Zitat von 6rama9:Wirst du das Urvertrauen in deine Frau nach dieser Aktion wiedergewinnnen können?
Das Frage ich mich auch, also ob das möglich ist. So schwer wurde ich noch nicht verletzt in meinem bisherigen Liebesleben.
Zitat von Haselschnasel:Und jetzt die Frage: Warum hat sich deine Frau noch einmal mit dem AM getroffen? Du hast ihr die Frage doch gestellt? Natürlich war es ein Vertrauensbruch. Aber du hattest - aus meiner Sicht - etwas Unmögliches verlangt! Kann es sein, dass sie sich von ihm verabschieden MUSSTE?
Ich verstehe nicht, wieso ich was unmögliches verlangt habe damit? Es war einen Monat Schluss, kein Kontakt mehr, wieso ist es zuviel verlangt als Grundstein unserer Beziehunsgsarbeit nach dem Vertrauensbruch durch die Affäre nicht auf das erst beste Geplänkel von ihm aufzuspringen und sich zu treffen? Das ist jetzt nicht böse gemeint auch wenn es geschrieben sicher komisch aussieht aber du brauchst die Frage nicht beantworten, weil ich meine Entscheidung darüber nicht anzweifel. Es war meine Voraussetzung und die Konsequenz die sich daraus ergibt lag klar auf dem Tisch.
Zitat von Zugaste:Ich kann mir vorstellen, dass es für dich schwierig ist, deine eigenen Defizite zu benennen oder zu sehen und dass du das auch in eure Beziehung gespiegelt hast. "Wenn man unzufrieden ist, muss man das sagen, denn nur so, kann der Andere unterstützen."
Du hast gelernt, dich selbst zufrieden zu machen, du hast gelernt, dass du keinen Partner "brauchst" um glücklich zu sein denn du hast dich und so lange du deine Bedürfnisse äußerst, bist du auch in einer Partnerschaft gut aufgehoben.
Sie braucht dich aber vielleicht mehr, als du sie. Und sie will vielleicht auch das Gefühl haben, dass du sie brauchst und sie weiß vielleicht auch, dass das nicht so ist und ich kann mir vorstellen, dass sie sich dadurch unsicherer war.
Zusätzlich ist ein wichtiger Teil für sie durch eure Kids weggefallen: ihr Job.
Und dadurch war ihre Selbstsicherheit noch instabiler und sie wollte vielleicht noch mehr das Gefühl haben gebraucht zu werden von dir.
Ich kann mir vorstellen, sich das einzugestehen, wenn der Andere so stark ist, ist ungeheuer schwer.
Du hast damit sicherlich irgendwie recht. Ich bin in zwar unheimlich selbstkritisch und da auch immer aktiv auf der Suche nach Verbesserung indem ich mich oft z.B. im Job oder beim Sport aber auch bei ihr spiegeln lasse und Frage, welche Eigenschaften ich noch verbessern könnte um besser zu werden in diesem oder jenen Bereich. Dabei bin ich zwar immer mit meinen Defiziten konfrontiert aber eher auf eine Art und Weise, dass ich sie verbessern möchte, statt zu akzeptieren (was für mich aber alles andere als ein Problem ist).
Und wenn das ihr Problem war, dann weiß ich nicht mal, ob ich daran was ändern könnte oder möchte. Weil es ist auch ein Teil meiner Persönlichkeit, dass ich eben bin wie ich bin und ehrlich gesagt mag ich mich auch so. Das heißt nicht, dass ich ihr das Gefühl gegeben hab weniger zu sein. Auch im Gegenteil, oftmals hab ich sie motiviert oder mit ihr ihre Zweifel besprochen wenn sie was probieren wollte aber angst hatte.
Umgedreht ist es eher so gewesen, dass ich mit ihr über einiges nicht sprechen konnte. Bzw. ich konnte darüber sprechen, aber es wurde nicht ernst genommen oder schnell abgetan. Vielleicht wusste sie nicht, wie sie damit umgehen soll. Vielleicht hätte ich mal fragen sollen, wieso sie mir da immer so entgegentrat anstatt mir vielleicht die sorgen zu nehmen oder zu besprechen, wie ich diese Art von Ängsten loswerden kann. Das kam mir übrigens heute erst wieder in den Sinn, weil sich die Situation ergab und ich mir dachte dass es nun für mich keinen Unterschied macht ob ich heute Abend zu meinen Eltern fahre und nicht darüber sprechen kann oder zu ihr und nicht darüber sprechen kann
Zitat von Zugaste:Was mir bei dir auffällt und da lehne ich mich jetzt echt mal aus dem Fenster ist, dass du vorgibt, meistens oder immer aus Stärke zu agieren.
Du hast meine Fragen, warum dir der Kontaktabbruch so wichtig war, nicht beantwortet und ich denke, weil du weißt, dass du dieses "Verbot" eben nicht aus Stärke ausgesprochen hast.
Dass es für dich Bedingung ist, ist legitim und nachvollziehbar.
Aber ich denke, sie hat nicht verstanden warum. Da hättest du nämlich eventuell eingestehen müssen, dass da auch Gefühle wie Angst, Unsicherheit, Eifersucht, Wut und Hilflosigkeit dabei sind. Welche nachvollziehbar sind und gut und auch wichtig.
Das Verbot habe ich nicht mit Unsicherheit oder Eifersucht oder Hilflosigkeit begründet, das ist richtig. Allerdings sagte ich ihr, was die Affäre in mir ausgelöst hat.
Zitat von Zugaste:Und erst habe ich mich auch gewundert, dass sie schreibt: "Ich habe dich sehr verletzt, oder?".
Ich denke, ihr ist das echt nicht klar gewesen, weil du so unerschütterlich wirkst, so als ob nix und niemand dich aus der Bahn werfen kann.
Glaube ich leider auch nicht. Damit wollte sie, dass ich ihr die Last der "Schuld" von den Schultern nehme. Sie wollte hören "Nein alles gut", um ihr schlechtes Gewissen zu reduzieren.
Zitat von Finii:Kann das sein, dass dir n bischen Selbstwert fehlt? Ist gar nicht böse gemeint, aber monatelange Affäre und erneutes Treffen sind schon krass...
Da verstehe ich den Zusammenhang nicht, wäre super, wenn du mir das nochmal erläutern könntest.
Zitat von Zugaste:Mir ist noch was eingefallen...
Was macht das mit dir, wie deine Eltern sich jetzt verhalten? Du liest dich da etwas resigniert, erwartungslos.
Kannst du dir vorstellen, dass ihnen so zu sagen, wie du uns das geschrieben hast?Ich fühle mich als Gast, ich habe das Gefühl, ich kann mich nicht auf euch so verlassen, wie ich es gerade brauche. Ich wünsche mir mehr Unterstützung von euch.
Wärest du da schwach?
Schwächer, also so, wie du jetzt damit umgehst: das Beste daraus machen? Wieder die Erfahrung zu machen, dass du dich auf dich am besten verlassen kannst?
Da habe ich auch keinerlei Erwartungen mehr. Ich hab das schon öfter versucht, früher, jetzt bin ich wirklich resigniert. Ich denke nicht, dass ich da schwach wäre aber es würde auch nichts ändern.
Zitat von paulaner:Es ist halt sehr schmerzhaft den wahren Grund sich selbst einzugestehen:
Und ganz bestimmt ist es auch ultra heftig, dass jemandem dann zu sagen, den man nicht noch mehr verletzten möchte.
Zitat von SimplyRed:Tiere arbeiten ausschließlich mit Instinkt und fahren damit seit Millionen Jahren sehr viel erfolgreicher.
Das ist keine Ironie: aber als erfolgreich würde ich es nicht bezeichnen als Wildschwein in der Rauschzeit über die Landstraße zu rennen aus Instinkt und tot gefahren zu werden.
Zitat von KGR:Sie kann ja gerne ihre Affäre fortsetzen, aber dann soll sie eben klar und konsequent die Scheidung einreichen. Und nicht so tun, als würde sie den Morus noch lieben, obwohl ihre Liebe in Wahrheit nur Verlustangst und Existenzängste sind.
Von der Perspektive hab ich es noch gar nicht betrachtet. Aber das stimmt, woher soll ich jetzt wissen, dass sie mich wahrhaftig meinetwegen will?
Zitat von SimplyRed:Ich kann aber nachvollziehen, dass dies als @Morus so empfunden wird. Auch hier die Erinnerung jedoch auch an Ihre gemeinsame Vergangenheit, sie hat oftmals gesagt, welche Gefühle sie hat, wenn er dies oder jenes tut, was er aber ebenso auf "seine Weise" gelebt hat, weil ihm das eben wichtig war, in voller Kenntnis dass es ihr wehtut - da sehe ich keinen Unterschied, das finde ich jetzt wirklich kleinlich.
Vielleicht hast du recht und das war nicht ok. Als ich das las habe ich in meinem Kopf dagegen argumentiert, dass sie das mit Absicht gemacht hat weil ihr sonst den Abend langweilig gewesen wäre, weil gleiches Recht für alle, sie geht weg also gehe ich auch weg. Um das Argument geltend zu machen hätte ich aber zumindest einmal versuchen müssen zu sagen "Dann bleibst du aber auch zu Hause weil ich mich sonst alleine fühle" oder so ähnlich. Vielleicht hat sie sich dadurch tatsächlich in ihren Gefühlen zurückgesetzt gefühlt
Zitat von hahawi:Ich empfinde das ganze weder als sonderlich souverän noch als ausgesprochen selbstbewusst.
Musst du auch nicht hahawi, bin nicht hier um eine Medaille zu gewinnen.
Zitat von 6rama9:Sie hat ihr Bedürfnis über euch gestellt, aber nicht den anderen Mann.
Ja stimmt, das ist eine treffende Bezeichnung.