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Fragen die mir auf der Seele liegen

Trust_him


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Zitat von BernhardQXY:
Auch das weiß ich nicht so genau. Ein schwerer Unfall und seine Folgen waren als Wachrüttler nicht tauglich. Ich wünschte mir, die Affäre wäre uns erspart geblieben, aber letztenendes brauchten wir einen Schuss vor den Bug.

Ich glaube in unserem Fall, dass die Affäre ein Jahr später nicht mehr passiert wäre. Denn da war er in seiner Therapie bereits ein gutes Stück weiter. Oder wenn er die Therapie ein Jahr früher begonnen hätte. Dann wäre er vielleicht zu diesem Zeitpunkt schon gefestigt genug gewesen.
Aber dieses hätte, wäre Spiel ist müßig. Es ist passiert, wie es passiert ist.
Ich wehre mich nur dagegen, dass mir durch solche Aussagen suggeriert werden soll, dass ich quasi dankbar für die Affäre sein sollte. Und das sehe ich für meine Ehe nunmal anders.

07.06.2021 11:55 • x 3 #106


BernhardQXY


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Zitat von Trust_him:
Ich wehre mich nur dagegen, dass mir durch solche Aussagen suggeriert werden soll, dass ich quasi dankbar für die Affäre sein sollte. Und das sehe ich für meine Ehe nunmal anders.

Dankbar bin ich nicht, dankbar bin ich über unseren Weg und unsere Leistung. Keine Frage. Nur retrospektiv betrachtet wäre unsere Ehe ohne die Zäsur einfach auseinander gelaufen.

07.06.2021 12:09 • x 1 #107



Fragen die mir auf der Seele liegen

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grünemaus


Also ich hatte ja nu auch eine Affäre während meiner Ehe. Und ich muss sagen, ich hab ebenfalls dadurch viel über mich gelernt. Zwischen meinem Mann und mir passte das Nähe-Distanz-Bedürfnis nicht. Mein Mann war ein Klammeräffchen par excellence. Und je mehr ich versuchte, ihn auf Abstand zu bekommen, desto näher rückte er mir auf den Pelz. Irgendwann bekam ich keine Luft mehr. Die Affäre war für mich eine Möglichkeit, mich selbst wieder zur fühlen, meine eigenen Entscheidungen zu treffen und etwas zu erleben, wozu mein Mann keinen Zugang hatte.

Klar hatte ich auch ein schlechtes Gewissen irgendwann, aber mein Überlebensdrang und mein Freiheitswille war stärker. Also zögerte ich auch nicht lange, ihm meine Affäre um die Ohren zu hauen. Er hätte trotzdem gerne an unserer Ehe festgehalten. Für mich war diese Vorstellung unerträglich. Aber zugegebener Maßen hatte ich vor den Konsequenzen auch tierische Angst. Ich wusste, ich bekomme es alleine alles irgendwie hin aber ich brauchte die starke Schulter des AM dann doch ab und zu mal. Er war meine Absprunghilfe.

07.06.2021 13:06 • x 1 #108


E-Claire

E-Claire


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Zitat von BernhardQXY:
Parallel dazu haben wir -aus heutiger Sicht stümperhaft- an der Ehe gearbeitet. Ein paar Probleme angesprochen, ne Lösung entwickelt, diese umgesetzt und dann wieder in alte Verhaltensschemata gefallen. Wie es hier so schön immer heißt: Eine gute Ehe mit Höhen und Tiefen.
Wir beide hatten allerdings nicht auf dem Schirm, dass wir dabei waren, unsere Ehe gnadenlos an die Wand zu fahren, bzw. in der Sprachlosigkeit des Nebeneinander zu landen.
Und so kam dann doch ein Mann, mit der sich Stück für Stück eine handfeste Affäre entwickelte.


Affären haben immer irgendeinen Kontext.

Was mich manchmal daran so ein bissl beschäftigt? Wenn Du der/die andere bist zu dem/der warm gewechselt wird, bist Du schuld, Du bist das A-Loch, die b*tch.
Wenn Du der/diejenige bist, der Anlass für das neu Entdecken der Ehe bist, bist du noch immer das A-Loch oder die B*tch. Weil selbstverständlich ohne das Zutun von Dir als Außenstehende(r) hätte es nie den Vertrauensbruch gegeben.

Was mich daran so beschäftigt ist, daß wir (alle) noch immer nicht bereit sind zu sehen, auf welchem hohen moralischen Gaul wir sitzen, wenn wir alle wütend sind auf Menschen, die nichts aber auch gar nichts mit der unsere eigenen Entscheidung diese Ehe einzugehen und unter welchen Umständen der Partner, den wir selbst (!) damals ausgesucht haben, wir diese bereit sind fortzuführen zu tun hat.

So stelle ich mir das in jedem Fall vor.

09.06.2021 20:59 • x 2 #109


Trust_him


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Zitat von E-Claire:
Affären haben immer irgendeinen Kontext. Was mich manchmal daran so ein bissl beschäftigt? Wenn Du der/die andere bist zu dem/der warm gewechselt ...

Ich bin nicht ganz sicher, ob ich dich richtig verstanden habe, aber wenn du sagen wolltest, dass der ungebundene AP immer der Ar. ist, unabhängig davon, ob die Ehe des gebundenen AP daran zerbricht oder nicht, dann sage ich dir ja, der ungebundene AP ist immer der Ar., weshalb man auch keine Affäre mit einem gebundenen Menschen eingehen sollte.
Dabei darf man aber nicht vergessen, dass auch der gebundene AP ein Ar. ist.
Der einzige, der kein Ar. ist (zumindest nicht in Bezug auf die Affäre), ist der betrogene Partner.

09.06.2021 22:42 • x 3 #110


grünemaus


Zitat von Trust_him:
Ich bin nicht ganz sicher, ob ich dich richtig verstanden habe, aber wenn du sagen wolltest, dass der ungebundene AP immer der Ar. ist, unabhängig davon, ob die Ehe des gebundenen AP daran zerbricht oder nicht, dann sage ich dir ja, der ungebundene AP ist immer der Ar., weshalb man auch keine Affäre mit einem gebundenen Menschen eingehen sollte.

Also ich denke so nicht. Der ungebundene AP ist einfach ein Mensch, der sich verliebt hat. Oft wissen die ja gar nichts von der Gebundenheit ihrer Partner oder sie bekommen erzählt, das die Ehe sowieso Mist und so gut wie tot ist. So habe ich es bei meinem AM damals jedenfalls gemacht. Ich habe ihn genau wie meinen Mann nach Strich und Faden belogen. Also wenn schon einer der Ar. war, dann ich. Allerdings hatte ich eben meine Gründe dafür. Ich war in einer heftigen Krise und bin beziehungsmäßig Amok gelaufen, um irgendwie aus dieser Sackgasse wieder raus zu kommen. Und ich war erfolgreich. Anders als ich dachte aber heute bin ich alleine und hochzufrieden.

10.06.2021 07:55 • #111


Trust_him


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Zitat von grünemaus:
Oft wissen die ja gar nichts von der Gebundenheit ihrer Partner oder sie bekommen erzählt, das die Ehe sowieso Mist und so gut wie tot ist.

Bei Fall 1, dass man nicht weiß, dass der andere gebunden ist, gebe ich dir Recht. Dann ist er genauso unwissend wie der betrogene Partner und damit genauso wenig ein Ar..

Bei Fall 2 sehe ich es anders. In diesem Fall habe ich in der Vergangenheit gesagt: "OK, dann trenn dich.", kam dann ein "Das ist alles nicht so einfach.", kam von mir "OK, dann klär erstmal deinen Kram zuhause. Bis dahin läuft bei uns nichts." Denn egal, wie es um die Partnerschaft angeblich steht, er ist immer noch gebunden und dann stehe ich nicht als Schattenfrau zur Verfügung.

10.06.2021 08:01 • x 3 #112


grünemaus


Zitat von Trust_him:
Bei Fall 2 sehe ich es anders. In diesem Fall habe ich in der Vergangenheit gesagt: "OK, dann trenn dich.", kam dann ein "Das ist alles nicht so einfach.", kam von mir "OK, dann klär erstmal deinen Kram zuhause. Bis dahin läuft bei uns nichts." Denn egal, wie es um die Partnerschaft angeblich steht, er ist immer noch gebunden und dann stehe ich nicht als Schattenfrau zur Verfügung.

Leichter gesagt als getan, wenn man verliebt ist. Aber mein AM hat genau das gemacht. Als ich dann getrennt war, hatte er allerdings das Interesse verloren. Dumm gelaufen für mich aber das war wohl Karma.

10.06.2021 08:51 • #113


Butterblume63


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Zitat von grünemaus:
Leichter gesagt als getan, wenn man verliebt ist. Aber mein AM hat genau das gemacht. Als ich dann getrennt war, hatte er allerdings das Interesse ...

Die Verliebtheit ist doch nicht mit einem Fingerschnipsen da. Wenn, ich weiß daß ein Mensch gebunden ist und ich bemerke der würde mich mehr interessieren ziehe ich mich zurück.ICH greife doich auch nicht ins Regal um die teure Flasche Parfüm zu entwenden nur,weil ich die mir nicht leisten kann.
Hat was mit Selbstkontrolle zu tun.

10.06.2021 08:58 • x 1 #114


BernhardQXY


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Zitat von Butterblume63:
Die Verliebtheit ist doch nicht mit einem Fingerschnipsen da.

Doch, die schon.

10.06.2021 09:00 • #115


Trust_him


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Zitat von grünemaus:
Leichter gesagt als getan, wenn man verliebt ist.

Ich weiß nicht. Für mich war es damals auch hart, aber ich war mir selbst mehr wert, als dass ich meinen Partner hätte wissentlich teilen wollen. Und dann immer nur die Krümel abbekommen, das ist auch nicht so meins.
Ich glaube ja auch nicht, dass ich hätte bei meinem Mann bleiben können, hätte er Liebeskummer wegen seiner Affäre gehabt. Deshalb bin ich froh, dass ich das Ganze erst viel später erfahren habe.

10.06.2021 09:02 • #116


Butterblume63


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Zitat von BernhardQXY:
Doch, die schon.

Ich sehe nur s e xuelle Anziehung. Tarnen gerade Frauen es nicht mit Verliebtheit um nicht als Schlampen zu gelten? Ich stehe dazu,dass ein Mann mich erst einmal s e xuell anspricht. Verliebtheit kommt erst später oder auch nicht.

10.06.2021 09:08 • x 1 #117


grünemaus


Zitat von Butterblume63:
ch sehe nur s e xuelle Anziehung. Tarnen gerade Frauen es nicht mit Verliebtheit um nicht als Schlampen zu gelten? Ich stehe dazu,dass ein Mann mich erst einmal s e xuell anspricht. Verliebtheit kommt erst später oder auch nicht.

Also ich habe meinem AM erzählt, zu Hause liefe nichts mehr. Von daher hatte er schon das Gefühl von Exclusivität. Wir haben dann ein paar mal S. gehabt und dann muss er doch sowas wie einen faden Beigeschmack gespürt haben. Oder er hatte Angst, das seine Gefühle sich vertiefen. Jedenfalls ging er erst danach auf Abstand mit dem Hinweis, das ich gerne wieder anklopfen kann, wenn ich getrennt bin. Das habe ich dann 6 Monate später getan aber da war es zu spät. Er hatte bereits eine neue.

10.06.2021 09:17 • #118


grünemaus


Tja jedenfalls aus heutiger Sicht mache ich meinem AM da keinen Vorwurf. Er war wenn überhaupt genau so ein Ar. wie ich. Wir sind eben nur Menschen und wenn es eng genug wird, wird wahrscheinlich jeder von uns mal ein Ar..

10.06.2021 09:18 • #119


Trust_him


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Zitat von grünemaus:
Wir sind eben nur Menschen und wenn es eng genug wird, wird wahrscheinlich jeder von uns mal ein Ar..

Das ist bis auf Menschen wie Mutter Theresa so sicher wie das Amen in der Kirche

10.06.2021 09:24 • #120



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