigen Abständen zuflüsterte, wenn er sich im Leben noch einmal die Hörner abstoßen wolle, dann müsse er das jetzt tun, später werde es wahrscheinlich nicht mehr möglich sein. Diese Stimme wurde immer lauter, und irgendwann traf er die Entscheidung, die völlig intakte Beziehung zu beenden, nur weil er Angst hatte, dass er es später bereuen könnte, keine anderen Frauen gehabt zu haben. Ich konnte das damals nicht nachvollziehen. Es erschien mir unvernünftig. Aber heute glaube ich, dass er sich damals ähnlich gefühlt hat wie sich viele Frauen bzgl. der Familienplanung fühlen. Das Gefühl, unter Entscheidungszwang zu stehen, kann eine sehr mächtige Eigendynamik entwickeln.