Sankaty
Gast
bislang habe ich still mitgelesen. Ich finde es immer schwierig, Rat zu geben in einer Situation wie deiner. Erst recht als Außenstehender, der weder dich noch deine Frau noch eure Situation kennt. Der nur deine Sicht der Dinge hört, und du bist vermutlich auch nicht ganz du selbst in dieser Ausnahmesituation Und dennoch gebe ich jetzt auch meinen Senf dazu
Dein konsequentes Verhalten kann ich gut verstehen. Ich finde es sogar recht beeindruckend, und ich könnte mir vorstellen, dass es deiner Frau auch so geht. Vielleicht nicht bewußt.
Ich bin da bei @hahawi , deine Frau hat etwas vermisst oder für sie hat etwas nicht gestimmt. In ihrem Leben oder in eurer Beziehung. Die Geburt eures zweiten Kindes scheint hier eine Rolle zu spielen, den Gedanken von @Mira_ finde ich betrachtenswert. Es ist gut möglich, dass sie selbst nicht richtig in Worte fassen kann, was es denn ist. Solche Dinge passieren unbewußt und/oder schleichen sich ein. Und dann war die Tür auf
Natürlich ist eine Affäre keine Lösung. Sie ist aber passiert, und deine Frau hat zugegeben, dass sie Gefühle entwickelt hat.
Wie in den meisten Fällen, in dem Moment, wo es auffliegt, entscheidet man sich für den Partner. Das hat sie getan. Eine typische Reaktion in dem Moment ist, dass der Betrogene fordert, dass der andere sofort, in seinem Beisein, Schluss mit dem AP macht, oder den Kontakt einstellt. Völlig verständlich. Jedoch geht es sehr oft schief.
Denn der Betrüger kann nicht von jetzt auf gleich die Gefühle abstellen. Er oder sie hat eine Beziehung zu dem AP, da gibt es ein gewisses Vertrauen, und er oder sie kann und möchte den-/diejenige nicht einfach so abservieren. Der Betrüger ist trotz allem traurig über den Verlust dieser Beziehung.
Darüber kann man sich empören, man kann sagen, diese Beziehung ist nicht so wichtig wie die Hauptbeziehung, und wie können sich zwei Betrüger, also zwei Lügner, überhaupt vertrauen usw. Dennoch ist es so, und in sehr vielen Fällen erfolgt nach einem solchen erzwungenen Ende wieder eine Kontaktaufnahme, sei es zum anständigen Beenden oder zur Wiederaufnahme der Affäre.
Gehen wir mal davon aus, im Falle deiner Frau hat sie bei dem erneuten Treffen tatsächlich die Affäre beendet. Ja, dann hat sie dich hintergangen. Es ist nur so, dass der abrupte Kontaktabbruch und die Forderung, keinen Kontakt mehr zu haben, quasi unerfüllbar war.
Ich sage nicht, dass das richtig ist. Sie hätte von Anfang an sagen können, dass sie das vernünftig beenden will, oder dir vor oder nach dem Treffen von selbst davon erzählen können. Sie ist allerdings, davon gehe ich aus, auch nicht rational unterwegs.
Wenn du sie noch liebst, vielleicht schlägst du die Tür nicht ganz zu. Ob ihr nochmal über dieses Treffen sprechen könntet? Jetzt, wo ihr getrennt seid, kann ja nichts mehr passieren. Die schlimmst mögliche Reaktion, nämlich, dass du sie verlässt, ist ja schon eingetreten.
Es wäre doch Verschwendung, wenn ihr die Affäre überwinden könntet und euch trotz gegenseitiger Lieben wegen dieses nachträglichen Treffens trennt. Aus Prinzip, weil sie dich da hintergangen hat.
Womit ich nicht anregen will, dass ihr euch sofort versöhnt. Ich möchte nur einen möglichen Erklärungsansatz für ihr Verhalten bieten. Und anregen, dass ihr im Gespräch bleibt. Oder wieder ins Gespräch kommt. Ich wünsche euch alles Gute.

