Helgehe
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Aber wenn man (Frau) über 25 Jahre, wie in unserem Fall, immer treu war, nach so langer Zeit eben Gewohnheit eingekehrt ist, Kindererziehung, Alltag, Streit deswegen - man lebt sich auseinander, kommt oft vor.
Ist dann fast wie Freundschaft Plus - der Alltag funktioniert - 6 gibt es auch - und tolle Urlaube.
Für mich war alles soweit in Ordnung - zu selten 6 (was ja eigentlich sehr verbindet - Problem für mich, aber arrangiert damit).
Was meiner Frau fehlte nach so vielen Jahren der Gemeinsamkeit, war, sie so zu akzeptieren, wie sie ist.
Ich versuchte, sie mir so zurechtzubasteln, wie ich sie gerne hätte - nörgelte an ihren Mängeln (meistens Ordnung im Haushalt) rum und war dann enttäuscht, wenn es keinen 6 gab.
So lief das lange. Urlaube waren immer toll - da waren wir WIR!
Klar ging es ihr nicht schlecht mit mir - da gibt es ganz andere Ehen.
Und trotzdem hatte ihr was gefehlt - sie spürte meine Liebe nicht - für mich als Mann war es so okay, wie es war.
Nicht die verliebt-Gefühle nach all den Jahren - was ja normal ist - aber uns ging es doch gut, ihr auch, dachte ich.
Und wenn dann der Richtige (Falsche) im richtigen (falschen) Moment kommt und ihr sagt, wie toll sie ist, wie hübsch sie ist, was sie für eine tolle Figur hat (ich sah das nie anders, aber wenn man lange verheiratet ist, sagt man das nicht direkt, schenkt Blumen, vergisst keinen Hochzeitstag, plant zum Valentinstag was, will 6 mit ihr), wirkt sowas eben auf eine Frau in der midlifecrisis, Oma geworden, nur mich als 6-Partner bis dahin.
Ich hätte mir gewünscht, dass sie die Geschichte mit dem rechtzeitig heimlich beendet hätte .....
Und dann?
Hätte sich was an unserer Beziehung geändert?
Selbst wenn sie Probleme intensiver angesprochen hätte - ich wäre aus dem Freundschaft-Plus-Gefühl nicht rausgekommen nach so vielen Jahren.
Für mich (auch für sie letztendlich) hatte es einen Crash gebraucht, um wieder lieben zu können - so schwer das auch für mich war!
Ich hatte mich frischverliebt in meine Frau, so komisch das auch klingt und es gab mir die Energie, um sie zu kämpfen.
Ohne dieses Gefühl hätte ich das nicht durchstehen können.
Heute sind wir viel geduldiger miteinander - wirklich wir - erkennen, was wir an uns haben, führen nach dieser langen beschi...nen Zeit der Aufarbeitung eine Ehe, wie sie sein sollte!
Als bei meiner Frau die Glückshormone von dem noch kreisten, war es toll.
Sie war anders - ich war anders (6uell gesehen).
Aber wir waren nicht die Person, die wir eigentlich sind.
Heute ist alles besser, als in vielen Jahren davor! Unsere Ehe wurde dadurch gerettet bzw. wieder auf das Niveau gehoben, wie es sein sollte, auch 6uell!
Vielleicht hilft es, wenn man rechtzeitig redet - dafür war es bei uns zu spät, um die Beziehung auf diese Ebene zu bringen, die wir heute haben.
Jeder Fall ist anders - mein langer Beitrag war nur mal so zum Nachdenken gedacht.