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Frau nach21 Jahren räumliche Trennung zum klar werden

Arnika
Zitat von St_Jappi:
@Arnika, vielleicht habe ich mich auch nicht ganz verständlich ausgedrückt. Dass du die Sache anders siehst, ist ja völlig in Ordnung, und deine ...

Naja, dem Mann hilft aus meiner Sicht sicher kein „Ach du Ärmster, fühl dich gedrückt!“. Als ob das kollektive Eiei von wildfremden Internet-Menschen, die einen auch im echten Leben null interessieren würden, irgendeinen therapeutischen oder lebenspraktischen Wert hätte.

Spätestens nach ein paar Tagen ist der Thread auf Seite 2 gerutscht, kein Mensch interessiert sich mehr dafür, und er hat exakt dasselbe ungelöste Problem in seiner Lebensrealität wie vorher. Internet-Eiei hat die Realität noch um keinen Millimeter verändert.

Fakten allerdings können es, wie das Wissen über die fatale Biochemie von Cola-Weinbrand, die Zerstörung des Tiefschlafs oder die Sinnhaftigkeit eines echten Milieuwechsels bringt dem TE (oder stillen Mitlesern in einer ähnlichen Situation) langfristig tausendmal mehr als das hundertste „Fühl dich gedrückt, du armer leidender Held, das Gegenüber muss sich zusammenreißen“.

Selbst wenn man im ersten Moment vor lauter Frust oder Bequemlichkeit blockt: Irgendwann steht jemand abends in der Küche, starrt auf die Cola-Flasche und den Fusel, ist hundemüde und hört das Herz hämmern und erinnert sich vielleicht doch an meinen Kommentar zum Zerdeppern des Tiefschlafs schon allein mit Zucker und Koffein - trinkt stattdessen von mir aus einen Schluck Rotwein, und geht schlafen.

Und wenn der Mann seine Ehe retten oder zumindest die Gesundheit seiner Partnerin verbessern wollte, müsste er genau seine ungemütlichen Fragen anpacken.

Er müsste aufhören zu sagen „schlafen kann sie eh“ und kapieren, dass das Cola-Weinbrand-Gemisch ihr Gehirn und ihren Körper in Alarmzustand lässt oder versetzt. Und er müsste sich fragen, warum die Frau lieber zu einem 80er-Jahre-Dorfdisco-Gesöff greift, um sich aufzuputschen und zeitgleich wegzubeamen, anstatt bei ihm emotionalen Halt zu suchen. Er könnte auch einsehen, dass ihr Auszug die einzig ehrliche und gesunde Maßnahme ist, um dieses festgefahrene System endlich zu sprengen. Und so vielleicht neu zueinander zu finden.

Dafür müsste er aber auch die eigenen Anteile sehen. Weil wenn wir uns ehrlich sind, der Mann sitzt nun jahrelang freiwillig arbeitslos zuhause, mit dem fadenscheinigen Argument, sie so im Haushalt „unterstützen zu können.“ Dafür muss man mW nicht arbeitslos sein. Da würde ich wohl auch aggressiv, wenn der Gatte seit Jahren freiwillig nur zuhause rumhockt, dann vielleicht mal den Müll runterbringt - und mir die Welt erklärt bzw. ich unter Dauerbeobachtung stehe, aber allein die Brötchen verdienen muss. Und er mich „im Haushalt unterstützt.“ Da würden wohl viele hin und wieder ein Glas zur Beruhigung trinken - und dann erst recht explodieren.

Sie aber ist nun die einzige in dem System, die nun tatsächlich die Kosequenzen zieht und die Lebenssituation, die für ihn vielleicht bequem ist, für sie offensichtlich aber nicht, nun angeht und ändern will. Das ist nicht einfach und dafür zollt ihr Respekt.

Und das kann er als Chance begreifen. Und wie gesagt: Wenn sie jetzt noch das billige Wachmacher-Gesöff weglässt, wird sie deutlich entspannter. Einfach schon, weil sie besser schlafen kann. Es kann ihr zudem dann auch wurscht sein, ob er den ganzen Tag vorm TV sitzt oder nicht, wie sehr oder ob er sie tatsächlich im Haushalt „unterstützt“, kann endlich auch mal zur Ruhe kommen etc pp.

Und diesen Systemwechsel als Chance könnten beide ergreifen. Das ist das erfolgsversprechendste, was hier denkbar ist.

Aber ja, wenn du meinst, das hilft jemandem wirklich, von mir aus: „Eiei, fühl dich gedrückt.“

• x 6 #46


A


Frau nach21 Jahren räumliche Trennung zum klar werden

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T
Zitat von Arnika:
Naja, dem Mann hilft aus meiner Sicht sicher kein „Ach du Ärmster, fühl dich gedrückt!“. Als ob das kollektive Eiei von wildfremden Internet-Menschen, die einen auch im echten Leben null interessieren würden, irgendeinen therapeutischen oder lebenspraktischen Wert hätte. Spätestens nach ein paar Tagen ist ...

@Arnika Hast du vielleicht selbst schlechte Erfahrungen gemacht? Finde diesen Text sehr unangebracht. Du unterstellst viele Dinge, die du gar nicht wissen kannst.

• x 2 #47


H
@Arnika
vielen Dank für deine Mainung,
ich habe aufgehört weil ich keine Lust mehr hatte !
Geld ist in dem Fall auch kein Thema.
Sicherlich kann ich mit einigem Abstand deine Aussage verstehen : Er hockt nur rum und kontrolliert seine Frau.
Auch dem ist meiner Meinung nach nicht so, sie hatte aufgrund diverser Probleme immer gesagt das die viele Arbeit zu viel für sie währe, und mein Gedanke war das es gut wäre sie zu unterstützen.
Nicht nur Müll rausbringen, kochen, einkaufen , in der Woche den Haushalt machen usw.
Leider alles nach hinten losgegangen.
Aber ich kann die Gedanken mittlerweile sehr gut nachvollziehen
Danke dafür

• x 1 #48


Arnika
Zitat von Hacki66:
@Arnika vielen Dank für deine Mainung, ich habe aufgehört weil ich keine Lust mehr hatte ! Geld ist in dem Fall auch kein Thema. Sicherlich kann ...

Und das, mein Lieber, war eine sehr sehr große Antwort! Dazu sind nicht viele in der Lage..

Und wenn du dauernd stöhnst, dass du arbeitstechnisch überfordert bist, aber deshalb leg ich mich jetzt mit Mitte 50 freiwillig in die Hängematte, weils mich nicht mehr freut, nur dafür geh ich „unter der Woche“ (!) ja eh einkaufen und mal staubsauge, aber plappere dir vielleicht auch noch was von meinen Großtaten jetzt im Haushalt vor, kämst du dir wahrscheinlich auch dezent verarscht vor. Dazu bin ich vielleicht auch noch 24/7 daheim - und harre plötzlich dauernd auf dich. Weil mir sonst fad ist - oder schlimmer noch, das Gegenteil…

Aber dass du das reflektierst ist auch einer der Gründe, warum ich das starke Gefühl habe, dass ihr beide gemeinsam durchaus einfach durchs Leben die Kurve kriegen könntet. Wenn ihr das miefende eingekercherte System aufbrecht - und ihr beide durch die Milieuveränderung wachsen könnt und der Veränderung beide was Positives abgewinnt.

Sie ist dir nur an Tatkraft voraus. Und dafür gehört ihr durchaus Respekt. Das macht man nach 21 Jahren nicht mal ebenso. Auch dazu sind nämlich die wenigsten in der Lage. Ergo: Durchaus euch beiden auch Chapeau!

• x 1 #49


H
Kurzes Update zum Status Quo
Meine Frau war heute gut 2,5 Stunden hier und wir haben uns über unsere Situation unterhalten.
Natürlich war es in einigen Momenten sehr emotional und auch ich habe die Fassung gehalten.
Sie erzählte mir das sie nach einer Klinik sucht wo ihre Probleme behandelt werden und hat das auch schon mit ihrem Chef besprochen.
Sie möchte sich helfen lassen und hofft das sie wieder klarkommt in ihrem Leben um dann auch wieder zu uns zu finden.
Sie möchte weiterhin das wir Kontakt haben aber eher auf ich nenne es mal Sparflamme.
Ich sagte darauf das sie das Tempo bestimmt aber ich mich natürlich über ein "Lebenszeichen" immer freuen würde.
Auch bat ich sie einfach mal ihre Gefühle über meine Fehler zu notieren da auch ich sicher einiges falsch gemacht habe.
Wir sind jetzt ohne Termin oder Vereinbarung auseinandergegangen , die Verabschiedung ist uns beiden natürlich nahegegangen.
Natürlich weiß ich, das es noch weit von einer Lösung ist aber ich bin dennoch froh wie dieses Treffen abgelaufen ist.
Danke nochmal an die vielen Meinungen und Ratschläge von euch allen.

• x 6 #50


GreenTara
@Hacki66, die Bereitschaft deiner Frau ist natürlich die Voraussetzung. Eventuell kommt sie erst zur Entgiftung, und bekommt dann hoffentlich bald eine Reha. Der gute Wille ist der erste Schritt eines weiten Weges mit vielen Abzweigungen.

• x 1 #51


St_Jappi
@Hacki66 Das klingt doch erst einmal nach einem guten Schritt. Ich kann mir vorstellen, dass dieses Treffen für euch beide emotional war. Dass sie sich Hilfe suchen möchte, ist zumindest ein positives Zeichen. Gleichzeitig finde ich es gut, dass du selbst erkennst, dass ihr noch weit von einer Lösung entfernt seid. Ich wünsche euch, dass sich daraus etwas entwickelt, ohne dass du dabei deine eigenen Bedürfnisse aus den Augen verlierst.

• x 1 #52


H
@St_Jappi
Bin mir völlig im klaren das es erst Schritt 2 von hundert ist .
Aber wie dieses Treffen heute verlaufen ist hat mich schon ein ganz klein wenig positiver werden lassen.
Ich werde mir jetzt ein, zwei Folgen meiner Lieblingsserie reintun und zumindest für heute mit geringerem Puls dann schlafen gehen.
Undi ich weiß bei alledem, der Weg ist noch lang und kann auch scheitern.

• x 4 #53


Arnika
@Hacki66 Hmmm. Vermutlich gut für sie, aber muss ich jetzt ernsthaft die einzige Realistin fern von Büllerbü hier sein? Falls die Therapie fruchtet, bist und bleibst du das Milieu, in dem 60jährige Damen, auch wenn sie das nicht mehr wollen, Cola mit billigem Scharlachberg trinken.

Da müsstest du dich selbst schon sehr verändern, dass die Bubble bei Trigger-Trinkern was bringt.

Die Erfolgsquote liegt statistisch bei 25%. Und da inkludieren wir schon die Obdachlosen im Delirium ohne Kohle.

Da sollte man endlich mal - auch hier - realistisch sein. Die größte Wahrscheinlichkeit, die ihr - immer noch habt- ist euch gemeinsam aus dem Spiel zu nehmen. Ansonsten wirst du aus dem Spiel genommen. Oder geht gemeinsam unter.

Wenn du sie liebst, unterstütze sie dabei. Tut ihr sicher gut. Aber ich würde nicht darauf wetten, dass sie nach 6 Wochen geschützter Bubble im Sitzkreis zu dir zurückkommen will. Sicher nicht ohne, dass du selbst gehörig was änderst. Und nein, dass ist keine persönliche Erfahrung. Nur wenn man über ein Jahrzehnt zigtausende Entwicklungen aufmerksam verfolgt, irrt man - genauso wie ein erfahrener Cop - nicht mehr so schnell.

Also sei vorsichtig, dich da jetzt zurückzulehnen. Hüte dich! Und sie soll wenigstens endlich mal das sch… Cola mit Schnap. lassen.

Und ja, sei’s drum: Eiei, von Wildfremden gedrückt usw

• x 1 #54


Arnika
@Hacki66 Sag, wo lebt bzw arbeitet sie oder ihr denn? Cola Weinbrand ist ja heutzutage sehr ungewöhnlich. Überhaupt bei älteren Damen. Gastro oä?

Nur um mal abzuschätzen, wieviel ein temporär geschützter Kreis statistisch fruchten könnte.

• #55


H
@Arnika

Hallo,
ich habe mich da vielleicht nicht ganz richtig ausgedrückt.
Cola Osborne ist das Problem.
Sie ist in einem Autoservice im Büro beschäftigt. Kommen beide aus dem Autogewerbe, ich bis zum Schluss im Vertrieb

• #56


B
Zitat von Hacki66:
Kurzes Update zum Status Quo Meine Frau war heute gut 2,5 Stunden hier und wir haben uns über unsere Situation unterhalten. Natürlich war es in ...

Das klingt gut. Dass sie selbst aktiv werden möchte. Und weitere Schritte gehen will. Braucht jetzt eine Menge Geduld. Aber wenn es wieder ein Miteinander wird, wo man versucht zusammen an einem Strang zu ziehen, kann das wieder werden.

Immer im Gespräch bleiben am besten und nicht zu viel erwarten. Es wird wahrscheinlich kleinschrittig vorwärts gehen. Aber ich wünsche euch, dass es bergauf geht.

• x 1 #57


C
Zitat von Hacki66:
Sie möchte sich helfen lassen und hofft das sie wieder klarkommt in ihrem Leben um dann auch wieder zu uns zu finden.
Sie möchte weiterhin das wir Kontakt haben aber eher auf ich nenne es mal Sparflamme.
Ich sagte darauf das sie das Tempo bestimmt aber ich mich natürlich über ein "Lebenszeichen" immer freuen würde.


Was ist nun dein Plan? Zu Hause sitzen und auf Lebenszeichen bangen?

Wird dich vermutlich fertig machen auf Dauer.

Es ist ja nicht damit zu rechnen, dass sie mal eben wohin geht für eine kleine Weile und danach clean bleibt.
Dir stehen evtl. Jahre bevor, wo du um sie kreisen kannst, ob sie es schafft oder nicht.

Bring dich nicht so weit in die absolute Co. Abhängigkeit zu geraten.

Sie hat sich dafür entschieden zu trinken, sie hat sich dafür entschieden auszuziehen.

Das sind schon mal zwei Entscheidungen gegen euch/dich gewesen.

Da gibt es überhaupt keine Grundlage, warum sie über deine Zeit so massiv noch entscheiden darf.

Nicht betteln um Zuwendung. Mach dein Ding. Entdecke neues im Leben, lebe es.

• x 2 #58


GreenTara
Zitat von Casey:
Sie hat sich dafür entschieden zu trinken, sie hat sich dafür entschieden auszuziehen.

Das sind schon mal zwei Entscheidungen gegen euch/dich gewesen.

Gut möglich, dass sie sich mit ihren vorgegebenen Plänen lediglich den Hafen sichern will. Es ist nicht außergewöhnlich, dass Süchtige das Blaue vom Himmel versprechen. Sie hat sich die "Freiheit" zugleich mit deiner, @Hacki66, Hoffnung gesichert. Die Klinik ist noch in weiter Ferne, wenn es überhaupt dazu kommt.
Ich will garnicht sagen, dass deine Frau lügt, es ist eher die eigene Hoffnung auf ein Happy End. Träume. Emotionen aus den vergangenen Zeiten sind hochgekommen.
Sucht und Ehrlichkeit sind nicht gerade Freunde.
Die Sucht will freie Bahn. Abschüssig. Zum Trinken, nicht zum Klar werden.

Jetzt zählen nur ihre Taten, nicht ihre Worte.
Zitat von Hacki66:
Natürlich weiß ich, das es noch weit von einer Lösung ist aber ich bin dennoch froh wie dieses Treffen abgelaufen ist.

Die Gefahr dabei ist, dass du dich an eine Momentaufnahme hängst, in der sich die Frau hinter der Sucht gezeigt hat. Ich kann verstehen, dass du hofft, und helfen willst. Nur passe auf, dass du nicht in einem Leben verharrst, in der du nur mit ausgestreckter Hand dastehst.
Ich würde dir auch gerne aufmunternd auf die Schulter klopfen, mit einem "das wird schon wieder". Doch das passiert recht selten.

• x 4 #59


Stella31
Zitat von GreenTara:
Nur passe auf, dass du nicht in einem Leben verharrst, in der du nur mit ausgestreckter Hand dastehst.

Vielleicht wäre es sinnvoll, dich mit dem Thema Co-Abhängigkeit auseinander zu setzen.

• x 1 #60


A


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